Der Kreml veröffentlichte am Dienstagabend ungewöhnliche Zahlen: über Kriegs-Krüppel, Prothesen-Not, Wiedereingliederungshilfen und Kriegswitwen-Hilfen: 2,3 Millionen Anträge auf Hilfe sind in nur zweieinhalb Jahren beim staatlichen Fonds „Verteidiger des Vaterlandes“ eingegangen. Das räumte der Kreml auf Putins offizieller Internetseite ein!
Vorausgegangen war ein Treffen von Putin mit der für Veteranen-Hilfe und Hinterbliebenen-zuständigen Vize-Verteidigungsministerin Anna Tsiwilewa: „Bis heute haben wir in zweieinhalb Jahren Arbeit 2,3 Millionen Anfragen und Bitten um Hilfe erhalten“, erklärte sie.
Dabei ging es um Hilfszahlungen, Rechtshilfe, medizinische Hilfen und Kuren. Hauptpunkt jedoch: „moderne Prothesen“. Die Veröffentlichung dieser Zahlen ist für russische Verhältnisse ein Novum. Normalerweise werden nur Erfolge herausgestellt.
Auffällig: Viel Zeit ihres Gesprächs haben Putin und die Vize-Verteidigungsministerin auf Prothesen und andere Hilfsmittel für schwerst verwundete Russen-Soldaten verwendet. „Tatsächlich hat sich die Prothesenbranche in den letzten anderthalb Jahren erheblich verändert“, erklärte Tsiwilewa. Auch ungewöhnlich für russische Verhältnisse: der ausdrückliche Verweis auf behindertengerechte Wohnungsausstattung für Kriegsveteranen. „Dazu gehören spezielle Küchen, Badezimmer, spezielle Türöffnungen und die Ausstattung mit einem Smart Home-System“.
Das Kriegsversehrten-Problem geht offenbar so weit, dass selbst LKWs in Massen umgebaut werden müssen: „Und unsere Hersteller von KAMAZ-Fahrzeugen produzieren bereits Fahrzeuge mit Handsteuerung und Busse – Stadtverkehr – zum Beispiel wurden uns solche Busse auf der Abilimpix in Kasan vorgestellt –, damit unsere Veteranen auch mit Prothesen oder Amputationen in ihrem Beruf arbeiten können.“
Quelle: Bild Bericht