Geschrieben von Gastronom am 26. Januar 2008 14:26:56:
Hallo,
ich möchte im kommenden Absatz kurz die Vorgänge beleuchten, die eintreten werden, sobald die hier diskutierte Krise, der Finanzcrash, einmal Wirklichkeit werden sollten.
1. Auslöser
Das heutige Finanzsystem befindet sich in einer absolut fundamentalen und allumfassenden Krise. Es existieren allerorten Brandherde direkt neben Pulverfässern, von denen jedes einzelne das ganze Gebäude in die Luft jagen könnte. Derzeit ist die "Systemfeuerwehr" (FED, Staaten) noch fleißig dabei, die Brandherde einzudämmen und über die Pulverfässer Wasser zu gießen. Die Aktionen werden jedoch immer hektischer, und der Rauch immer dichter.
Der Übergang vom Schwelbrand zur Explosion, wenn ich dieses Bild beibehalte, wird in unserem Falle durch ein unerwartetes Ereignis stattfinden. Ein unvorhergesehener Banken- oder Firmenzusammenbruch, der die Kettenreaktion auslöst: Eine Bank oder Firma kollabiert nach der anderen.
2. Reaktion auf den Eintritt der Eskalation
Es ist natürlich klar, dass in diesem Falle allen Beteiligten sofort klar sein dürfte, dass der Super-Gau eingetreten ist, und die Situation ausser Kontrolle gerät.
In dem Moment werden alle Masken fallen gelassen und es wird gehandelt, vor allem zum Erhalt der eigenen Macht. Der Vertrauensverlust in das Banksystem wird hingenommen und der gesamte Kapitalmarkt kurzerhand für Tage oder wahrscheinlicher Wochen eingefroren: die gesamte Finanzwelt und die gesamte Wirtschaft wird schockgefroren, ohne Vorankündigung. Sozusagen ein Time-Out. Diesen hätte ich eigentlich bereits in der Woche von Weihnachten bis 07. Januar erwartet, um die Sachen etwas zu bereinigen. Aber man hat hier den bequemeren Weg vorgezogen und die Sache weiter verschleppt.
Bis zu diesem Zeitpunkt ist noch nichts aussergewöhnliches passiert und der wirkliche Charakter der Krise dürfte auch hier, angesichts von Auszahlungslimit etc. den wenigsten bewusst sein. Doch die entscheidende Frage ist: was passiert dann, wenn die Schockstarre gelöst ist und der Kapitalmarkt und die Wirtschaft wieder ins Leben zurückkehrten sollen?
Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten, die Machthaber und die Finanzelite würden natürlich gerne sehen, dass alles weiterläuft wie vorher, mit einigen bankrotten Banken unter staatlicher Verwaltung, und einigen Millionen geschädigter Anleger. Diese Zahl ist im übrigen nicht so dramatisch, da bspw. in den Immobilienfonds und Abschreibungsmodellen der 90er deutlich über 5 Mio. Anleger massive Kapitalverluste erlitten, ohne dass auch nur ein Hahn danach krähte. Deshalb ist diese Variante auf den ersten Blick für die "Obrigkeit" mit nicht sonderlich viel Risiko behaftet. Dieses Risiko ist um so geringer, je schneller hier die Schockfrostung einsetzt, eine Verzögerung würde bereits vorher den Vertrauensverlust unnötig verstärken.
Doch es kann auch anders kommen. Je länger die Sache verschleppt wird, desto größer wird der Vertrauensverlust, und desto mehr Leute steigen geistig aus. Wird hier der kritische Punkt übersehen, dann haben wir einen klassischen "Default", so wie 1998 in Russland:
Die Wirtschaft wird zuerst schockgefrostet und kommt aufgrund des völligen Vertrauensverlusts aller Teilnehmer zum Erliegen! Nachdem die Kapitalmärkte wieder öffnen, und der Handel in stockender Form wieder einsetzt, führt die aufgrund des Vertrauensverlusts entstandene Güterknappheit zu einem rapiden Preisanstieg und Geldwertverlust! Ich prognostiziere wie im Falle Russland einen Preisanstieg um den Faktor 5 innerhalb einer Woche und weitere 100% in den kommenden Monaten. In dem Falle hat sich Hr. Hannichs Deflationstheorie völlig in Luft aufgelöst, nicht weil sie falsch ist, sondern weil wir ab dann in einer anderen Welt leben, in denen die Gesetze der Logik nicht mehr gelten!
Sollte die staatliche Ordnung zu dem Zeitpunkt noch existieren, wäre spätestens hier eine Währungreform fällig, um die alles lähmende Schuldenpyramide zu beseitigen. Der Schaden für Otto Dummichel wäre begrenzt, da Banken und Versicherungen ohnehin alle Einlagen für verloren erklären und unter Staatsverwaltung stehen. Dies ist der Punkt, wo man den Euro fallen lässt und einen Neustart versucht unter bestehenden Prämissen, d. h. eine neue D-Mark oder Lira oder Franc, die allerdings wieder innerhalb kürzester Zeit in der Teuerung versinken dürften, da die Eliten nichts dazu gelernt haben.
Erst ab hier wird eine Goldwährung überhaupt theoretisch möglich. Ob das praktisch auch so ist, zweifele ich an, da ich keinen Nutzen sehe: wenn das Vertrauen der Menschen verloren in das System und die Eliten verloren ist, kann man es auch durch das Plakat "Goldwährung" nicht mehr zurückholen. Eine Goldwährung kann wohl nur unter Zwang eingeführt werden.
Was bedeutet das für den Anleger? Wer Gold besitzt, muss sich überlegen, ob er bis zum Goldzwang wartet, das Goldsystem aussitzt, oder auf dem Höhepunkt der Teuerung in andere Güter geht. Wer jung ist, sollte im Zweifelsfall aussitzen, das ist am wenigsten Risiko, für ältere Leute bietet sich das nicht an, hier muss ein günstiger Zeitpunkt gefunden werden, wo man aus Gold rausgeht. Jetzt werden alle fragen: ja gegen was soll man investieren. Also, Leute, ist ja nicht so schwer: in Sachen die man braucht, d. h. man kauft Dinge, die man später braucht und zum Zeitpunkt X bereits vorher bezahlt. Beispiele:
- Man verkauft einem Bauern eine Unze Gold zum Preis von sagen wir mal 10.000 Euro und schließt einen Vertrag, dass man jede Woche 1 kg Butter, 2 Laib Brot und 1 Kg Fleisch bekommt, über 10 Jahre. Der Bauer wird rechnen und da kommt er auf einen guten Schnitt und hat das Gold sofort.
- Genauso macht man es mit dem Chirurgen, Zahnarzt etc. Alle sind froh um Gold und man selber ist es los und sichert sich die Dienstleistung und somit das Überleben.
Gastronom