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Deutsche Bank rät zu asiatischen Aktien und Rohstoffen
Anlegeexperten erwarten weiter hohe Volatilität
von Jan Dams
Frankfurt/Main - Die Deutsche Bank empfiehlt Privatanlegern, ihr Geld für die kommenden zwölf Monate verstärkt in asiatische Aktien sowie in Rohstoffinvestments anzulegen. "In diesen Märkten bieten sich im zweiten Halbjahr die attraktivsten Möglichkeiten für private Investoren", sagte Klaus Martini, der beim größten deutschen Kreditinstitut für die Anlagestrategie der Privatkundschaft zuständig ist. Auch wenn sich das Wachstum in China verlangsame, bleibe das Land eine Konjunkturlokomotive.
Bei Rohstoffen sollten Chancen genutzt werden, rät Martini. "Das Produktionswachstum wird nicht mit der steigenden Nachfrage Schritt halten können." Die Preise für Gold und andere Edelmetalle dürften weiter steigen. Auch Kupfer, Aluminium, Nickel und Zins könnten sich verteuern.
Weniger rosig sind die Aussichten für die Anleihemärkte in den USA und Europa. "Jetzt beginnt die Saison der Zinsanhebungen", sagte Martini. Die Kurse der Rentenpapiere dürften damit unter Druck geraten. "Bei langen Laufzeiten und Dollar-Anleihen wäre ich vorsichtig." Er erwarte eine Phase Seitwärtsbewegung bei hoher Volatilität, eher sich die Kursverluste mit verringertem Tempo fortsetzten." In den USA aber könnten vor allem die Renditen von Staatsanleihen kräftig sinken.
Zurückhaltend schätzte er die Entwicklung der Aktienmärkte in Europa und den USA ein. Die Börsen würden unter anderem durch die politische Unsicherheit im Irak und auch Terrorängste geprägt "Wir erwarten für die nächsten ein bis zwei Jahre keine großartigen Aktienmärkte", sagte Martini. Die Kursteigerungen schätzt er auf bis zu zehn Prozent. Der Dax könnte auf bis zu 4500 Punkte steigen. Insgesamt sind Aktien im Euro-Raum aus seiner Sicht derzeit aber recht niedrig bewertet. Mittlerweile greife die Restrukturierung bei den Unternehmen. Auch die Arbeitsmärkte würden liberalisiert, was sich positiv auf die Wirtschaft auswirke. Das gelte auch für Deutschland. "Die Agenda 2010 der Bundesregierung geht völlig in die richtige Richtung", sagt Martini. Insgesamt rät er zu einer vorsichtigen Anlagepolitik bei Aktien. Derzeit seien Papiere mit hoher Bilanzqualität und Dividendenrendite gesucht.
Größere Risiken sieht er dagegen bei amerikanischen Aktien. Steigende Zinsen dürften die Konsumausgaben bremsen und damit auch die Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft, zumal die Privathaushalte in den USA ohnehin schon durch ihre hohe Verschuldung belastet seien.
Insgesamt rät die Deutsche Bank Aktien in den USA mit einem Anteil von sieben Prozent am Gesamtportfolio unterzugewichten. Ähnlich niedrig ist nur noch die empfohlene Liquidität. Der Anteil europäischer Unternehmenspapiere hätte bei 23 Prozent zu liegen, Asien bei 13 Prozent. In alternative Investments wie Rohstoffe und Hedgefonds sollten sie derzeit rund 15 Prozent ihres Kapitals investieren. Den größten Teil, mit rund 35 Prozent sollten sie in europäische Anleihen stecken, allerdings mit kurzer Laufzeit zwischen drei und 3,5 Jahren.
Artikel erschienen am 30. Juni 2004
Quelle: http://www.welt.de