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Aus der FTD vom 7.6.2004
Edelmetalle: Dollar-Anstieg bremst Gold-Hausse
Von Wolfgang Wrzesniok-Roßbach
Die Aussichten für das Gold sind nach einem Rückschlag Ende vergangener Woche negativ. Edelmetallhändler halten eine Rückkehr auf ein Niveau von mehr als 400 $ je Unze kurzfristig für unwahrscheinlich.
In jedem Fall wären dazu neuerliche Impulse beispielsweise durch einen deutlich schwächeren Dollar oder durch geopolitische Risiken notwendig. Wahrscheinlicher ist zunächst ein Verbleib des Goldpreises in einer Handelsspanne zwischen 386 und 398 $ je Unze. Mit einer nachhaltigen Veränderung der Ausgangslage wäre dann erst im Sommer zu rechnen. Die insgesamt nicht besonders positive fundamentale Lage wird von Marktteilnehmern als Hinweis dafür angesehen, dass es dann eher zu einem Ausbruch nach unten als zu einer weiteren Hausse kommen könnte.
Gold-Euphorie währte nur kurz
In der vergangenen Woche waren zu Beginn der schwere Anschlag in der saudi-arabischen Ölförderregion und dann der kontinuierlich steigende Euro Grund für anziehende Kurse. Das gelbe Metall lief dabei sogar dem Euro ein Stück voraus und erreichte am Dienstag mit 398,60 $ je Unze seinen Höchstkurs. Später sorgten dann der wieder steigende Dollar, Verluste beim Ölpreis und Gerüchte über eine mögliche Zinserhöhung in China für einen Einbruch, der dem Gold am Freitag nach der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten vorübergehend sogar Kurse unterhalb von 387 $ je Unze einbrachte.
Die Nachfrage nach Gold hat im vergangenen Quartal allerdings zugenommen. Nach Zahlen des World Gold Council, der Marketingvereinigung der Goldproduzenten, ist die Nachfrage im ersten Quartal im Vergleich zum allerdings sehr schwachen Vorjahreszeitraum um zwölf Prozent gestiegen. Den größten absoluten Zuwachs verzeichnete die Schmucknachfrage, die von 539 auf 604 Tonnen zulegte.
Silber tritt auf der Stelle
Silber trat nach dem Erreichen des Wochenhochs am Montag bei 6,15 $ je Unze zunächst auf der Stelle. Am Mittwoch brach das Metall dann aber angesichts allgemein kollabierender Rohstoffpreise ein und fiel dabei unter die wichtige charttechnische Unterstützung bei 6 $ je Unze. Der Preisverfall kam erst bei 5,75 $ zum Stehen, und auch im weiteren Verlauf der Woche konnte sich die Notierung nur leicht erholen.
Das charttechnische Kursziel von 6,60 $ je Unze erscheint vorerst jedenfalls kaum erreichbar, wobei ein solcher Anstieg ohnehin nicht ohne massive Unterstützung durch das Gold zustande käme. Alles in allem wird das Metall nach Ansicht von Marktbeobachtern in dieser Woche zwischen 5,44 und 6,20 $ handeln und damit die Spanne des Mai nicht verlassen.
Das Platin knüpfte nicht mehr an die Erfolge der Vorwoche an. Es stieg zwischenzeitlich zwar noch einmal leicht an, über 845 $ je Unze vermochten die Fonds und vor allem die privaten Investoren in Japan das Metall aber nicht zu heben. Analysten sind skeptisch und sehen beim Platin für die nächsten Tage eine charttechnische Unterstützung bei knapp unter 829 $ je Unze. Sollte diese Marke nicht halten, sind weitere deutliche Verluste in kürzester Zeit programmiert. Stützende industrielle Nachfrage wird es beim Platin in größerem Stil erst unterhalb der Marke von 800 $ geben.
Wolfgang Wrzesniok-Rossbach ist Produktmanager Edelmetalle und Rohstoffe bei Dresdner Kleinwort Wasserstein in Frankfurt.
Quelle: http://www.ftd.de
Was denn nun... hoch ( Claassen / Michael Lewis)oder runter...
Nun so unterschiedlich können Analysen sein... Na dann warten wir eben bis zum Sommer Herr Wresniok-Rossbach... mit den steigenden Kursen... doch fängt der nicht schon in 14 Tagen an?