[Blockierte Grafik: http://ad22.vhb.de/hbi/images/logo.gif]
Analysten gefallen die Expansionspläne des Produzenten
Kanadische Barrick setzt auf den Ausbau der Goldproduktion
Von Gerd Braune
Die kanadische Barrick Gold Corporation ist bereits heute Kanadas größter Goldproduzent. Weltweit ist die Gesellschaft die Nummer drei. Und sie will weiter wachsen. Bis zum Jahr 2007 soll die Goldproduktion von 4,9 bis fünf Mill. Unzen in diesem Jahr auf 6,8 bis sieben Mill. Unzen steigen.
OTTAWA. In dem Kurs der Aktie, die in Toronto, New York, London, Zürich und Paris notiert wird, haben sich die Expansionsabsichten noch nicht niedergeschlagen. Doch die Analysten bleiben optimistisch.
Zu dem Wachstum sollen vier neue Goldminen beitragen, die in den nächsten zwei Jahren die Förderung aufnehmen werden. Nach Firmenangaben werden die Produktionskosten im Schnitt unter 200 US- Dollar pro Unze liegen. Zudem kündigte Barrick an, dass mit dem Pascua-Lama-Projekt im Grenzgebiet von Chile und Argentinien der Bau einer fünften Mine in Angriff genommen wird. Diese soll 2009 in Betrieb gehen. Die in Bau befindlichen Minen Veladero (Argentinien), Lagunas Norte (Peru), Cowal (Australien) und Tulawaka (Tansania) und die Entscheidung für Pascua-Lama „stellen ein völlig neues Kapitel in der Entwicklung von Barrick dar“, meinte Präsident Greg Wilkins. Das Tagebauprojekt Pascua-Lama hat laut Barrick bewiesene und wahrscheinliche Reserven von insgesamt 16,9 Mill. Unzen Gold und 635 Mill. Unzen Silber.
Im zweiten Quartal erzielte die kanadische Gesellschaft einen Gewinn von 34 Mill. US-Dollar oder sechs Cents je Aktie. Dies war deutlich weniger als im zweiten Quartal 2003 mit 59 Mill. Dollar und elf Cents je Aktie. Niedrigere Goldverkäufe und höhere Kosten seien nur zum Teil durch höhere Goldpreise ausgeglichen worden, hieß es. Mit zu dem Gewinnrückgang beigetragen hat die Auflösungen von Hedge- Positionen (Vorabverkäufen), die eine Sonderbelastung von 26 Mill. Dollar zur Folge hatten. Auch die Produktion war mit 1,28 Mill. Unzen leicht rückläufig.
Die Hedge-Positionen wurden im zweiten Quartal um 850 000 Unzen und im Gesamtjahr um 1,65 Mill. Unzen verringert. Die Hedge-Preise sind langfristig festgelegt. Sinkt der Marktpreis, gewinnt das Unternehmen, steigen die Preise, wie es beim Gold der Fall war, erzielt das Unternehmen geringere Gewinnspannen. Im zweiten Quartal, so berichtet Barrick, wurde auf Grund der Hedge- Verträge ein durchschnittlicher Preis von 372 Dollar pro Unze erzielt verglichen mit einem Spot- Markt-Preis von rund 393 Dollar. Bereits 2003 hat das Unternehmen daher beschlossen, kein Hedging mehr zu betreiben
Trotzdem hält John Ing, Chef des Investmenthauses Maison Palcements Canada in Toronto, das Hedging für problematisch. Es sei sinnvoll, das Hedge-Book zu verringern, doch wirke sich dies belastend auf die Bilanz aus. Und trotz des bereits erfolgten Abbaus befänden sich noch Hedge-Verpflichtungen über 13,9 Mill. Unzen in den Büchern. Die größte Herausforderung läge allerdings in den schwindenden Goldreserven. Einige von Barricks Minen seien „sehr reif“, so Ing und die Pierina-Mine nähere sich ihrem Ende. „Barrick muss eine Menge Geld investieren, um die Reserven zu ersetzen“, sagt der Maison-Experte.
„Wir haben Barrick weiter gern“, urteilt Barry Allan von Research Capital in Toronto. Er begründet dies mit den Niedrig-Kosten-Minen und dem „organischen Wachstum der Produktion“ durch Projekte, die schon im Besitz von Barrick sind. Allan rät daher zum Kauf und setzt ein Kursziel von 34 kanadischen Dollar (rund 25,5 US-Dollar) auf Jahressicht. Er erwartet, dass Barrick von 2004 bis 2006 weitere Hedge-Bestände abbauen wird.
Auch Michael Jalonen von Merrill Lynch empfiehlt den Kauf der Aktie. Nach seiner Einschätzung hat Barrick „eine der stärksten Bilanzen“ im nordamerikanischen und weltweiten Goldbergbau. Für 2004 hat Merrill Lynch die Vorhersage für den Gewinn pro Aktie von 24 auf 21 US-Cents zurückgestuft, erwartet aber für 2005 auf Grund der steigenden Goldproduktion einen Gewinn von 35 Cents pro Aktie. Positiv bewerten die Analysten, dass Ende 2005 und in 2006 neue Minen in Betrieb gehen sollen. Für 2007 sieht Jalonen auf der Basis eines Goldpreises von dann 375 Dollar pro Unze einen Gewinn von 63 Cents pro Aktie.
HANDELSBLATT, Montag, 02. August 2004, 07:02 Uhr
Quelle: http://www.handelsblatt.com