Beiträge von goldlatte

    Lesenswerter Artikel aus dem Hause Casey Research: http://www.financialsense.com/…als/petrov/2008/1024.html


    "Other deflationists have raised a very powerful argument in their favor. Typically during an asset deflation, where the prices of stocks and real estate fall, there are no willing lenders and no willing borrowers, no matter how low the Fed lowers interest rates. This is dreaded condition is known as “pushing on a string”. The classic example is Japan since 1990.
    The counterargument is straightforward: in modern fiat monetary systems: the Central Bank is always a willing lender of last resort and the Government is always a willing borrower of last resort. In order to prevent contraction of credit, the government can always borrow and the Fed can always monetize – credit contraction and deflation do not have to occur when the Fed and the government do not allow it to happen."


    Dieses wichtige Argument der Deflationisten (die Pferde müssen zu saufen anfangen) wurde hier im Forum bereits öfters diskutiert. Der Autor vertritt jedoch die Ansicht, dass sich in einem papiergedeckten Währungssystem zur Not einfach der Staat verschuldet und die Zentralbank Wertpapiere monetarisiert.


    Exakt dieses Verhalten können wir im Augenblick bei den Zentralbanken beobachten, und es wird wohl früher oder später zu einer starken Inflation führen.


    Gruß


    goldlatte

    Hmm, ist ja heute bei 700 kräftig abgeprallt. Und der Euro steigt auch gerade wieder. Und das alles während der US-Handelszeit. Ob die große Liquidation schon vorbei ist und nun fundamentale Daten wieder wichtiger werden? Oder nur eine kurze Verschnaufpause für Euro und Gold? Was meint ihr?


    Ich denke, dass eine heftige Liquidationswelle noch vor uns liegt, nämlich wenn Hedge-Fonds reihenweise pleite gehen (im Augenblick herrscht auffällige Ruhe vor dem Sturm) und die CDS-/Kreditkartenbombe platzt. Beides ist im Augenblick meiner Meinung nach noch nicht in den Kursen eingepreist.


    Die große Frage lautet nur: Wie werden die Edelmetalle reagieren?


    Szenario 1: Sie werden - so wie bisher - mit dem Gesamtmarkt weiter fallen


    Szenario 2: Wenn oben beschriebene Events eintreten, droht das Finanzsystem zu kollabieren -> Flucht in die einzig wahren Safe Havens -> Edelmetalle steigen stark an



    Wer jetzt nachkauft, wird in Szenario 1 kurz- bis mittelfristig Verluste machen.


    Wer jetzt nicht nachkauft, wird in Szenario 2 sein Papier zum Heizen verwenden können.



    Gruß


    goldlatte

    Gold und Silber ist in Kaufkraft angegeben, nicht in Dollar. Wenn ich fuer 1 Unze Gold in 1929 vielleicht 100 Stueck Brot bekommen habe, waren es in 1933 144 Stueck Brot. Fuer 20 Unzen Silber gab es 1929 vielleicht ebenfalls 100 Stueck Brot, in 1933 aber nur noch 95 Stueck Brot. 144 Brote oder 95 Brote, Du kannst Dir aussuchen, was Du lieber haettest.

    Danke, Tollar!


    Dennoch war Silber kein schlechtes Investment, wenn es nur 5% an Kaufkraft verlor in einer solch schweren Krise. Immobilien haben damals wahrscheinlich deutlich mehr verloren.

    und noch mal fuer Dich aus Deiner Tabelle: Wenn Gold 44% im Wert stieg, aber Silber 5% im Wert verlor, dann war Gold ca. 49% mehr wert als Silber. Da damals Gold=Geld WEIL GOLDDECKUNG !, verlor Silber 49% gegen Geld.


    Da ich die Tabelle gerade nicht wiederfinde: Was war denn die Messlatte für den Wertanstieg? Ich hatte es so verstanden, dass Gold ggü. dem Dollar damals um 44% stieg, oder etwa nicht?


    In diesem Fall wäre doch nicht Gold=Geld, sondern Gold hat ggü. Geld 44% zugelegt und Silber ggü. Geld 5% verloren. Somit hat Gold ggü. Silber 49% gewonnen, Silber aber ggü. Geld wie gesagt nur 5% verloren.


    Vielen Dank für Aufklärung.

    Langsam wacht auch der Mainstream auf, hoffen wir, dass es noch nicht zu spät ist:


    http://www.sueddeutsche.de/wir…19/314815/text/print.html


    ...


    "Unser Geldsystem ist auf Kredit aufgebaut. Geld wird geschaffen, indem jemand ein Darlehen bekommt und dafür Zinsen zahlt. Um eine Schuld abzubezahlen, ist Wachstum notwendig, weil der Schuldner ja nicht nur die geliehene Summe, sondern darüber hinaus auch den Zins plus idealerweise noch einen eigenen Gewinn erwirtschaften möchte. Es geht jeweils um prozentuale Steigerungen und damit um exponentiell steigende Beträge. Schrumpfen ist nicht vorgesehen, das macht die Sache so instabil."


    ...


    "Es gibt mehrere 100.000 Lebensformen auf der Erde. Alle haben gelernt, dass sie im Einklang mit der Natur leben müssen, wenn sie überleben wollen. Es gibt nur eine Ausnahme: der Mensch."


    Gruß


    goldlatte

    Etwas detaillierter: Wird es möglich sein durch Staatsgarantien einfach die Verschuldung des Staates nach oben zu treiben (es ist da sicher noch Luft, wenn man Deutschland alleine betrachtet), das Vertrauen in die Währung zu erhalten, auch ohne Goldeinlösegarantie. Das sagt das Mitgleid leonardoma voraus. Das wäre tödlich für Edelmetalle ...

    Wie sollte denn ein Japan-Deflationsszenario Deiner Meinung nach Gold schwächen können?


    Mit Sicherheit werden wir in den nächsten Monaten und Jahren einen deutlichen Anstieg der Staatsverschuldung weltweit erleben, jedoch wird das Vertrauen in die Währung meiner Meinung nach nicht sofort zusammenbrechen.


    Jedoch widerspricht es dem gesunden Menschenverstand, dass eine Währung bei steigender Staatsverschuldung stärker wird (= Edelmetalle an Wert verlieren).


    Gruß


    goldlatte

    Da bei einigen hier im Forum starke Unklarheit darüber herrscht, ob uns in Zukunft eine Inflation oder eine Deflation erwartet, möchte ich im Folgenden meine aktuelle Sicht der Dinge erläutern, um dadurch möglicherweise etwas Licht ins Dunkle zu bringen.


    Zunächst einmal gebe ich leonardoma zu 100% Recht in der Feststellung, dass das, was wir im Augenblick erleben, ganz deutlich deflationäre Entwicklungen sind: So, wie alle Asset-Klassen in den letzten Jahren GLEICHZEITIG gestiegen sind, so verlieren sie im Augenblick GLEICHZEITIG an Wert (dies gilt für Aktien, Immobilien, Rohstoffe und die meisten Edelmetalle). Somit gibt es im Augenblick auch keine inflationären Erscheinungen (mit Ausnahme der VW-Aktie, aber das ist ein anderes Kapitel).


    Wichtig ist jedoch zu verstehen, dass die Zentralbanken eine Deflation mit allen Mitteln verhindern wollen und ihr Verhalten bereits jetzt stark inflationäre Elemente aufweist, die aber NOCH NICHT zu inflationären Entwicklungen geführt haben.


    Meiner Meinung nach werden aber schon bald die aktuellen deflationären Entwicklungen aufgrund der höchst inflationären Politik der Zentralbanken von einer starken Inflation abgelöst werden, die letztendlich in einer Hyperinflation mit anschließender Währungsreform enden wird.


    Jetzt werden viele sagen: Wie kann es aber zu einer Inflation kommen, wo doch im Augenblick Geld knapp ist und sich keiner mehr verschulden möchte?


    Ganz einfach: Konjunkturprogramme, unkontolliertes Monetarisieren von faulen Wertpapieren durch die Zentralbanken und damit einhergehend extreme Ausweitung der Staatsverschuldung.


    Zur Erinnerung: Der Aktuelle Schuldenstand von Deutschland beträgt 63,1% des BIP, der von den USA 65,6% und der von Japan sage und schreibe 182,8%. Dadurch wird deutlich, dass längst nicht alles Pulver verschossen ist und noch viel Spielraum für weitere Verschuldungsorgien bleibt.


    Gruß


    goldlatte

    Die Einlagen sind natürlich in ganzer Höhe versichert, weswegen dies eine bessere Alternative als Bankfachlagerung ist, wo in der Regel keine Versicherung der Bank besteht, bzw nur Drittanbieter vermittelt werden können. Die gebühren sind aber so hoch, dass sich das nicht lohnt.

    Vielen Dank für Deine Antwort, goldkind. Wäre Dir sehr verbunden, wenn Du mir mitteilen könntest, worauf Du Deine Aussage stützt. Gibt es in der Schweiz etwa ein Gesetz, das eine Versicherung vorschreibt? Warum wird die Versicherung nicht im Verkaufsprospekt angeführt?

    Liebe ETF-Experten,


    weiß von Euch jemand, ob das bei der ZKB physisch eingelagerte Silber eigentlich gegen Diebstahl versichert ist? Hatte mir vorhin nochmal den Verkaufsprospekt näher angeschaut, konnte jedoch keinen Hinweis auf eine solche Versicherung finden.


    Wäre natürlich heftig, wenn bei einem Einbruch Silber entwendet würde und man dagegen gar nicht abgesichert ist.


    Vielen Dank im Voraus.


    goldlatte


    Hallo Goldlatte,
    klingt interessant. Hast Du dazu vielleicht irgendwelche Richtwerte oder Charts die Du verraten möchstest?

    In der Vergangenheit war die Dow-Gold-Ratio ein guter Indikator für die Über- bzw. Unterbewertung des Goldpreises relativ zum Aktienmarkt. Liegt diese im unteren einstelligen Bereich wird es langsam Zeit, die Party zu verlassen.

    Die Wirtschaft verläuft in langen Zyklen, die oft mehrere Jahrzehnte dauern. Der (nominale) Bullenmarkt an den westlichen Aktienmärkten läuft, mit kurzen Unterbrechnungen, seit Anfang der 80iger und wird früher oder später in einem wahrscheinlich langjährigen Bärenmarkt enden.


    Um eine Vorstellung zu bekommen, wie soetwas aussehen kann, empfehle ich, sich den Nikkei-Chart seit 1990 genauer anzusehen: Seit nunmehr 18 Jahren ist, mit Ausnahmen von kurzen Bärenmarkt-Ralleys, in Japan kein Blumentopf zu gewinnen.


    Aus dieser Vogelperspektive heraus kann ich nur davon abraten, im Augenblick in das falling knife zu greifen. Ich für meinen Teil werde versuchen, am Ende des kommenden langjährigen Bärenmarktes wieder einzusteigen. Im Hinblick auf die starke Inflationierung durch die Zentralbanken dient mir dabei die Ratio aus Aktienpreis/Goldpreis als Indikator dafür, ob es REAL schon günstig genug ist oder nicht.

    @ BAAL: In den 90er hatten wir doch in Japan eine klassische Deflation in einem ungedeckten Fiat-System!


    Wie passt das in Dein Gedankenkonstrukt?

    Liebe Silberbugs,


    vielleicht könnte jemand von Euch so nett sein und mir kurz erklären, warum es eigentlich beim Silber so gewaltige Shortpositionen gibt? Wer hat ein Interesse an fallenden Silberpreisen außer vielleicht die jeweiligen Industrien, die diesen Rohstoffe verarbeiten?


    Beim Gold ist es ja klar, dass die Kabale den Preis unter Kontrolle halten will, da es sozusagen das Fieberthermometer des Finanzsystems darstellt. Aber was steckt hinter den Motiven der Silberpreisdrückung?


    Im Voraus herzlichen Dank für Eure Hilfe und einen schönen Abend noch.


    goldlatte

    Stephen Tetreault schreibt in seinem Artikel, auf den vorher schon verwiesen wurde (http://www.financialsense.com/…/tetreault/2007/0831.html:(


    "Selling calls short and naked has the same result as buying puts but this is a tremendously dangerous play."


    Hat er da nicht einen Denkfehler drinn? Wenn ich einen Call verkaufe, bin ich doch nicht wirklich "short":


    - Fall A: Underlying steigt nicht über den Strike-Price -> Ich bekomme die Prämie


    - Fall B: Underlying steigt über den Strike-Price -> Ich bekomme auch die Prämie, muss aber die Differenz vom aktuellen Marktpreis zum Strike-Price an den Käufer des Calls erstatten.


    Oder habe ich einen Denkfehler???