Danke.
Risiko durch Eskom? Sowohl bzgl Preissteigerung als auch Ausfallrisiko. Hier ein kleiner Auschnitt aus einem Artikel über Platinminen:
Eine Entspannung der Situation in Südafrika ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Weiteres Ungemach könnte den Minenproduzenten im bevorstehenden Winterhalbjahr auf der Südhalbkugel drohen. Denn der staatliche Energieversorger Eskom, der rund 95% des südafrikanischen Strombedarfs deckt, hat kaum noch freie Kapazitäten. Mitte März hatte das Unternehmen selbst seine Reservekapazitäten auf nur noch 1,5% bezeichnet. Seit Jahresanfang stehen Unternehmensangaben zufolge durchschnittlich rund 10.800 MW oder 25% der gesamten Stromerzeugungskapazitäten aufgrund geplanter und unvorhergesehener Wartungsarbeiten nicht zur Verfügung.
Eskom muss daher auch während der Hauptnachfragesaison dringend benötigte Wartungsarbeiten durchführen, wodurch einige Kapazitäten nicht oder nur eingeschränkt nutzbar sind. Die Energieministerin des Landes hat daher die südafrikanischen Bürger aufgerufen, ihren Stromverbrauch um 10-15% zu senken. Vor fünf Jahren, als die Reserven das letzte Mal so niedrig waren, kam es zulanganhaltenden Stromausfällen im größten Land des afrikanischen Kontinents.
Viele Minenunternehmen mussten daraufhin ihre Produktion vorübergehend einstellen (Grafik 4) und den Strom mit Dieselgeneratoren selbst herstellen, was mit deutlich höheren Kosten einherging. Zu dieser Zeit erreichte der Platinpreis bei rund 2.300 USD je Feinunze sein bisheriges Rekordhoch.
Aktuell sieht sich Eskom im Wesentlichen zwei Problemen gegenüber. Zum einen verzögert sich die Inbetriebnahme des knapp 10 Mrd. USD teuren Kohlekraftwerks "Medupi", wodurch Eskom 4.800 MW an Kapazitäten fehlen. Das Kraftwerk sollte eigentlich schon im September 2011 den Betrieb aufnehmen, wurde aber bislang mehrfach verschoben. Mittlerweile ist sogar Ende des Jahres als neuer Starttermin fraglich.
Zum anderen darf Eskom ab dem 1. April die Strompreise nur halb so viel erhöhen wie bei der Nationalen Regulierungsbehörde beantragt. Dadurch geraten die Expansionspläne Eskoms in Gefahr, neue moderne Kraftwerke zu bauen bzw. veraltete aufzurüsten.
Den Minenunternehmen hilft die Entscheidung der Regulierungsbehörde im aktuellen Marktumfeld aber auch nicht wirklich weiter. Denn Eskom darf die Strompreise nichtsdestotrotz in den nächsten fünf Jahren um durchschnittlich 8% pro Jahr erhöhen (Grafik 5). Laut Behördenangaben führt dies zu einer Strompreisanhebung auf 65,51 Cents je kwh in der Periode 2013/14 und auf bis zu 89,13 Cents je kwh in2017/18. Aussagen des Verbandspräsidenten der Minenindustrie zufolge kommen dadurch auf die Platin- und Goldminen Mehrbelastungen von 860 Mio. ZAR allein indiesem Jahr zu.
Neben den Platinproduzenten war unlängst auch Eskom selbst von Streiks betroffen. So hatten Arbeiter des zweitgrößten Kohleproduzenten Südafrikas, Exxaro Resources, im März zwei Wochen lang die Arbeit niedergelegt. Ein länger andauernder Streik hätte Auswirkungen auf die Versorgungslage von Kohle für Eskom haben können. Dennder Energieversorger generiert rund 80% seines Stroms aus Kohle. Das Unternehmen hat eigenen Angaben zufolge aber ausreichend Kohlevorräte - Mitte März hätten diese für 48 Tage gereicht.
Thema Gewerkschaften:
Ein Indiz dafür, dass die eingangs erwähnte friedliche Lage im Land trügerisch sein könnte, ist der Mitgliederzuwachs bei der aufstrebenden Gewerkschaft "Association of Mineworkers and Construction Union (AMCU)". Diese versucht seit einiger Zeit, der größten Gewerkschaft des Landes, "National Union of Mineworkers (NUM)“, Mitglieder abzuwerben - offenbar mit Erfolg.
So gab Anglo American Platinum unlängst bekannt, dass AMCU mittlerweile rund 40% der eigenen Belegschaft, die Gewerkschaftsmitglieder sind, repräsentiert. Dies birgt Zündstoff, da AMCU bekannt dafür ist, aggressive und teilweise unrealistische Forderungen zu stellen und diese notfalls auch mit Gewalt durchzusetzen. Die tödlichen Ausschreitungen im August letzten Jahres resultierten aus Zusammenstößen von Mitgliedern der beiden rivalisierenden Gewerkschaften. Auch im Februar kam es zu einem Konflikt zwischen Gewerkschaftsmitgliedern, der glücklicherweise glimpflich ausging. Allerdings kam es auch damals zu Beeinträchtigungen der Produktion.
http://www.goldseiten.de/modul…/print.php?storyid=170383
Sarasin Research sieht für Südafrika:
Auch die speziellen Südafrika-Risiken (Nationalisierung, BEE, Regulierung, höhere Abgaben, Streiks, Mangel an Arbeitskräften, Währung)
http://www.de.sharewise.com/ak…em+geloest,+viele+bleiben