12.2. Die Bezeichnung Goldminenaktie beinhaltet das Wort Aktie
Das Goldminen nicht nur von der fundamentalen Entwicklung der Unternehmen bzw. der Goldpreisentwicklung abh‰ngig sind, zeigt die Grafik 3. Hier wird der Verlauf von Gold/Unze in USD, deutschen Aktien (DAX) und Goldminen (XAU) ¸ber das gesamte Jahr 1987 verglichen. Um einen optimalen Vergleich zu bekommen, wurde die Skalierung beim DAX und beim XAU auf den Goldpreis zum Jahresanfang umgerechnet.
1987 ist durch den Bˆrsencrash in die Geschichte eingegangen. Der Goldpreis entwickelte sich ¸ber das gesamte Jahr betrachtet kontinuierlich von etwa 400 auf knapp 500 USD/Unze. Dem Verlauf des Goldpreis entsprechend, h‰tten sich die Goldminen, sicher mit Schwankungen, tendenziell positiv entwickeln m¸ssen. Der Kursanstieg hielt jedoch nur bis zum Bˆrsencrash an.
Als die normalen Aktienm‰rkte zu "crashen" begannen, wurde alles, was irgendwie nach Aktie aussah verkauft. Der psychologischen Macht von Panikverk‰ufen konnten sich auch die Goldminen nicht entziehen. Die Tiefstkurse wurden genau mit den Tiefstkursen der normalen Aktienm‰rkte erreicht. Einzelne Goldaktien verloren von der Spitze bis zum Tief ¸ber 70 Prozent Ihres Wertes - obwohl der Goldpreis gestiegen ist.
Grafik 3: Goldminen und Bˆrsencrash
Auf den Punkt gebracht:
Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es in Extremphasen grofle Unterschiede zwischen den Preisentwicklungen beim physischen Gold und den Goldminen gibt. Bei der Anlage in Goldminen, durchleben Sie - abh‰ngig von der Kursentwicklung - eine extreme Verschiebung des Chance/Risiko-Verh‰ltnisses. Vor allem nach starken Gewinnphasen steigen die R¸ckschlagsgefahren ¸berdurchschnittlich.
* Physisches Gold sollten Sie aus strategischen Gr¸nden immer halten.
Wenn Sie in einem sekund‰ren Bullenmarkt an steigenden Goldpreisen partizipieren wollen,
* sollten Sie physisches Gold bzw. Anlageformen die dessen Preis nachbilden, ¸ber den gesamten Hausse-Zyklus durchhalten.
* machen Sie sich immer wieder die extreme Schwankungsbreite von Goldminen bewusst. Gerade nach sehr starken Kursanstiegen, sollte man nicht zu gierig werden. Wenn sich ein neuer sekund‰rer Bullenmarkt herausbildet, werden in der ersten Aufw‰rtsbewegung die st‰rksten Kursanstiege erlebt. Wenn Sie an einer solchen Entwicklung partizipiert haben, nutzen Sie die Erfahrungen der Vergangenheit. Denken Sie sp‰testens ab einer Versechsfachung - von den Tiefstkursen gerechnet - an die Sicherung Ihres Kapitals. Wenn Sie nicht der Timingfalle unterliegen wollen und weiter an einem intakten sekund‰ren Gold-Bullenmarkt partizipieren mˆchten, ist es ratsam, den Erlˆs aus Ihren Goldminen in physisches Gold bzw. Anlagen die den Goldpreis nachbilden, zu investieren. Der Verzicht auf den Hebel reduziert die R¸ckschlagsgefahren und l‰sst trotzdem gen¸gend Potential f¸r die zuk¸nftigen Ertragschancen.
© Andreas R¸hl
Quelle: Auszug aus dem Goldbuch von Andreas R¸hl.