Die Zinsen fangen jetzt schon langsam wieder an zu steigen, die Teuerungsrate wird ihr übriges tun und nun kommt ein weiter Faktor hinzu, der die Wohnimmobilienfinanzierungszinssätze wird steigen lassen ...
Finanz-Szene: 22-Mrd.-Euro-Eigenkapital-Hammer der Bafin
Mancher Bankenlobbyist wird sich gestern vorgekommen sein wie der Angeklagte, für den die Staatsanwaltschaft eine zweijährige Freiheitsstrafe fordert – und dann kommt die Richterin und macht vier daraus. Rückblick: Dass da was dräut an der Eigenkapitalfront, das war eigentlich schon seit November klar gewesen. Recht unverblümt hatte die EZB seinerzeit in ihrem Finanzstabilitäts-Bericht darauf hingewiesen, es sei langsam mal an der Zeit, dass die deutsche Aufsicht angesichts stetig steigender Wohnimmobilien-Preise zu sogenannten "makroprudenziellen Maßnahmen" greife. Sprich: Rauf mit dem Kapitalanforderungen. Entsprechend alarmiert zeigte sich damals der private Bankenverband. Und legte ausführlich dar, warum es keine gute Idee sei, den im März 2020 wegen der Corona-Krise gerade erst auf "Null" heruntergefahrenen "antizyklischen Kapitalpuffer" nun doch wieder auf 0,25% anzuheben. Was damals indes die wenigsten ahnten: Um 0,25% würden es gar nicht gehen! Stattdessen teilte die Bafin gestern in Person ihres neuen Präsidenten Mark Branson (Wollten nicht alle einen harten Hund? Jetzt haben wir ihn!) mit, der "antizyklische Kapitalpuffer" werde zeitnah per Allgemeinverfügung auf gleich mal 0,75% festgesetzt. Und damit nicht genug, legten die Aufseher auch gleich noch einen (unser neuer Lieblingsfachbegriff) "sektoralen Systemrisikopuffer" für private Baufinanzierungen in Höhe von 2% obendrauf. Was heißt das nun konkret? Welche Banken trifft es besonders? Und, ähem, nur mal so gefragt: Sind wirklich die Wohnimmobilien das Problem – und die Gewerbeimmobilien nicht? Unser FAQ: https://finanz-szene.de/bankin…rd-euro-hammer-der-bafin/