Naja, skeptisch wäre ich auch bei diesem Abschlag, aber...
Wie schaut denn das Gold aus? 999er Barren? Diese Information fehlt leider in Deiner Aussage um den Abschlag richtig bewerten zu können.
Was ist, wenn es nur 22 Karat sind?
Wie hoch sind denn die Sekundärkosten? Wer zahlt welchen Transport von wo nach wo? Wer zahlt die Versicherungen? Stichwort INCOTERMS.
Vielleicht muss Dein Chef das Gold irgendwo mitten in China abholen, und die müssen einen hohen Abschlag bieten, sonst kauft keiner?
Ist der Ort wo die Ware zur Abholung bereit gestellt wird (Waren sind Holschulden) überhaupt in China? Kommt man überhaupt an einen Hafen oder Flughafen zum Verladen? Entstehen irgendwelche Kosten staatlicherseits bei der Ausfuhr?
Desweiteren habe ich einen interessanten Bericht vor ein paar Wochen im TV gesehen, wonach China gerade dabei ist ein eigene Goldbörse groß aufzuziehen. Und mit "allen Mitteln" versuchen möchte in ein paar Jahren London den Rang abzulaufen. Vielleicht ist der Abschlag eine Art Investition in die Zukunft oder werden als Werbungskosten verbucht?
Wenn der eigentliche Verkäufer unbekannt bleiben möchte, dann handelt der Vermittler als Broker. Bei Geschäfte über Brokern bleibt der Kontrahent eigentlich immer unbekannt und es werden auch Provisionen (Broker Fee) fällig. Für mich nichts ungewöhnliches.
Welche Position hast Du denn in dem Unternehmen? Hat der Chef direkt mit Dir darüber gesprochen inkl. Geschäftsdetails, oder kam das über den Flurfunk?
Also mir fallen sehr viele Fragen ein, bevor ich den genannten Abschlag überhaupt bewerten kann, aber risikobehaftet ist die Sache allemal.
PS: Teilweise kann es sogar billiger sein, sich einen Grabstein (geschnitten, poliert, graviert und transportiert) in Indien zu bestellen, als ihn in Deutschland herstellen zu lassen. Die Lieferung dauert zwar ein paar Wochen, aber aufs Grab kann er sowieso nicht sofort. Und ob er nun beim Steinmetz Lagerkosten verursacht, oder über das Meer schippert ist eigentlich egal. 