Moin moin,
so manche Mine hat es diese Woche auf Grund schlechter Ergebnisse zerrissen.
GUY, PVG, CG + RGLD, GPR und TMR - ihr könnt die Liste gerne ergänzen.
Harte Gold - Ergebnisse am 01.11. Montag stark abwärts! - Pleite? Kurs 0,225 C$
...
Nach den vielen bekannten Fehlschlägen mit Alio, Klondex, IDM, GSV und GUY bin ich nicht nur viel vorsichtiger geworden, sondern schmeiße auch konsequent einen Wert nach einer Woche wieder aus dem Depot, wenn mir nach dem Kauf unpassende Fakten bekannt werden oder nur deutliche Zweifel aufkommen - auch mir Verlust.
So war TSN der vorläufig letzte große Fehlschlag, bei dem ich viel zu lange gezögert habe.
Besonders von @Caldera habe ich gelernt, dass man nicht die Schwierigkeiten suchen muss, wenn es einen einfachen Weg gibt.
Diese simple und richtige Erkenntnis habe ich für die Freunde des fallenden Messers bei GUY so zusammengefasst:
Alles anzeigen
Danke vatapitta für den Diskussionsanstoß, denn diese Frage beschäftigt mich die vergangen beiden Wochen zusehends. Es sieht im ersten Moment doch leider recht leicht aus, wenn man in den einzelnen Threads hier mitliest und häufiger von Freiläufern oder X-Baggern liest. Wenn man aber bedenkt, dass in dem Minenuniversum wohl eine fünfstellige Zahl an gelisteten Gesellschaften unterwegs ist - darunter genügend Gauner und Banditen - dann findet man leicht weder den Anfang noch das Ende.
Wie ich ja vor einigen Wochen hier geschrieben hatte, bin ich trotz 15 Jahren Zugehörigkeit in diesem tollen Forum meist nur Mitleser gewesen. Ganz einfach deshalb, weil mir neben meinen Invests in anderen Märkten die Zeit fehlte, mich intensiv hier einzubringen. Und ich behaupte mittlerweile, Mineninvests sind die wohl absolute Königsdisziplin. Weit vor den von mir geliebten Emerging Markets - eben weil sie politische Länderrisiken, die Entwicklungen am Geldmarkt mit absoluten Unwägbarkeiten tief unter der Erde vereinen.
Warum schreibe ich das? Weil ich trotz 20 Jahren Gold- und Silbermineninvests hier auf keinen wirklich grünen Zweig gekommen bin. Wer meinen Schwenk in alte Zeiten nicht lesen mag, der sollte diesen Absatz überspringen. Meine ersten Goldminen hab ich soweit ich mich erinnern kann 1998 gekauft. Wie so oft waren das die Südafrikaner, die komischer Weise in jeder Sparkasse noch aus den 1980ern bekannt waren. Mit etwas Glück kam Anfang der 200er dann Lihir Gold dazu, welche die schlechte Performance von Durban Deep, Gold Fields und Harmony bis zur Übernahme etwas ausmerzen konnte. Danach verlor ich etwas den Faden und begann in der Ukraine, Russland bis in die hintersten Republiken dieser Welt zu investieren und hatte damit zu meinem Glück sehr guten Erfolg. Man hatte auch hier Kontakt zu Bergbaubetrieben, aber es war äußerst überschaubar und so gut wie immer von Erfolg gekrönt, da diese Unternehmen Jahrzehnte existierten und durch die Russlandkrise am Boden lagen. Als ich in der Ukraine mit Direktinvestitionen begann, waren sektorübergreifend gerade einmal um die 300 Unternehmen vor Ort gelistet. Meist alteingesessene Unternehmen mit extremen stillen Reserven, im Vergleich zu dem, was ich hier erlebe, ein Traum. Nach diesem Intermezzo waren es dann bedingt der 2008/09er Krise am Hypothekenmarkt wieder Gold- und Silberminen, die mein Interesse hatten. Dieses Mal mit Länderdiversifikation, daraus hatte ich vom letzten Mal gelernt: IamGold; Klondex, Hecla, Coeur, Yamana. Alles ganz ordentlich - bis ich zum Ende der Rallye gierig wurde und zu viele Explorer oder Near-Term-Produzenten kaufte. Minco Silver oder Mines Management, Jahre danach noch Scorpio Mining, Apogee Silver und dergleichen. Das Ergebnis dieses Mal: hoch gesprungen und bis 2013 wieder genauso tief gefallen. Ich wurde faktisch vom Verfall des Goldpreises überrascht, ich hatte mit einem dermaßen starken Rückgang nicht gerechnet. Danach war über mehrere Jahre erst mal komplett Schluss. Den Anstieg 2016 sah ich mehr oder minder von der Seitenlinie und war nur bei Golden Star Resources und First Majestic mit kleineren Positionen dabei, die ich dieses Mal jedoch viel zu früh verkaufte. Aber immerhin mal mit ganz ordentlichem Gewinn.
Nun habe ich mich die letzten Wochen zunächst durch meine endlosen Watchlisten gewühlt. Hier im Archiv dank der immensen Datenbank die Marktbereinigung studiert. Viele wurden zu Schleuderpreisen übernommen oder sind in die Insolvenz geschlittert. Zum Teil war ich überrascht, denn eine Alexco ex Scorpio Mining oder Sabina hätte ich nach den Erfahrungen der Vergangenheit im Leben nicht mehr angerührt. Bei einigen noch immer das gleiche Spiel: Impact Silver, Alio Gold, Equinox oder Orezone und noch gefühlt 100 Minenwerte mehr gehören für mich da irgendwie noch dazu. Orezone mag ja noch immer eine interessante Übernahmespekulation geblieben sein. Die größeren wie Hecla, Coeur, IamGold und vor allem die Südafrikaner weit von den Höchstständen entfernt. Aber irgendwie werde ich mit denen nicht mehr warm - zu viel Vertrauen in der Vergangenheit verspielt. Und dann die vielen mir "neuen" Gesichter, die Erfolgsgeschichten aus dem unzähligen Minenuniversum: St. Barbara, Northern Star Resources, Kirkland Gold oder Saracen, um nur einige zu nennen.
Mit Freude verfolge ich die Erfolgsgeschichten des Forums, eine K92 Mining oder Edels Glücksgriff Great Bear Resources gefallen mir besonders gut. Calderas Torex Gold klingt äußerst vielversprechend. Es fällt zwar schwer, nach den vielen Prozenten noch aufzuspringen. Denn jeder sucht ja irgendwie seine kleine Perle, bei der er von Beginn an dabei ist. Aber irgendwie ist das alles bei den unzähligen anfänglich gut klingenden Geschichten hinter jeder Company dann doch recht mühsam und ich frage mich wirklich, ob die Performance bei unzähligen kleinen Einzelwerten so viel besser ist als mit einem Gold- & Silberfonds. Ich staune jedes Mal aufs Neue über die ellenlange Liste von Edel Man, in wie vielen Werten er dabei ist. Das alles zu managen verdient höchsten Respekt. Für mich aber absolut nicht umsetzbar. Selbst eine Gwen Preston hat derzeit 39 Explorer auf ihrer Liste. Bei aller Liebe, aber das wird irgendwann viel zu viel. Da ich selbst aus dem Bereich Banking / Finance komme muss ich da regelmäßig an den Affen denken, der mit der Aktienauswahl über Dartpfeilwürfe erfolgreicher als die Profis war. Wir alle wissen, dass Vieles mehr dem Zufall unterliegt als wir zugeben würden.
Was bleibt uns also? Das, was vatapitta geschrieben hatte: nicht das extreme Risiko zu suchen. Wie Caldera richtig meinte, keine unnötigen Schwierigkeiten suchen, wenn es den einfachen Weg gibt. Und dann wie Edel es richtig macht, sukzessiv den Depotanteil bei den erfolgreichen Werten erhöhen, um die Performance zu verbessern. Denn was nützt ein erfolgreicher 10-Bagger, wenn der Depotanteil bei einem Prozent liegt und fünf Nieten daneben stehen? Das schafft dann auch ein Fonds mit den Blue Chips.
Mein Rat an alle Neulinge zum Schluss: ich habe meine größten Erfolge an der Börse branchenübergreifend immer dann gemacht, wenn der "Markt" mitgespielt hat, das Sentiment positiv war. Damit rechne ich im Gold und Silber 2020, darum bin ich derzeit mal wieder hier. Charttechnisch sieht das mehr als ordentlich aus. Oftmals ist es dann auch egal, ob ein Unternehmen fundamental gut oder schlecht ist. Darum hab ich auch teilweise Buden wie Minco Capital und dergleichen auf der Watchliste für eine mögliche Rallyeendphase. Irgendjemand hier im Forum hat richtiger Weise geschrieben, dass die Flut alle Boote hebt
da ist eine Menge Wahrheit mit dabei. Aber bitte nicht als Investment
so lange wir nicht wirklich in eine echte Hausse übergehen, sollten imho all die von vatapitta aufgezählten Pleiten-Pech-und-Pannen-Unternehmen gemieden werden. Ich habe diese Woche selbst erst wieder meine Abrechnung vom großen Panther bekommen 
Schönes Wochenende allen und Glück auf für die kommenden Monate ![smilie_blume [smilie_blume]](https://goldseiten-forum.com/wcf/images/smilies/smilie_blume1.gif)