Nun ist es aber bei Münzkatalogen so, daß unterschiedliche Erhaltungsqualitäten bereits berücksichtigt sind. Bei Münzen der Neuzeit werden die Preise für die Qualitäten schön (s), sehr schön (ss), vorzüglich (vz) und Stempelglanz (st) angegeben.
Nehmen wir mal als Beispiel eine Münze, die früher als Rar galt, heute aber recht oft bei ebay angeboten wird und die auch hier im Forum von vielen Leuten gern gehortet wird. Ich meine J 367, 5 Reichsmark - Paul von Hindenburg. Die Münze besteht aus 900 Silber also 12,5g fein.
Im Jäger-Katalog sind für den Jahrgang 1939 Prägestätte G folgende Preise angegeben:
ss: 30,-
vz: 65,-
st: 130,-
Wenn davon wirklich einmal ein Exemplar auftauchen würde, daß die Bezeichnung Stempelglanz auch verdient, würden die €130,- wohl erreicht, aber wie wahrscheinlich ist das? Um eine Stempelglanzmünze zu finden, muß man heute ungefähr 4 oder 5 Rollen bankfrischer Münzen durchsuchen und früher waren die auch nicht häufiger zu finden. Und alles andere wird deutlich unterhalb dieser Preise gehandelt.
Bedenke dabei, daß eine Münze in Stempelglanz völlig makellos sein muß. Die Definition aus dem Jäger:
"Wie bei den Erstabschlägen zeigen Münzen dieser Erhaltung den typischen metallischen Glanz einer ungebrauchten Münze. Sie sind maschinell hergestellt worden. Münzen mit Verletzungen, die mit bloßem Auge deutlich erkennbar sind, gehören zur nächsten Kategorie."
Na, wie viele Stempelglanzmünzen besitzt Du nach dieser Definition?
Gruß
mvd