Es gibt wenig Zweifel, dass Israels großangelegter Angriff auf den Iran unprovoziert und völkerrechtswidrig war. Aber wie sieht es mit der iranischen Reaktion aus? Ist sie politisch angemessen? Wie stark muss die militärische Antwort sein, um israelische Aggressionen zu bändigen? Oder setzt jeder Gegenschlag nur noch weitere Eskalationsspirale in Gang?
Drei unserer Autoren haben versucht, Antworten auf diese Fragen zu finden. Bisher sieht es nicht so aus, als ob Iran der israelischen Kriegsführung viel entgegenzusetzen hätte, meint Astrid Sigena. Auch die BRICS-Gruppe habe das israelische Vorgehen kalt erwischt. Gemeinsam legten BRICS und die Länder des Globalen Südens eine gefährliche Schwäche an den Tag, die zu weiteren Aggressionen Israels und – breiter gefasst, des Westens – geradezu einlädt.
Der russische Journalist Abbas Djuma vertritt hingegen die Meinung, dass die Reaktion Irans angemessen sei. "Iran wehrt sich mit der kontrollierten Steigerung der Gewalt", schreibt er in seiner Kurzanalyse für RT. Zugleich bleibe das Land bei seiner klassischen Position zur Entwicklung seines Nuklear-Potenzials: Eine Atombombe brauche die Islamische Republik nicht.
Unser Stammautor Rainer Rupp geht in seinem Artikel "Ein Schurkenstaat zeigt sein wahres Gesicht" mit der israelischen Aggression hart ins Gericht. Aber die vermeintlichen Erfolge Israels beim Erreichen seiner Ziele seien nur von kurzer Dauer: "Je länger der von Israel begonnene Krieg gegen Iran dauert, desto offensichtlicher wird Israels strategische Unterlegenheit."