Beiträge von ghost_god

    Hi,


    Etwas off-topic aber in dem Kontext, Nico: Ich folge den Reden selten, deswegen habe ich wenig Vergleich. Heute habe ich es mir mal angehört und interessant fand ich u.a. die Frage aus dem Publikum, warum sie Brexit als externes Risiko in ihre Entscheidungen einbezogen haben aber die US-Präsidentschaftswahl als Politik, mit der sich die FED ja angeblich nicht befasse, beiseite schieben und angeblich aus ihren Entscheidungen heraushielten. Trump scheint ja angedroht zu haben, im Falle seiner Wahl alte FED Protokolle einzusehen und nach Hinweisen zu suchen, dass die FED mit ihrer Niedrigzinspolitik - durch Wirtschaftsankurbelung - Obamas Regierung im Amt stärken woll(t)e. Auch das wurde von Journalisten heute zur Sprache gebracht. Yellen wird sicher Recht behalten, dass Politik in den Ausschüssen nicht besprochen werde aber es wäre doch sehr fahrlässig, wenn die FED mögliche Auswirkungen politischer Ereignisse in ihre Wirtschaftsprognosen und damit in ihre Geldmarktpolitik nicht einfließen ließe. Ergo dürfte die Wahl im November sehr wohl indirekt auch bei der nächsten Sitzung berücksichtigt werden und da Trumps Chancen zuletzt stiegen, halte ich auch im November den Zinsschritt für unwahrscheinlich.


    GG

    Bitte bedenken: Diese 80%, 90% Wahrscheinlichkeitsangaben, die hedda1 hin und wieder nennt, sind logischerweise nicht die tatsächlichen Wahrscheinlichkeiten für ein Ereignis, sondern ihr ganz persönlicher Glaube. Für jeden, der sein Geld am Markt auf eine solche bsp. 80% Wahrscheinlichkeit für Ereignis X setzt (hier hedda1 short), gibt es jemand anderen, der sein Geld mit prognostizierten 20% Wahrscheinlichkeit gegen den Eintritt von X setzt. Das Ergebnis bildet den Preis dort, wo kumuliert über alle 50/50 für hoch oder runter verbleibt.


    Hedda1 weiß genauso wenig wie andere, wie die Wahrscheinlichkeiten stehen und wo der Preis hin geht. Jeder hat seine persönliche Sicht und darf sich entsprechend positionieren. Tip: nicht blind anderen Leuten "nach traden" oder Entscheidungen von Sichtweisen anderer abhängig machen. Dann ist man auch nicht verunsichert, wenn es anders läuft als jemand anders es mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartet hat.


    EDIT: Will hier aber nicht ständig vom Kern ablenken... letztes post in diesem Thread. Sorry hedda und weiter viel Erfolg.

    Wenn das eigene Depot in einem Forum statt über beispielweise eine eigene homepage mit alleinigen Schreibrechten kommuniziert wird, liegt es in der Natur der Sache, dass im Forum über dieses Depot auch diskutiert werden darf und soll. Besonders, wenn neben der reinen Positionierung auch Marktmeinungen und vermutete Wahrscheinlichkeiten für bestimmte Bewegungen geteilt werden.


    Wir sind ja hier im Forum gerade um uns auszutauschen. Falls die Moderation das anders sieht oder hedda sich wünscht, dass über ihre Positionen nicht sachlich diskutiert wird, sondern der thread nur zum passiven Mitlesen dienen soll, bitte mitteilen.

    Hallo Haneu,


    Yellen hat jüngst in Jackson Hole erklärt, die FED habe bei Zinssätzen im langfristigen Mittel um 6% immer genügend Senkungspotential für Krisen gehabt. Man müsse, so ihre Ausführungen weiter, aber wohl davon ausgehen, dass im strukturell geänderten Umfeld langfristig nur noch ca. 3% vertretbar seien. In Kombination mit unkonventioneller Geldpolitik solle aber auch dieses halbierte Zinssenkungspotential ausreichend Stabilisierungskraft gegen Krisen entfalten - wenn sie nicht ungewöhnlich stark oder lang andauernd ausfielen. In diesem Kontext sprach Yellen die (störende) Null-Zinsgrenze an, die das Zinssenkungspotential eben begrenzt. Da die FED, wie erwähnt, logischerweise erst einmal auf wieder 3% (von aktuell 0.25-0.50%) kommen muss, um dieses im langfristigen Mittel halbierte Zinssenkungspotential als Schutz gegen Krisen nutzen zu können, steht man derzeit etwas schutzlos dar... und wird für kurz- bis mittelfristige Stimuli m.E. diese Nullzins-Grenze abschaffen. Um solche kurz- bis mittelfristigen Maßnahmen ging es mir oben.


    Ein anderer Punkt ist die Überschuldung aller großen Volkswirtschaften. Hier sind negative Zinsen von bsp. -5% über bsp. 10 Jahre sehr nützlich, um die Realverschuldung auf etwas versteckte Art zu senken. Das mag parallel auch in den USA irgendwann kommen.


    Nebenbei: Euro-Zone, Schweiz, Schweden und Japan haben alle bekanntlich bereits negative Geldmarktzinsen. Vertrauen schwindet bei Otto-Normalbürger deswegen noch nicht. Wird natürlich irgendwann kommen.

    Nach den jüngsten Zahlen sehen sich Yellen und Kollegen einem offenkundig schwächeren Wirtschaftsumfeld gegenüber, als noch kürzlich prognostiziert. Ich glaube nicht, dass die FED den Zins mittelfristig wieder auf ca. 3% heben kann, ohne eine ohnehin schwache Wirtschaft weiter abzuwürgen. Man wird es nicht machen und stattdessen die Nullzins-Grenze aus dem Weg räumen.

    Guten Morgen,


    Nach meiner Ansicht bleibt Gold auf aktuellem Level über alle Anlagehorizonte, von kurz- bis langfristig, ein Kauf. Die minimale Schwäche, die Gold aktuell knapp unter 1330 hält, wird im Laufe der Woche m.E. enden und das Dreieck noch im September nach oben verlassen werden. Wenn man sich die Rede von Yellen durchließt (http://www.federalreserve.gov/…peech/yellen20160826a.htm), fällt nicht eine mögliche baldige Zinserhöhung ins Gewicht, oder gar ob diese nun im September oder Dezember kommt, sondern es geht im Kern und größtenteils um die zukünftige Fähigkeit der FED, trotz einer heute anderen Finanzwelt angemessen auf Krisen reagieren zu können. Wenn man, so Yellen, wieder bei ca. 3% angekommen sei, habe die FED laut Studien unter Hinzuziehung neuer Instrumente ausreichend Möglichkeiten, Rezessionen und Krisen geldpolitisch zu bekämpfen - vorausgesetzt, die Krisen wären nicht ungewöhnlich stark und andauernd.


    "Ärgerlich" nur, dass man erst auf diese 3% kommen muss, um von dort den Spielraum für Zinssenkungen zu haben und "ärgerlich" auch, dass wir uns in keinem geopolitisch stabilem Umfeld befinden, in dem mit hoher Wahrscheinlichkeit ausreichend Zeit und Widerstandskraft vorhanden wäre, um über langsame Zinsschritte überhaupt auf diese 3% zu kommen.


    Auch Yellen sprach übrigens die Null-Prozent Grenze des derzeitigen Geldsystems und hypothetische Unterschreitungen an. Die Bargeldabschaffung war, wie auf den Startseiten hier zu lesen, ebenfalls offenes Thema:


    https://www.kansascityfed.org/…oodfriend-paper.pdf?la=en


    In diesem Papier wird einleitend auch nochmal eine interessante Zahl genannt: Die Staatsanleihen mit aktuell negativer Verzinsung addieren sich weltweit auf beachtliche 10 Billionen (= 10.000 Milliarden) USD. In diesem Kontext sollte man auch hier oft diskutierte COT-Daten und net long positions von sog. Spekulanten bewerten. Ich lese immer wieder Fragen wie "wo sollen die Käufer herkommen, wenn die Spekulanten schon so massiv investiert seien?". Für Nachfrage nach mehr Gold durch Umschichtung aus anderen, insbesondere bond-, assets ist mehr als ausreichend Spielraum.


    Eher geht bekanntlich das physische Gold als die elektronischen Dollar aus, wenn wir im Preis nicht massiv anziehen.



    Ich bleibe long.


    GG

    Ich würde intraday leicht unter 1330 im Gold nicht überbewerten. Die range 1330 - 1350 mit +- 5 USD intraday swing steht nach wie vor. Interessant m.E. der deutlich stärkere Abverkauf im Silber - auch bereinigt um dessen gemeinhin höhere Volatilität. Nach meiner Einschätzung ist das ein Zeichen für die Reduktion primär spekulativ orientierter Akteure. Dass Gold kaum folgt, legt nahe, dass die longs primär aus systemischen Gründen investiert sind und sich nicht durch enge stops abschütteln lassen.

    Lasst uns diesen guten thread nicht durch Randthemen kaputt machen.


    Es geht um Heddas Depot und weder die Forenregeln noch der Anspruch an guten Stil und Umgangston fordern für Ihre netterweise geteilten Marktsichten immer eine Begründung - ob nun bullish oder bearish.


    Ich teile ihre Einschätzung zu vor allem Gold aktuell nicht. Gerade in Bezug auf Wahrscheinlichkeiten. Und so ist sie aktuell short und ich long. Das ist Marktwirtschaft... nur so kommt Handel überhaupt zu Stande.


    Nochmals: Tolle Arbeit von Hedda.

    Ich lese Heddas Beiträge ebenfalls und uneingeschränkt sehr gerne. In einem Forum ist aber bekanntlich das Wechselspiel aus verschiedenen Meinungen und Ansichten der eigentliche Mehrwert - vorausgesetzt, es geht sachlich und qualitativ zu, was in diesem Thread m.E. die Regel ist. In diesem Kontext verstehe ich zumindest meinen Beitrag. Kurzum: toller thread, Diskussion zu vorgestellten Ideen und Marktsichten wie immer erlaubt.


    GG

    Hi,


    Vorab: Tolle Arbeit von hedda1.


    Schließe mich in der Sache zur aktuellen Markteinschätzung von EM, insbesondere von Gold, aber zwyss an. Fundamental ist die geld- und weltpolitische Lage heute weit brisanter und anfälliger für Schocks als das in 2008 beim Zusammenbruch erster Großbanken noch der Fall war und als in Folge über die kommenden Jahre neue ATHs erreicht wurden. In der aktuellen Lage sehe ich wenig downside bei Gold und rechne mit >1500 bis Jahresende / Q1. Auch danach sehe ich einen neuen Aufwärtstrend über mehrere Jahre mit neuen ATHs. Die geringe Vola der letzten Wochen dürfte dagegen bald zu Ende gehen...


    VG!