Hi Edel,
Wie so oft steckt der Teufel im Detail. Und so kommt man nicht umher, Begrifflichkeiten abzustecken, wenn ihre Verwendung Interpretationsspielraum läßt. Deswegen hatte ich versucht, den Begriff Manipulation im Kontext von Preisbildungen zu konkretisieren. Jedes Angebot und jede Nachfrage hat immer Einfluss auf den Peis und sei er noch so klein oder nur in der Art, dass gerade keine Peisveränderung eintrat, die ohne dieses Angebot / diese Nachfrage eingetreten wäre.
Wenn wir uns zunächst darauf einigen können, dass keine meiner drei Arten der externen Einflussarten (siehe Posting zuvor) vorliegt, können wir einen Schritt weitergehen. Angebot und Nachfrage wird also nicht vom Markt abgeschnitten und Peise werden nicht staatlich diktiert.
Uns bleibt zur vermeintlichen Manipulation also nur die Preiseinflussnahme durch Angebot oder Nachfrage. Du unterstellst, Angebot würde nur zu dem Zweck in den Markt gegeben, den Peis zu drücken. Ich halte das für eine These aber man kann sie vertreten. Die Frage ist jetzt aber, inwieweit das Manipulation ist. Inwieweit die Gründe weswegen ein Marktteilnehmer Gold nachfragt oder anbietet überhaupt irgendeine Rolle spielen. Wie schon gesagt, Gold ist eine Form des Geldes und niemand braucht es. Wenn jemand also Gold kauft oder verkauft einzig um den Preis zu beeinflussen, so bringt er niemanden damit in eine Zwangslage wie beispielsweise bei Nahrungsmitteln, Medikamenten oder Wohnungsmieten. Das Gold pendelt sich bei einem neuen Preis ein, auf den jeder auf diesem Globus frei handeln kann, aber niemand handeln muss. Wären genügend Marktteilnehmer der Ansicht, der Preis so zu niedrig, ließe die Nachfrage den Preis wieder steigen. Auch sprunghaft, wenn kein weiteres Angebot auf dem Niveau vorliegt.
Es ist demnach völlig egal, weswegen jemand Gold kauft oder verkauft. Und inwieweit er kurzfristig Einfluss auf den Preis hat. Ein freier Markt, in dem jeder Zugang hat, korrigiert solche Bewegungen extrem schnell. Es sei eben denn, es gibt zu wenig Nachfrage für höhere Preise und zu wenig Angebot für tiefere. Dann aber haben wir einen fairen Preis zu dem jeder nach Belieben handeln kann. Und so ein Preis kann ja wohl kaum manipuliert sein.
Kleine Einschränkung: da niemand Gold braucht, gibt es auch nicht DEN "fairen Wert". Wir Menschen neigen dazu, in Relationen zu denken. Und ob die Unze Gold, die niemand braucht, nun 100, 1000 oder 10.000 $ kostet, spielt keine Rolle. Wir neigen dazu nur die Wertveränderungen relativ zueinander wahrzunehmen. Was von 100 auf 1000 gestiegen ist, wirkt teuer. Umgekehrt empfinden wir als günstig. Und so mögen wir alle manipuliert sein in unser verzerrten Wahrnehmung, dass Gold dort handeln sollte, wo es handelt. Aber so funktionieren Märkte nunmal.
GG