@ YesWeCan: Dass meine persoenliche "Zukunftsprognose" nicht klar wird, liegt im Wesentlichen daran, dass ich z.Z. keine allzu feste Meinung zum weiteren Wirtschafts- und Boersengeschehen habe. Das schoene ist ja, dass ich nicht als Handelsblatt Schreiberling arbeite und taeglich irgendeine Meinung fuer die Leserschaft vertreten muss, nur damit mein Geschreibsel auch Absatz findet. Ich arbeite schon laenger im Finanzmarkt und habe noch keinen einzigen Analysten erlebt, der vergangene Kursbewegungen nicht vermeindlich erklaeren konnte oder zu zukuenftigen Kursentwicklungen auf Nachfrage keine wie auch immer geartete Vorhersage traf. Ein ehrliches "Keine Ahnung" wird man nicht finden. Das verkauft sich nicht.
Die Realitaet ist natuerlich ein riesengrosses, kollektives "keine Ahnung"-haben von zukuenftigen Entwicklungen. Vor allem in Situationen, in denen sich nicht diverse Muster aus vergangenen Entwicklungen im Einklang ueberlagern und an gewisse Wendepunkte heranlaufen. Klingt kompliziert, ist aber eigentlich ganz einfach. Gibt es hinreichend Datenmenge zu sehr aehnlichen Situationen der Vergangenheit und erreichen aktuelle Situationen gewisse Extrema, die historisch zumeist einen Wendepunkt im wirtschaftlichen, politischen oder finanziellen Umfeld markierten, so sind Zukunftsprognosen sicherlich vertretbar und sinnvoll. Das gilt im Grossen (Wirtschaftszyklen, politische Systeme, etc) wie im Kleinen (Intraday Charts, zwischenmenschliche Reaktionen, etc). In den meisten Faellen bewegen wir uns aber in gewissen Grauzonen, irgendwo zwischen den Extrema.
Ende 2008 war m.E. ein sehr guter Zeitpunkt, um Zukunftsprognosen auszusprechen.
Heute tendiere ich eher zum ehrlichen "keine Ahnung". Ich habe zwar Erwartungen, bin aber weitaus weniger von diesen ueberzeugt.
EDIT: Sehe gerade, dass sich Deine Frage an gruenundblau richtete. Aber interessant, unsere unterschiedlichen Antworten zu vergleichen.