Beiträge von ghost_god


    Soviel Paranoia? Statt Dich zu beschweren koenntest Du doch Gegenargumente bringen. Ich war lange bullish fuer Gold und Silber als Du dieses Forum noch gar nicht kanntest. Seit einiger Zeit bin ich bearisch und nehme einen kontraeren Standpunkt zur blinden Massenmeinung ein. In diesem Thread kann ueber die tatsaechliche Knappheit des Materials Silber - nicht verwechseln mit der speziellen Verarbeitung in kleine 31 Gramm Muenzen - diskutiert werden. Bisher sehe ich von Dir keine Argumente. Schade.

    Soso, Blödsinn. Dann erkläre mir doch bitte mal plausibel, wieso der Comex-Silberpreis so dramatisch einbricht, trotz "Prägen auf Hochtouren".


    Weil sich das "Praegen auf Hochtouren" auf Kleinstware in fuer den Silbermarkt irrelevante 31 Gramm Muenzform bezieht. Diese Nachfrage nach solch winzigen Einheiten bei einem so riesigen Markt spielt fuer den Preis eine untergeordnete Rolle. Zumindest z.Z.


    Es gibt mehr physisches Silber als Kaeufer zu aktuellen Preisen haben wollen. In den Warenhaeusern lagern solche Massen an Material, dass die Kleinstwaren in 31 Gramm Form einfach nicht ins Gewicht fallen.


    Oder noch anders: Die big boys verkaufen waehrend die kleinen Spekulanten kaufen. Das schreit nach fallenden Preisen. Silber in ganz spezielle Form verarbeitet (kleine runte 31 Gramm Kloetze) ist z.Z. aber knapp geworden. Deshalb nehmen sich die Muenzpraegeanstalten einen kleinen Teil des riesigen Industriebarren Kontingents und fangen an, akribisch auf Hochtouren diese kleinen runden Dinger zu praegen. Das dauert halt. Hat mit dem Industriewert von Silber aber nix zu tun.

    Es geht hier nicht um Deine grossmauligen Geschäftsideen sondern um den deutschen Silbermarkt und die Tatsache, dass ein hier ansässiger LBMA-Produzent keine Barren liefern kann. Schliesslich kaufen nur Numismatiker einzelne Unzen, Silberanleger grössere Beträge. Der Bezug eines 1000 oz Barren aus deutscher Produktion muss also günstiger sein als der nach hier importierte Comex-Barren zzgl. Transportkosten und Händlermarge.
    Ich wollte mit dem Beitrag im wesentlichen feststellen, dass die überall als "der Silberpreis" erwähnten und "jederzeit zur Auslieferung verfügbaren" Comex-Preise nur theoretischer Natur sind und für hiesiges echtes und lieferbares Silber nicht relevant. Und das hat nichts mit dem Produktgewicht zu tun.


    Wer über die Beschaffungsmöglichkeiten in D mehr weiss, darf sich gerne melden.


    Es gibt mindestens 100 LBMA zertifizierte Schmiedeanstalten weltweit, dass Degussa nichts liefert ist doch kein Argument gegen die "Kleinwarenknappheit". Du schreibst auch so schoen zynisch von den 1000oz Barren, die (Zitat) "angeblich an der Comex erhaeltlich sein sollen". Sie SIND an der Comex lieferbar - so ungern viele Silberbugs in Deutschland das vielleicht einsehen moegen. Und Deine Frage, wer Dir einen Comex Barren zum heutigen Preis verkauft sollte doch sicherlich implizieren, dass man einen solchen Barren eben nicht zum heutigen Preis bekaeme. Und das ist leider falsch.


    Bei einem effizienten Markt sollte die Differenz zwischen Einkauf (Standardbarren an der Comex), Umformung in Retailgrößen und Verkauf doch mittlerweile so hoch sein, dass es sich lohnt (oder ist verschiffen und Umformen so extrem teuer ? ).
    Die Nachfrage ist doch da. Wieso passiert es nicht? Die naheliegende Erklärung ist: die Comex liefert nicht mehr physisch aus!


    Sorry, das ich Bloedsinn. Selbstverstaendlich liefert die Comex aus. Wie stellst Du Dir das denn vor? Was braucht es, um einen 1000oz Barren in Muenzform zu bringen? Sicherlich einiges an aufwendigen Geraetschaften, genau. Nehmen wir an, Herr Arbitrage aus der Kleinstadt Effizienz mietet sich nun eine Schmiede und kauft die noetigen Geraetschaften + geschultes Personal. Aber was soll er dann fuer Muenzen anfertigen? Vielleicht welche mit grossem Smily vorne drauf oder eher welche in Herbstlook mit einem Ahornblatt? Er koennte auch RIP eingravieren und damit auf die boese, boese Comex anspielen, die es nach seinem genialen Plan bald ja nicht mehr geben kann. Wer kauft dann solche Silberkruecken? Meinst Du, die handelten zum gleichen Preis wie ein American Eagle oder ein Kookaburra? hehe... mit Sicherheit nicht. Herr Arbitrage kann gluecklich sein, wenn er die Dinger ueberhaupt in der Masse loswird.


    Und die grossen Muenzpraegeanstalten praegen auf Hochtouren so viel sie ueberhaupt koennen. Die haben Extraschichten an Wochenenden eingelegt um die Nachfrage nach Kleinstware in Deutschland zu befriedigen. Ist wie mit Touristen-Ware. Ploetzlich will jeder solche daemlichen T-Shirts mit "I Love NY" haben. Da gibt's nach einer Woche Knappheit und man muss nachfertigen. Der Stoff aus dem die Dinger gemacht sind ist deshalb aber nicht knapp... ;)


    Lieber Heinz,


    Damit auch Du es verstehst und dem Moderator nicht mit "was bist Du denn fuer einer" begegnen musst, hier ein paar Erklaerungen fuer Dich:


    Der allzu oft als Referenz herangezogene Spot-Preis der Comex ist ein Preis fuer physisches Silber in 1000oz oder 1100oz Barrenform mit +/- 6% Abweichung. Es werden KEINE 1oz Muenzen geliefert.
    Der Einfachheit halber weist die Boerse (und das war schon immer so) den Silberpreis in USD/oz aus. Dass ein gegossener 1000oz Industriebarren bsp. 10,000 USD kostet (Future Preis = 10 USD/oz) heisst aber
    nicht, dass deswegen eine winzig kleine 31 Gramm Stueckelung (1oz) in Muenzform genau ein tausendstel des Industriebarrens kosten muss. Der 1oz Boersenpreis ist ein auf eine Unze umgerechneter Preis
    von grossen Industriebarren. Wenn sich Menschen die Muehe machen muessen, solch gegossene Industriebarren in tausend kleine 1oz Stuecke zu teilen und diese dann noch zu lupenreinen Muenzen zu praegen,
    dann kostet das halt seinen Preis. Hier im Forum gibt es viele, die nur am Material interessiert sind und glauben, mit Muenzen genau das richtige zu kaufen. Das darf natuerlich angezweifelt werde, weil fuer
    den Arbeitslohn bezahlt wird und das besonders in Deutschland ganz ordentlich. In der Kette der Dienstleister kassieren zwischen 1000oz Industriebarren und 1oz Muenzform von New York bis Dorf XYZ in Deutschland
    so einige ihren Arbeitslohn + Gewinnmarge.


    Und wenn ich Deine Frage auf Dich beziehe, werter Heinz, dann bist Du einer, der Aepfel mit Birnen vergleicht und sich dann ueber den Preisunterschied beschwert. ;)


    Und noch noch ein bisschen Offizielles von den good delivery rules der Comex:


    "112.01 Tenderable Silver

    (a) In fulfillment of every contract of silver, the seller must deliver four (4) or five (5) bars of refined silver each cast in bars of l,000 troy ounces or l,l00 troy ounces with tolerances above and below said weights customary in the trade, weighing in the aggregate 5,000 troy ounces (6% more or less), assaying not less than 999 fineness and made up of one or more of the officially listed brands or markings as provided in Rule 112.04, current at the date of delivery of such silver.
    (b) Notwithstanding the provisions of paragraph (a) above, in ful¬fillment of an even number of contracts of silver a seller may deliver for each two (2) contracts of silver, eight (8), nine (9), ten (l0) or eleven (ll) bars of refined silver cast in bars of l,000 troy ounces or l,l00 troy ounces (in either case with tolerances above or below said weights customary in the trade), weighing in the aggregate l0,000 troy ounces (5% more or less), assaying not less than 999 fineness and made up of one or more of the officially listed brands or markings as provided in Rule 112.04 of these Rules current at the date of delivery of such silver; provided, however, that a seller may deliver bars cast in l,l00 troy ounces only if


    (i) such bars were placed in an Exchange-licensed warehouse or vault prior to April 29, l974 and have remained continuously in a licensed warehouse or vault to the time of delivery; or



    (ii) such bars were placed in an Exchange-licensed warehouse or vault on or after April 29, l974, have remained continuously in a licensed warehouse or vault to the time of delivery, and are being delivered in fulfillment of a contract of silver entered into on the Exchange prior to April 29, l974; or



    (iii) such bars are being delivered in fulfillment of contract of silver entered into on or after April 29, l974 by a party (or a successor in interest to such party) who received such bars in a transaction pursuant to (ii) above.




    (c) The Exchange will deliver to holders of vault or warehouse receipts covering l0,000 troy ounces of refined silver (5% more or less) and which pursuant to paragraph (b) of this Rule 112.01 may be used in fulfillment of contracts of silver on the Exchange, two vault or warehouse receipts, each for 5,000 troy ounces (6% more or less) of refined silver and otherwise meeting the quality and quantity requirements of paragraph (a) of this Rule 112.01 in exchange for each such receipt for l0,000 troy ounces of silver. All such exchanges will be effected at the sole cost and expense of the Exchange and in accordance with such regulations as the Exchange from time to time may adopt.


    ..."

    Die sind ja schliesslich die Quelle für das "grosse" Silber in D.


    Habs zwar schon in einem anderen Thread gepostet, aber hier ist die Info vielleicht besser aufgehoben: Die Allgemeine Gold- und Silberscheideanstalt Pforzheim (Degussa) wirbt auf Ihrer Homepage auch mit dem LBMA-Zertifikat, dass sie 2007 erhalten hat. D.h. dort werden die 1000 oz Barren hergestellt, die angeblich an der Comex erhältlich sein sollen. Mir wurde die Auskunft gegeben, ich könne in ca. 3 Monaten einen Barren haben, aber sie wären nicht bereit den Preis zu fixieren.


    Soviel zur angeblichen "Kleinwareknappheit". Wer verkauft mir einen Comex-Barren zum heutigen Preis ?


    Warum sollte sich jemand die Muehe machen und Dir einen Barren in den USA kaufen um ihn dann fuer Dich nach Deutschland verschiffen zu lassen? Du kannst nach freinem Belieben so viele 1000oz Silberbarren in den USA kaufen wie Dein Geldbeutel hergibt. Haette ich hier in D 5000 Abnehmer und kein Ausfallrisiko bei den Kaeufern zu befuerchten, wuerde ich in grossem Stil 1000 und 1100oz Barren an der Comex kaufen und sie nach D verfrachten. Aber die Nachfrage ist nicht da. Das ist Fakt. Hier werden 31 Gramm Muenzen gehandelt. Niedlich, aber nicht relevant fuer den Silbermarkt.

    der Boden bei physischem Gold sollte beim Herstellungswert, also ca. 500 $ Unze sein.


    Der Papiergoldboden ist beim inneren Wert = Null


    Warum sollte der Boden physischem Goldes bei Herstellungskosten liegen? Mal abgesehen davon, dass die Herstellungskosten eine Funktion diverser exogener Variablen sind, und damit variiren, stellen die Herstellungskosten lediglich den Preis dar ab dem keine zusaetzliche (!) Ware zur bereits verfuegbaren (aber nicht gebrauchten) Ware auf den Markt kommt. Wenn Du schon von solchem tail risk (extrem unwahrscheinliche Ereignisse) sprichst dann solltest Du Dich fragen, warum es zwingend fuer Gold < Herstellungskosten Kaeufer geben sollte. Verkaeufer kann es < Herstellungskosten ohne weiteres geben weil Ware in Massen gelagert statt verarbeitet wird. Aber Kaeufer? Kann sein, muss aber nicht. Folglich ist Dein tail risk Boden ebenfalls bei Null.


    So oder so aehnlich werd ich diese Krise vielleicht mal meinem kuenftigen Sohn erzaehlen.... hoert sich einfach spannender und spektakulaerer an. Danach gibt es noch alte Geschichten von Heman und Skeletor und fuer die Tochter die Geschichte vom Storch und den Babys.


    Unter Erwachsenen erinnert das eher an Stammtisch-Parolen ;)

    Hat denn irgendjemand eine Ahnung, wer heute wieder massiv Gold, Silber, Platin, Palladium auf den Markt geschmissen hat?


    Welchen Zweck haben diese Verkäufe?
    Braucht da dringenst jemand Geld oder vermuten da welche, die Edelmetalle sind viel zu teuer?


    Wahrscheinlich werden Positionen liquidiert um den Hebel durch Fremdkapital im Portfolio zu reduzieren (deleveraging) - andere antizipieren diesen Trend und handeln entsprechend.


    Zudem duerften sich die fundamentalen Aussichten beim Silber (und vor allem bei Platin und Palladium) stark eingetruebt haben. Die Industrielle Nachfrage duerfte kuenftig stark einbrechen und einen monetaeren Charakter haben diese Metalle nach wie vor nur bei sehr wenigen Individuen.

    das nehme ich auch und immer noch an ...


    allerdings muß man hier m.E. mit einem Zeithorizont von einem (oder mehreren? ) Jahren und nicht von Tagen rechnen!


    Geschichtlich mag es spaeter einmal als Wendepunkt auf einer laaaangen Zeitachse verstanden werden. Wahrscheinlich zu recht. Aber als Investor interessiert mich der tatsaechliche Wendepunkt mit wenig Unschaerfe. Was nuetzt mir ein (oder mehrere) Jahre verfehltes Timing in Zeiten aktueller Volatilitaet und Trendstaerke. Ich nahm Dax 6000 bis Ende des Monats und 15000 in 3-5 Jahren an. Das war, wie es aussieht, ein Luftschloss ;)


    Aktienbestaende sind vorerst wieder liquidiert mit marginalem Verlust nach kurzen Buchgewinnen am Montag.


    Interessant fand ich Milly's Kommentar zu Zwangshypotheken die ja auch schon seit Jahren hier diskutiert wurden. Ich halte solche Enteignungen fuer extrem unwahrscheinlich und der Allgemeinheit (und vor allem dem einzelnen) schwer vermittelbar. Solange man genuegend Familie fuer Eigenbedarf in jedem Objekt hat, sollte der Schutz des selbstgenuzten EFH Rettung bringen.


    Sehr schoener Beitrag Milly. Aehnliche Gedanken mache ich mir auch. Wie schuetzt man z.Z. am besten Vermoegen. Ich hatte angenommen, dass die juengsten Staatsgarantien und massiven Zentralbank-Interventionen den Wendepunkt von Deflation zu Inflation markierten. Bisher scheint das nicht der Fall und mittlerweile kann ich mir eine noch deutlich laengere und staerkere Deflation mit allen Folgen fuer die Realwirtschaft vorstellen bevor - wenn die wenigsten noch Vermoegen haben - die Inflation mit voller Wucht zuschlaegt. Das deleveraging der hedge funds und banken wird in kleinerem Stil auch beim Haeuslebauer stattfinden. Auf Kredit finanzierte Autos werden abgestossen werden muessen, Urlaub faellt reihenweise aus weil kein cash am Monatsende uebrig ist und die Bank mal wieder den Dispozins erhoeht oder den Rahmen komplett gestrichen hat. Natuerlich muss das Ziel sein, Vermoegen ueber die Deflation zu retten um von den dann voellig unterbewerteten assets in der folgenden Inflation und der spaeteren Beruhigung zu profitieren. Irgendwann kann man sicherlich auf Einkaufstour bei Mehrfamilienhaeusern und AKtien gehen - nur wann und mit wieviel leverage?


    Ich verzichte seit Jahren auf Steuervorteile aus Krediten auf vermietete Immobilien und versuche schuldenfrei zu bleiben um in Zeiten wie diesen nicht ueber zu viel leverage an die Wand gedrueckt zu werden. Bisher hat sich diese Strategie bezahlt gemacht - auch wenn mein Steuerberater mich fuer verrueckt erklaert hat. ;)


    Vielleicht ist es vorerst das beste, weiter auf cash zu sitzen, einen kleinen Prozentsatz in physischem Gold zu haben und langsam (!) erste Aktienpositionen aufzubauen. Schulden sind z.Z. toedlich und sollten vermieten werden.


    Witzig, dass Du auf die Ironie hinweisen musstest... ;)


    Dax 7500 bis Jahresende? Warum nicht? Gold 450$? Warum nicht? Die Panik ist raus, Vertrauen zurueck im Markt.

    Ueber diese Passage in einem Papier, welches auf den oeffentlichen Seiten der FED zu finden ist - eine offen ausgesprochene "Drohung" gegen die Deflation, hatten wir hier schon oefters diskutiert. Die Erhoehung der Geldmenge durch die "Electronic Printing Press" funktioniert eben nicht mehr, da die privaten Banken diejenigen sind, die Geld in Umlauf bringen, nicht die FED oder die Regierung bis auf wenige Ausnahmen. Ben kann so oft wie er will auf den M3-Knopf seiner "Electronic Printing Press" druecken, das Geld zirkuliert eine Weile im Bankensystem, wird aber nicht in Form von Krediten von Banken vergeben, weil Banken ploetzlich die Risiken und ein damit verbundenes bedrohliches Leveraging fuerchten wie der Teufel das Weihwasser. Dies ist schon seit mehreren Monaten zu beobachten. Das Geldsystem ist defekt, der Kreditfluss trocknet aus, laufende Kredite fliessen aber weiterhin an die Banken zurueck, die Geldmenge im Wirtschaftskreislauf schrumpft daher = Deflation. Einzig direkte Geldverteilungsaktionen durch die Regierung an den Banken vorbei (Tax-Credit-Checks) funktionieren noch, also die Hubschraubereinsaetze im wahrsten Sinne des Wortes, sind aber im grossen Massstab bei den heutigen Geldmengen voellig impraktikabel.


    Was passiert mit dem leverage der Geschaeftsbanken bei unveraendertem Kreditgeschaeft wenn die Zentralbankgelder immer weiter steigen? Richtig, er sinkt. Stell Dir als Extremszenario einen negativen leverage vor und schon kommt die Geldmenge auch in der Realwirtschaft an. Banken werden wieder umfangreich Kredite vergeben nur duerften sie das credit risk kuenftig hoeher bewerten. Dann kostet der so geliebte Konsumkredit eben 20% statt 8%.

    Vielleicht bin ich zu optimistisch, ja. Mal schauen. Aber als ich Ende letzter Woche massiv Aktien kaufte und staendig erneut meine Bank anrief um noch mehr nachzukaufen, da sagte meine Bankerin nur "ganz schoen mutig, JETZT Aktien zu kaufen". Da standen wir bei 4300 und ich erwiderte "ganz schoen mutig, jetzt KEINE Aktien zu kaufen". Jetzt stehen wir 2 Boersentage spaeter bei ausserboerslich 5215 aktuell. Haette ich letztes Jahr bei Dax 8000 gekauft, haette ich sicher keinen solchen Kommentar gehoert.


    Jemand hat mal gesagt, dass das Problem der meisten Menschen sei, dass sie Geschehnisse immer in die Zukunft extrapolieren muessten. Dass sie glaubten, gute Zeiten haetten ewig Bestand oder schlechte wuerden niemals wieder besser werden. Aehnlich ist es an der Boerse. Zustaende werden extrapoliert ohne den Zeitpunkt des Umbruches zu erkennen.


    Ich denke, wir sehen z.Z. einen Umbruch an den Aktienmaerkten. Die Zentralbanken und Regierungen der ganzen Welt haben sich entschieden, weitere Kursstuerze an den Aktienmaerkten mit allen Mitteln zu verhindern. USD Tender werden nicht mehr in begrenzten Geldmengen begeben, sondern zum festen Zinssatz in unbegrenzten Geldmengen. Es wird unter diesen Umstaenden zu keinen Kursen <4000 im Dax kommen. No chance.


    Die upside ist dagegen genauso unbegrenzt wie die USD Tender. Dax 7000 bis Jahresende mag zu optimistisch sein, aber Dax 15000 in 3 Jahren ist mein 2. Tip.




    ;)

    Btw, dieses Renditestreben ist fuer mich ein Hobby von dem sich andere Hobbies noch finanzieren lassen. Insofern happy days. Das aendert aber nichts daran, dass ich genauso wie andere mir Sorgen um die Auswirkungen auf die Realwirtschaft mache. Nicht, weil es mir unbedingt schlechter gehen wird sondern weil viele Menschen ohne eigenes Verschulden ggf hart getroffen werden. Und das ist einfach traurig.


    Ich werde deswegen nicht aufhoeren, mein Erspartes zu investieren und mich als boeser Spekulant ueber Gewinne zu freuen aber es entsteht manchmal ein sehr einseitiger Eindruck wenn nur ueber das Finanzielle gesprochen wird.


    Dazu habe ich eine Meinung, aber die ist immer nur Teil einer Gesamteinstellung. Im Forum moegen meine Beitraege isoliert betrachtet oft arrogant wirken - das liegt an den Themen.


    Hoffen wir, dass das Fehlverhalten der Banken keine allzu grossen Verwerfungen bei den weniger Verdienenden verursacht.

    @ Zweifler:


    Stimmt, die Kursgewinne sind natuerlich wegen des Rettungspaketes entstanden. D.h. der Aktionaer hat heute Gewinne deswegen gemacht. Aber wer haette die Verluste gemacht, wenn es anders gekommen waere? Richtig, der Aktionaer. Er ist die Risiken eingeganen, also sollte auch er die Gewinne verdient haben. Es stand jedem frei, Aktien zu kaufen. Und es war ganz sicher nicht klar, dass es so kommen wuerde. Sonst waere der Dax am Freitag bereits auf 5100 gestiegen. By the way, wir handeln ausserboerslich bereits bei knapp 5200. Und dass man ohne Geld zu haben Geld nicht vermehren kann, sollte klar sein. Da bietet es sich fuer die Masse manchmal an, weniger zu konsumieren und mehr zu sparen. Dann laesst sich an Tagen wie Freitag auch investieren. Ich habe so schon als Zivildienstleistender mein Geld verdient - dafuer braucht es kein 6-stelliges Gehalt.


    6000 bis Ende des Monats m.E. realistisch.


    Und damit meine ich nicht Gold ;)