Sieht so aus, als waere es nicht unvernuenftig gewesen, Gewinne vorerst mitzunehmen. m.E. sollte um die 430 $ aber ein guter support stehen.
rgds
17. Februar 2026, 05:44
Sieht so aus, als waere es nicht unvernuenftig gewesen, Gewinne vorerst mitzunehmen. m.E. sollte um die 430 $ aber ein guter support stehen.
rgds
Eldorado,
das Thema ist durchaus interessant. Ich selber stelle mir seit einiger Zeit die Frage, wieviel Geld man "guten Gewissens" in physische Edelmetalle investieren kann, ohne sich dabei zu grosse Sorgen um einen evtl. Diebstahl machen zu muessen. Es geht mir dabei gar nicht um relative, sondern vielmehr um absolute Zahlen. Ab einer gewissen Groessenordnung tuen sich bei mir Zweifel ueber die Sicherheit auf, wie sieht es bei Dir aus?
Wenn ich EUR xxxx auf meinem Konto habe, stelle ich mich zwar dem langfristigen Entwertungs- und Bankenausfallrisiko, kann allerdings kurz- bis mittelfristig gut schlafen. Mit Goldmengen im 2 oder 3 stelligen KG Bereich sieht das schon anders aus.
mfG
Eldorado, ich stimme Dir 100%ig zu.
Goldy ging's nur darum, den Unsinn eines Gold/Oel Ratios anzudeuten.
Wie Du selber sagst, es sind halt zwei voellig unterschiedliche Dinge...
Das muss nur GSP-Komet noch einsehen ![]()
Ne andere Sache:
Die Dresdner Bank hat mir vorhin einen Preis fuer 1 kg Silberbarren gestellt: EUR 172.70 auf EUR 205.70. Als ich sagte, da kaeme ja noch MwSt. hinzu, sagt die Dame "nein, nein... die ist bereits enthalten!" Sie war sich ganz sicher, haette so in ihrem Computer gestanden...
Hab 250 kg bestellt, worauf sie etwas verwirrt sagte, sie muesse kurz telefonieren und die Verfuegbarkeit, sowie die MwSt. Sache klaeren....
Rueckruf: Doch keine MwSt. enthalten
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Eine andere Bank verlangt pro Barren und pro Muenze (!) 12 Euro (!!!!) Bearbeitungsgebuehr + 20 Euro fuer den Liefertransporter beim Verkauf und 40 Euro beim Ankauf (aus Sicht der Bank). Wer da also eine Unze Silber fuer 8 oder 9 Euro erwerben moechte, zahlt nochmal 12 Euro Gebuehr oben drauf...
Leute gibt's ..
Mir hat Goldys Bemerkung gefallen. Er spielt geschickt auf die gewaltigen Unterschiede zwischen der fundamentalen Lage beim Oel einerseits und der fundamentalen Lage beim Gold andererseits an.
Was Du erwiderst, Eldorado, ist genau das, was Goldy vielen hier Lesenden klar machen moechte: Dass Gold nicht verbraucht wird, sondern in bestimmter Menge vorhanden und zusaetzlich regelmaessig gefoerdert wird. Oel hingegen wird verbraucht, es wird staendig weniger, bis der Menschheit irgendwann nichts mehr bleibt, als die Erinnerung ans gute, alte Oel.
Sein Beitrag passte m.E. sehr gut zum Thema der letzten Beitraege: Das Preisverhaeltnis von Gold zu Oel. Einfach nur den Quotienten zu betrachten ist eben ein wenig zu simpel...
Meine Meinung zum Thema kennt ihr.
Goldy scheint es aehnlich zu sehen.
mfG
Daumen druecken - bin ein paar Tage out of the office und kann den Markt eh nicht beobachten. Da ist man lieber flat.
good luck in the meantime!
Eldorado,
ja, sieht wohl leider so aus. Meine Gold Calls haben ca. 10% seit gestern verloren - war mal wieder zu gierig ...
Bin aber ebenfalls in Wartestellung, um bei tieferen Kursen wieder long zu gehen. Wenn jetzt die 450 gestuermt wird, waer's zumindest aus meiner Sicht aergerlich.
Warten wir's ab!
Hab all meine Gold Calls vorerst verkauft - Bruch der 440, die juengsten CoT Daten und das schwaechelnde Oel sprechen kurz- bid mittelfristig m.E. fuer weiteres Abwaertspotential.
Man muss auch mal Gewinne mitnehmen koennen ![]()
mir auch nicht...
m.E. aber nur von kurzer Dauer - nach dem juengsten Anstieg im Preis und vor allem in den Longpositionen der large specs war eine Korrektur ueberfaellig.
Bauen wir drauf, dass es schnell wieder dreht ..
Was mir gefaellt, ist die z.Z. steigende Vola beim Gold. Deutet m.E. auf zunehmende Nervositaet, steigendes Interesse bei Spekulanten/Investoren und in absehbarer Zeit auch hoehere Kurse hin.
Hallo yoyo,
ZitatAlles anzeigen@ghost
wieso tust du dir das an ?
Danke für die Erklärung mit den MM. Heisst das dass der MM auch kauft und verkauft ?
Das mit dem Brief von der BuBa war aber ein guter Witz.
Mich würde interessieren ob ein OS Experte mal selbst zockt oder lässt er die Finger davon. Du könntest Kohle ohne Ende machen.
Gruss
yoyo
no prob. Ein typischer Market Maker ist z.B. ein Emittent eines Optionsscheines. Er quotiert zu jedem Zeitpunkt waehrend des fortlaufenden Handels einen An- und Verkaufspreis. Der Spread zwischen diesen beiden Kursen ist im vorwege auf einen festen Absolutwert fixiert - er kauft und verkauft also je nach Interessenlage der Investoren/Spekulanten. Ohne einen solchen Market Maker gaebe es wie angesprochen entschieden weniger Liquiditaet.
Die meisten Option Trader, die ich kennen, handeln privat sehr wenig bis gar nicht. Gleiches gilt aber auch fuer die meisten Future Trader die ich kenne. Grund ist aber all zu oft die fehlende Zeit neben dem Job, wer Zeit nebenbei hat, handelt normalerweise auch privat sehr viel.
Das mit dem Brief von der Deutschen Bundesbank war im uebrigen gar kein Witz - ich habe die Verantwortlichen vor einigen Jahren mit einigen Fragen angeschrieben und entsprechende Antworten erhalten.
schoene gruesse.
das weiss er selber nicht ![]()
Hoert sich nur gut an..
Dann rechne ich mal mit 4 Tagen - irgendwelche anderen unbegruendeten Meinungen?
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Ein lesenswerter Artikel zum Thema USA, Waehrungen, etc.:
Bretton Woods II
Rainer Sommer 16.08.2005
Wahnsinn mit Methode
Der Zustand des internationalen Finanzsystems sorgt unter Fachökonomen für Kopfschütteln: in den USA explodieren private wie öffentliche Verschuldung, die USA konsumieren die weltweite Überschussproduktion und lassen sich das von den Exporteuren finanzieren. Während den Professoren ein Abbau der Ungleichgewichte unumgänglich scheint, sanken die langfristigen Dollar-Zinsen zuletzt sogar noch weiter und der Dollar-Aussenwert legte gegenüber dem Euro kräftig zu. Das widerspricht zwar allen Gesetzen der Ökonomie, ist aber schon so lange Realität, dass sich mit Bretton Woods II nun ein Name für die neue "monetäre Weltordnung" etabliert hat. Demnach hätten die USA und China ein System fixer Wechselkurse geschaffen, dass es den Chinesen erlaubt, so viel in die USA zu exportieren, wie nötig ist, um 200 Millionen Chinesen von der Landwirtschaft in produktivere Bereiche zu holen. Da die produktive chinesische Wirtschaft jährlich aber maximal 20 Millionen Menschen aufnehmen kann, sollte das System noch für wenigstens zehn Jahre stabil bleiben – das "Twin Defizit" der USA müsste also weder beseitigt werden, noch sollte es bis auf weiteres Anlass zur Sorge geben.
Während die BW2-These an der Wall Street begeistert aufgenommen wird, wundert es auch nicht, dass die jüngste Mini-Abwertung des chinesischen Yuan es auf die Titelseiten der internationalen Zeitungen geschafft hat. Neuerlich sind sich die Experten uneinig, so könnte das einerseits den Anfang vom Ende von BWII bedeuten, andererseits aber auch dessen Fortbestand garantieren.
Seltsame Bereitschaft, die US-Defizite zu finanzieren
Nach makroökonomischem Grundwissen ist alles klar: Die USA hätte ihre erdrückende Schuldenlast längst mit einer gröberen Rezession bezahlen müssen, denn seit Jahren geben sie sich einem Konsumrausch hin und importieren mehr als doppelt so viel, als sie exportieren. Diese ökonomische Realität wird mit im Ausland aufgenommenen Geldern finanziert, die nach Auffassung der US-Notenbank FED einfach wegen der besseren Ertragschancen in die USA fließen.
Während die restliche Welt ihren Konsum einschränkt und spart (Europa) oder investiert (Asien), tendiert die Sparquote in den USA inzwischen gegen Null, so dass auch die Auslandsinvestitionen der USA mit ausländischen Mitteln finanziert werden müssen. Diese sind freilich wesentlich billiger: Tatsächlich rentieren amerikanische Anlagen im Ausland mit vier Prozent und somit wesentlich höher als die ausländischen Investitionen in den USA, die laut den Statistiken der BIZ im Schnitt magere 2,6 Prozent Jahresrendite abwerfen.[1]
Wegen dieser geringen Rendite, die für Hartwährungsländer zudem wegen der Dollarabwertung negativ werden kann, sollten 'effiziente' internationale Finanzmärkte längst nicht mehr bereit sein, das Budget-Defizit und den privaten Konsum weiterhin zu derart günstigen Konditionen zu finanzieren. Das würde drastisch höhere Zinsen und einen massiven Dollareinbruch bedeuten, wobei dem durchaus auch ein echter 'Chrash' an den Finanzmärkten vorausgehen könnte - welche nun schon für eine ungewöhnlich lange Zeit (seit 1987) ausgeblieben sind! Aber während diese längste ungebrochene Aufschwungphase der bekannten Geschichte seit Anfang der 90er Jahre ungebrochen anhält, staunen die Professoren und befürchten das Schlimmste.
China und die USA
Sehr zur Erleichterung der Wall Street hat sich inzwischen allerdings eine Theorie etabliert, die unter dem Stichwort Bretton Woods II, eine Erklärung dafür bietet, was in der Weltwirtschaft tatsächlich vorgeht - und warum es noch für wenigstens eine Dekade genau so weitergehen könne.
Jedenfalls traten die durchaus renommierten US-Ökonomen Michael Dooley, Peter Garber und David Folkerts-Landau (DGF) - allesamt übrigens im Solde der Deutschen Bank - bereits seit September 2003 den Krisenpropheten entgegen, die wegen des ausufernden Twin-Defizits bei US-Handelsbilanz und -Budget den baldigen Kollaps von Dollar und US-Schuldtiteln prophezeien. "Bretton Woods" steht dabei für das System fixer Wechselkurse, auf das sich die USA und Großbritannien schon 1944 im gleichnamigen US-Wintersportort geeinigt hatten. Damals löste der Dollar das britische Pfund als Welt-Leitwährung ab, an die alle anderen wichtigen Währungen mit fixen Wechselkursen gebunden waren. Die FED hatte sich seinerseits verpflichtet von ausländischen Notenbanken präsentierte Dollars gegen eine festgelegte Menge Gold zu tauschen. Als die USA in den 6oer Jahren aber den Vietnam-Krieg mit Hilfe der Notenpresse finanzierten und ihre Inflation in die Welt exportierten, waren sie 1972 gezwungen, den Goldstandard – und damit das Bretton Woods-System fixer Wechselkurse - aufzugeben.
DGF zufolge bestehe heute wieder ein informelles, aber dennoch stabiles System mit fixen Wechselkursen. Im Zentrum stehen die USA und die Peripherie – die bei Bretton Woods I von Deutschland und Japan gebildet wurde –, wird von China angeführt. Um soziale Unruhen zu vermeiden, müsse China etwa 200 Millionen Arbeitskräfte von der landwirtschaftlichen Produktion in moderne Wirtschaftssektoren überführen. Das könne mit einer Jahresrate von maximal 10 bis 20 Millionen geschehen, weshalb China noch für eine, wenn nicht zwei Dekaden die bisherige Strategie exportgetriebenen Wachstums – und damit Bretton Woods II - aufrecht erhalten müsse.
Das System könne so lange bestehen, so lange es den Interessen der Teilnehmer dient, meinen die Autoren. Chris P. Dialynas, Managing Director bei PIMCO, einem der weltgrößten Bondhändler, beschreibt bei einem Investorentreffen die neue finanzielle Weltordnung BW II als halb-offizielle Wechselkursvereinbarung zwischen den USA und den asiatischen Exportnationen:
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Die Notenbanken der USA und Japans produzieren Geld, das vor allem über Hypothekarkredite an US-Konsumenten weitergereicht wird. Die Amerikaner können damit über fixierte Wechselkursrelationen zu niedrigen Prisen asiatische Exportgüter konsumieren, während Asien mit den im Export verdienten Dollars US-Anleihen kauft und so US-Konsum und US-Budgetdefizit finanziert. Am Anfang stehen die expansive Geldpolitik der USA und eine hohe Sparneigung in Asien (und auch in der EU), während es die viel zu niedrige Fixierung des Wechselkurses ist, die den Kreislauf am Laufen hält.
Nun hat sogar die Bank für Internationalen Zahlungsverkehr (BIZ), die einflussreiche "Zentralbank der Notenbanken", der Theorie in ihrem jüngsten Jahresbericht eine Diskussion gewidmet. Die BIZ konnte sich allerdings nicht zu einem abschließenden Urteil durchringen, was von BW II zu halten sei. Man stellt allerdings dezidiert fest, dass die Ungleichgewichte langfristig unhaltbar sind. Nur wie ihr Abbau erfolgen werde, sei ungewiss, denn man befinde sich in einer historisch einzigartigen Situation globalisierter Finanzmärkte, wobei zudem mit dem Boom der Hedge Fonds neue und unberechenbare Marktteilnehmer dazugekommen sind. Jedenfalls soll in den Gängen der ebenso einflussreichen wie unbekannten Basler Finanzinstitution, wo sich die Notenbanker der Welt alle zwei Monate zu diskreten Gesprächen treffen, die Angst vor einem weltweiten Finanzcrash nicht vollständig gebannt zu sein.
DGF argumentieren hingegen, dass die Notenbanken Chinas und anderer Exportnationen noch für Jahrzehnte bereit sein werden, die US-Defizite über Käufe von US-Staatsanleihen zu finanzieren – und somit das Krisenszenario verhindern. Denn um nicht aus den Exportmärkten gedrängt zu werden, müssten Chinas Konkurrenten dem Beispiel folgen, so auch Europa, das laut DGF künftig ebenfalls dazu übergehen müsse, Dollar-Papiere zu kaufen, um seine Währung zu schwächen. Andernfalls würden die Hartwährungsländer die Folgen des Arrangements weiterhin alleine tragen, und ihre Sachgüterproduktion durch die ungünstigen Währungsrelationen weder am Heimatmarkt noch in den USA besonders erfolgreich absetzen können.
Der öknomische Zwang
Wie bedeutend der Dollarkurs für die europäische Wirtschaft aber tatsächlich ist, zeigen die jüngsten Umfragen zum Wirtschaftsklima: Kaum wurde der Dollar zuletzt ein wenig stärker, hellte sich die Stimmung unter den zuvor noch recht depressiven deutschen Managern überraschend und deutlich auf, und auch die Prognoseinstitute hoben ihre durchwegs düsteren Wachstumsprognosen zuletzt wieder ein wenig an. Wobei die Situation noch dadurch verschärft wird, dass BW II auch eine gewaltige Kreditexpansion in China bewirkt, die dazu führt, dass viele chinesische Unternehmen ihre Kredite in den Verkaufspreisen kaum berücksichtigen und am Weltmarkt dadurch noch günstiger anbieten können. Außerdem fließen große Mengen der europäischen Ersparnisse in die USA, was den europäischen Konsum reduziert. Nicht zuletzt treibt das im BW II-Gebiet konzentrierte Wirtschaftswachstum den Öl- und andere Rohstoffpreise hoch und heizt so auch im stagnierenden Europa die Inflation an.)
Voraussetzung für das Funktionieren von BW2 ist das Vertrauern der Finanzmärkte, das sich in der Höhe der Risikoprämien ausdrückt, die für höhere Risiken geboten werden müssen. Diese Prämien bewegen sich seit Jahren auf historischen Tiefstständen, wobei unklar ist, ob die Finanzmärkte die Risiken zu recht als geringer einschätzten oder ob einfach die überschießende Liquidität dazu geführt, zu viel Nachfrage nach Risiko zu erzeugen.
Das Finanzsystem bilden internationalen Großbanken sowie diverse Investment- und Hedge-fonds, für die hinter Tausenden von Terminals Trader sitzen, die versuchen, durch aktives Handeln Gewinne oder günstige Preise zu erzielen. Sie halten dabei zumeist gegenläufige, in Summe oft ausgeglichene Positionen, mit denen zu minimalen Transaktionskosten täglich aber Hunderte von Millionen umgesetzt werden. Dazu kommen 'Carry-Trades', wobei die billig erhältlich Liquidität in höher rentierliche Anlagen oder Währungen investieret und die Differenz eingestrichen wird. Das schaukelt sich zu so gewaltigen Umsätzen hoch, dass die Käufe der Notenbanken dagegen vergleichsweise bescheiden anmuten. So werden an den internationalen Devisenmärkten täglich Transaktionen im Wert von rund 1,5 Billionen Dollar durchgeführt.
Der Job der Trader ist es zumeist zu ahnen, wie die anderen Marktteilnehmer auf die aktuelle Top-Meldung der Informationsagenturen Bloomberg und Reuters reagieren. "Reale" Geschäfte, die an den Märkten nur einen Bruchteil der Umsätze ausmachen, beeinflussen über die Marktpsychologie die Preise. So reagierten die Märkte zuletzt extrem sensibel auf Äußerungen von Notenbankern über ihre künftige Neigung, Dollars zu kaufen. Und da die Oppositionsparteien in den BWII-Staaten – so vorhanden – regelmäßig die effektiven oder möglichen Verluste aus einer Dollarabwertung thematisieren, sehen sich häufig auch Regierungsvertreter genötigt, Umschichtungen aus dem Dollar anzukündigen.
Diskussion über den Zeitpunkt des Zusammenbruchs
Seit Jahren steigt an den Finanzmärkten zudem der Stress, wenn die USA ein neues Rekord-Leistungsbilanzdefizit bekannt geben, sobald der Immobilienmarkt zu hohe Preissteigerungen meldet. Alles, was die Händler an die verdrängten Risiken erinnert, bringt die Marktteilnehmer ins Dilemma. Bei einem radikalen Kippen der Stimmung in einen echten Crash, wie es zuletzt 1987 vorgekommen ist, fürchtet jeder, ins fallende Messer zu greifen und plötzlich mit gewaltigen Verlusten zurück zu bleiben. Seither werden Verkaufswellen schnell als günstige Einstiegschancen gesehen und die Märkte stabilisieren sich sehr rasch. Die Vorsichtigen haben daher in den letzten Jahren wohl zu viele Gewinne liegen lassen, um nun noch in großer Anzahl im Amt zu sein - umso beruhigender wirkt die BWII-These auf die Märkte.
Freilich haben sich inzwischen auch etliche Top-Ökonomen zu Wort gemeldet und die BW II-Hypothese mit ungewöhnlich harschen Worten kritisiert. An vorderster Front stehen dabei Fred Bergsten, der Chef des Institute for International Economics (IIE), dem offiziellen Beratergremium der G8, Barry Eichengreen vom National Bureau of Economic Research, und Nouriel Roubini von der Stern-Businessschool, aber auch internationale Finanzinstitutionen wie die OECD und die Bank für Internationalen Zahlungsverkehr (BIZ) beteiligen sich an der Kritik. Die Diskussion dreht sich inzwischen vor allem darum, wie lange die wechselseitige Abhängigkeit der USA und ihrer BW II-Handelspartner noch bestehen könne. Etliche Kommentatoren nennen dabei als wahrscheinlichsten Termin für einen Zusammenbruch den Jahresbeginn 2006, die Zeit von Alan Greenspans Rücktritt. Denn derzeit, davon ist jedenfalls Steven Roach, Chefökonom von Morgan Stanley, überzeugt, würden die Finanzmärkte davon ausgehen, dass Greenspan sofort als Käufer aufzutreten werde, sollte es bei US-Staatsanleihen oder bei Anleihen der 'State sponsored'-Hypothekarinstituten, die inzwischen fast so viele Anleihen ausstehen haben wie die US-Regierung, zu einer Verkaufswelle kommen.
Die akademischen BW II-Kritiker konzentrieren sich hingegen überwiegend auf folgende Aspekte: Laut DGF kommen rund ein Viertel des chinesischen Wirtschaftswachstums aus dem Exportsektor. Allerdings gehen - inklusive Hong Kong - nur 30 Prozent der chinesischen Exporte in die USA; und selbst wenn man auch Exporte in Länder einrechnet, deren Währungen gleichfalls an den Dollar gebunden sind, erhöht sich diese Quote gerade einmal auf 40 Prozent. Für viele Beobachter also viel zu wenig, um die negativen Folgen, die BWII für China haben kann, aufzuwiegen.
So muss China die Dollar-Käufe durch den gleichzeitigen Verkauf von chinesischen Anleihen monetär 'sterilisieren'. Allerdings sind die dafür nötigen Summen mit jährlich rund 10 Prozent des Sozialprodukts zu gewaltig, um vom chinesischen Kapitalmarkt verkraftet zu werden. Roubini schätzt, dass das Volumen an in Asien gehaltenen Fremdwährungsreserven von derzeit etwa zwei Billionen Dollar bis 2010 auf sieben Billionen ansteigen müsste. Diese Masse an Renminbi, die die chinesische Nationalbank für die Dollaranleihen bezahlt, kann nur in China ausgegeben werden, strömt daher sofort zurück und heizt über exzessive Kreditvergaben die Inflation an. Die chinesische Zentralbank nimmt deshalb Geld aus dem Markt, indem gleichzeitig riesige Mengen an Renmimbi-Anleihen an die vier großen Staatsbanken verkauft werden, die diese überhaupt nicht brauchen können. Das reichte aber schon bisher nicht aus, um den chinesischen Kreditboom einzubremsen, der offensichtlich bereits zur Bildung eine Reihe von spekulativen Blasen geführt hat.
Außerdem führen die künstlich niedrigen Langfristzinsen in den USA zu übermäßigen Investitionen in zinssensitiven Sektoren (wie vor allem dem privaten Wohnbau) und vermindern Investitionen in Bereichen, die mit den chinesischen Exporteuren konkurrieren. Der damit verbundene Arbeitsplatzverlust führt einerseits bereits jetzt zu steigendem Protektionismus, andererseits verlieren die USA dadurch die Chance, ihre Auslandsschulden mit eigenen Exporten zu bezahlen, was das Handelsbilanzproblem der USA nur immer größer werden lässt.
Entsprechend wird aber auch das Risiko für die asiatischen Notenbanken immer größer, im Falle eines Kollaps gewaltige Verluste zu erleiden. So rechnen Goldstein und Lardy auf Basis der offiziellen chinesischen Dollarbestände vom Jahresende 2004 bei einer Aufwertung des Renmimbi gegenüber dem Dollar um nur 15 Prozent mit Kapitalverlusten im Ausmaß von sechs Prozent des chinesischen Innlandsproduktes – wobei Ökonomen aber von einer Unterbewertung im Ausmaß von 30 bis 50 Prozent ausgehen.
Gleichzeitig werden auch Euro-Europa und die anderen Länder mit floatenden Währungen nicht auf unbegrenzte Zeit bereit sein, die Hauptlast des derzeitigen Arrangements zu tragen. Um zu vermeiden, dass ihre Exportindustrien von China & Co aus den Märkten gedrängt werden, können sie entweder wie die Asiaten beginnen, die US-Defizite zu finanzieren, was DGF erwarten, oder sie können gleichfalls auf protektionistische Maßnahmen setzen, was für viele Beobachter wesentlich wahrscheinlicher ist. Nicht zuletzt wird auch noch das Argument des "First-mover-Vorteils" ins Treffen geführt. Denn die ersten, die sich aus dem System verabschieden, werden die geringsten Verluste verzeichnen – so dass man gespannt sein darf, in welchem Ausmaß die asiatischen Notenbanken die jüngste Dollarstärke genutzt haben, um sich von ihren Beständen zu trennen.
Hallo Pascal,
ZitatWas ist heute mit den Goldminen los?
Gold ist heute stark gestiegen, doch Xau und Hui fallen, gibt es gründe dazu?
Eldorado hat es ja bereits mit seinen Worten beantwortet:
Zitat
Ja wenn man Gold nicht stoppen kann dann stoppt man eben den HUI, ganz einfach. Ist schon komisch, Gold steigt fast 4 Dollar und der HUI faellt, ein verrueckter Markt mit vielen Tricks im Spiel…. Und so wie bei KRY kann man es mit den anderen auch machen, aber es gibt ja keine Manipulation.
Alles dumme Verschwoerungstheorien !!!
Um es von einem anderen Blickwinkel zu beleuchten, hier ein Artikel zum Nachdenken: (vielleicht doch keine Zauberer am Werk, die manipulieren..)
Südafrikanischen Goldminen droht Existenzkrise
Nach Lohnerhöhungen Entlassungen befürchtet
Kapstadt - Nach der Einigung mit den Gewerkschaften über höhere Löhne für 130 000 Minenarbeiter sind mindestens neun der größten Goldminen Südafrikas von der Schließung bedroht. Goldproduzenten wie AngloGold Ashanti und Harmony Gold Mining haben ihren Beschäftigten Einkommenssteigerungen von sieben Prozent zugestanden - das ist das Doppelte der Inflationsrate. Die Lohnerhöhungen sind Folge eines Streiks, bei dem fast drei Viertel der Minenarbeiter die Arbeit niedergelegt hatten.
Einige Goldminen würden voraussichtlich noch einen Betriebsgewinn vorweisen, "aber sie können sich ihre Investitionen nicht mehr leisten, und das bedeutet, daß sie schließen müssen", sagt Nick Goodwin, Analyst beim Brokerhaus Tlotlisa Securities in Johannesburg. So sieht das auch Michael Schroder, Leiter Aktienanalyse bei Old Mutual Asset Management in Kapstadt: "Die Minen, die nicht auf eine höhere Produktivität kommen, werden unprofitabel und müssen voraussichtlich schließen."
Bei sechs der letzten sieben Gehaltsrunden, die inzwischen alle zwei Jahre stattfinden, erreichten die Beschäftigten Einkommenssteigerungen oberhalb der Inflationsrate. Seit 1995 hat sich der Mindestlohn für Arbeiter unter Tage auf 2354 Rand (295 Euro) monatlich mehr als verdreifacht, gab der Branchenverband Chamber of Mines bekannt. "Die Mitarbeiter erhalten vielleicht jetzt, oder noch für ein Jahr, sieben Prozent mehr Lohn, aber das Risiko seinen Job zu verlieren, ist in dieser Branche hoch", sagt Daniel Malan, Vermögensverwalter bei Regarding Capital Management in Kapstadt.
Das Unternehmen Harmony gab am 8. August den sechsten Quartalsverlust in Folge bekannt, nachdem ein Streik im April die Produktion bereits eingeschränkt hatte. Mitte Juli hatte das Unternehmen 5000 Entlassungen angekündigt, zusätzlich zu den 10 800 Streichungen im Vorjahr.
AngloGold baute im März 2000 Stellen ab und kündigte im Mai weitere Kürzungen an, um die Kosten im laufenden Jahr um 82 Mio. Dollar (66 Mio. Euro) zu senken. DRDGold, die nicht an den Gesprächen mit den Gewerkschaften beteiligt war, schloß im März zwei Minen, wodurch 6000 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren. Thistle Mining will bis zu 2000 Bergarbeiter entlassen, um ihre President-Steyn-Mine wieder auf Erfolgskurs zu bringen.
Gold, das in südafrikanischen Minen gefördert wird, kommt auf Förderkosten von durchschnittlich 390 Dollar je Unze, verglichen mit einem weltweiten Durchschnitt von 272 Dollar, erklärte Bruce Alway, Goldanalyst bei der Unternehmensberatung GFMS in London. Die Goldproduktion Südafrikas ist seit 1971 um 60 Prozent eingebrochen und fiel vergangenes Jahr auf den niedrigsten Stand seit 1931.
Im vergangenen Jahr machte den Goldproduzenten beispielsweise zu schaffen, daß der Rand 18 Prozent gegenüber dem US-Dollar gewann. Denn während die Ausgaben in der Landeswährung Rand anfallen, wird das Edelmetall gegen Dollar verkauft. Südafrika ist immer noch weltgrößter Produzent. Bloomberg
schoene Gruesse
Gerne, wollte Dich nur vor unnoetigen Verlusten bewahren... Du kaufst 8er calls Laufzeit Ende 06 und schreibst im naechsten Posting, Du haettest ja bis Ende 06 Zeit, die 8$ zu sehen...
Werfe mir nicht vor, wenn Du nicht rechnen kannst
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Nie das Theta vergessen..
ZitatIch habe Zeit bis Dezember 2006 die 8 Dollar zu erreichen,so viel haben wir sicher bis dort hin.
Wenn Silber Ende 2006 bei 8$ stehen sollte, sind Deine 8er Calls nur leider wertlos... ich hoffe, das ist Dir bewusst
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Eldorado,
Dein letztes Posting hat mir wirklich gefallen. Bis auf wenige Ausnahmen kann ich Dir fast ueberall vollends zustimmen.
Ein Zitat scheint mir besonders wichtig:
ZitatIst ja in Ordnung zu diskutieren und pro und contra in diesen Forum zu besprechen, aber man sollte da auch fuer andere Meinungen eine Toleranz zeigen
-> Absolut richtig. Eben die verschiedenen Meinungen tragen ja auch erst zur Vielfaeltigkeit einer interessanten Diskussion bei. Merkwuerdigerweise war der Ausgangspunkt unseres kleinen Disputes aber eben gerade die Meinung irgendeines Analysten von JP Morgan, der prognostizierte, dass Silber in 2006 durchschnittlich bei ca. 6.70 $ pro Unze handeln duerfte. Ueber diese Ansicht kann man selbstverstaendlich geteilter Meinung sein und sicherlich glaubst sowohl Du, als auch ich, dass der Durchschnittskurs 2006 um einiges hoeher liegen duerfte. Doch genau bei diesem Thema fehlte Dir jegliche Toleranz, jegliche Art von Umgangsformen und jegliche Distanz zum Thema. Du beschipftest gleich alle Investmentbanker amerikanischer Grossbanken, machtest Dich auf primitivste Art lustig ueber den benannten Analysten - alles auf eine sehr beleidigende Art und Weise. Keine Spur von Toleranz anderen Meinungen gegenueber.
Wenn Du jetzt zu dem stehst, was ich oben zitierte, so sollten wir in der Lage sein, zu einer ordentlich gefuehrten Diskussion zurueckzukehren.
Ich wuerde mich freuen.
schoene Gruesse
Eldorado,
Dir zu liebe wiederhole ich mich gern noch ein zehntes mal: Ich bin ebenso bullish fuer Gold & Silberpreise. Deshalb verfalle ich aber nicht in die Naivitaet, alles zu glauben, was vermeindlich hoehere Goldpreise implizierte. Ich bevorzuge (vielleicht im Gegensatz zu Dir) ein wenig mehr zu differenzieren...
AFM,
danke fuer die Bilder und das inhaltlose Posting - eine Bereicherung fuer's Forum! ![]()
Frr,
ZitatUnd das ist physischer Handel - glaubst doch selbst nicht, oder?
-> Natuerlich kommt niemals jede Forward Position zur physischen Anlieferung - kennen keinen einzigen Markt, bei dem das so waere. Aber warum leihen sich so viele Banken, wie Du selber so schoen ansprichst, physisches Gold, wenn es nicht doch im Spothandel immer wieder zur Anlieferung kaeme? Nebenbei... warum muss man seine Position leveragen (=hebeln), um den roll over zum naechsten Kontrakt zu bewerkstelligen?! Du handelst einfach einen time spread und schon ist Dein roll over gelungen. Der Leverage Effekt hat nichts mit dem Vorwaertsrollen bald auslaufender Kontrakte zu tun.
ZitatHast mal die BuBa gefragt wo eigentlich ihre 3.400 Tonnen sind - die sind wie Fort Knox seit Jahrzehnten nicht mehr offiziell geprüft worden.
-> Natuerlich habe ich das. Ich meine, es war 2001, als ich das 3 Seiten Antwortschreiben + eine 20 Seiten Rede von Welteke zum Thema Gold + die 3 angeforderten Jahrfesberichte der BuBa erhielt. Das Schreiben liegt ironischerweise direkt neben meinen Goldbarren in guter Verwahrung - natuerlich hat die BuBa nur noch geringe Mengen dessen in physischer Verwahrung, was sie in ihren Bilanzen als einen Aktivposten "Gold- und Goldforderungen" seit einigen Jahren so schoen dezent zusammenfasst. Das hat aber alles nicht viel mit der LBMA zu tun, oder? Im Gegenteil, es zeigt sogar, dass offensichtlich (wie oeben angemerkt) erhebliche Mengen physisch ihren Besitzer wechseln - nicht alles nur paper trading...
schoene Gruesse!
Hallo Germoney,
die eigentliche Aufgabe eines Market Makers (im elektronischen Wertpapierhandel oftmals auch designated sponsor genannt) ist es, Liquiditaet in einem ohne ihn ggf. illiquiden Markt zu stellen. Ein Markt besteht grundsaetzlich nicht einfach nur aus einem Preis fuer ein Gut, der Preis fuer ein Gut ist ja vielmehr das Ergebnis zweier Marktinteressen. Kaeufer und Verkaeufer zeigen ihre Interessen also in Form von An- und Verkaufspreisen (Bid und Ask, Bid und Offer oder Geld und Brief).
Je enger diese beiden Preisvorstellungen zusammenliegen (je kleiner also der Bid/Ask Spread ist), umso leichter laesst sich das entsprechende Gut prinzipiell ohne zu grosse Auf- bzw. Abschlaege handeln. Liquiditaet definiert sich natuerlich nicht nur ueber den Bid/Ask Spread, sondern auch ueber die Marktiefe, also die Anzahl von Kauf- bzw. Verkaufsinteressen, die dicht am hoechsten Bid bzw. am niedrigsten Ask-Kurs liegen.
Viele Maerkte sind auf "natuerliche" Art und Weise bereits liquide - schlicht, weil es zu jedem beliebigen Zeitpunkt (!) hinreichend viele Interessen auf beiden Marktseiten gibt. Andere Maerkte sind es aber nicht. In solchen in vielen oder auch nur manchen Marktphasen illiquiden Maerkten tragen Market Maker dadurch zur staendigen (!) Liquiditaet bei, dass sie im idealtypischen Fall in jedem Zeitpunkt einen Bid und einen Ask Kurs in hinreichend grossem Volumen stellen. Ein solcher "zweiseitiger Markt" von nur einem Marktteilnehmer wird bereits als Market Maker Quote bezeichnet, weil dieser sog. "two way" (=zweiseitiger Markt) anderen Marktteilnehmer die Moeglichkeit bietet, sowohl zu kaufen, als auch zu verkaufen.
Ein reiner Spekulant hingegen zeigt meistens entweder nur Marktinteresse auf einer Seite (nur als Kaeufer oder nur als Verkaeufer), oder agiert gar nicht in Form von Preisstellungen, sondern reagiert nur auf Preisstellungen anderer (Kauft also sofort zum Ask Kurs eines anderen Marktteilnehmer und profitiert somit lediglich von der vorhandenen Liquiditaet).
Es sind also unterschiedliche Marktteilnehmer zu unterscheiden. Der Nutzen, den der Gesamtmarkt von diesen Marktteilnehmer-Gruppen hat, faellt wie beschrieben sehr unterschiedlich aus. Er ist quantitativ allerdings schwer zu erfassen, da Nutzen in diesem Fall nur schwer skalierbar ist.
Market Maker erhalten ueblicherweise Sonderkonditionen an der jeweiligen Boerse oder beim entsprechenden OTC Broker, da ohne sie viele Maerkte wie beschrieben gar nicht handelbar waeren. Dies ist einer von mehreren Gruenden, weswegen sich Marktteilnehmer zum market making bereit erklaeren. Ein anderer ist der Ertrag, der sich im Mittel aus dem Spread zwischen Bid und Ask ergibt. Langfristig betrachtet ist es wahrscheinlich, dass sich die Zahl der Kaeufer der Zahl der Verkaeufer annaehert (bzw. die Zahlen der Gesamtvolumina). In Trendmaerkten, in denen ein Market Maker ueblicherweise wesentlich oefter auf einer der beiden Seiten ausgefuehrt wird, wird er hingegen ueblicherweise systematisch Geld verlieren. Sofern das Market Making aber ueber einen ausreichend langen Zeitraum betrieben wird, gleichen sich statistisch betrachtet natuerlich auch Trendphasen wieder aus. Ein dritter Aspekt, der eine solche Aufgabe attraktiv machen kann, ist die in Teilen gewonnene Transparenz ueber die Kaeufer- bzw. Verkaeuferstruktur. Der Market Maker erfaehrt also (da an sehr vielen Transaktionen beteiligt) in OTC Maerkten direkt, wer wann kauft / verkauft. Im Boersenhandel hingegen besteht Anonymitaet, die man jedoch als GCM (general clearing member) umgehen kann.
Und vielleicht noch eins zum Begriff Liquiditaet:
Unterschieden wird nach Liquiditaet von Personen/Institutionen, Liquiditaet von Guetern und Liquiditaet von Maerkten.
Personen/Institutionen sind umso liquider (=zahlungsfaehiger), je liquider (=geldnaeher) ihre Gueter sind. Diese wiederum sind um so liquider (=geldnaeher), je liquider (=handelbarer) die fuer sie geltenden Maerkte sind.
Market Maker tragen also erheblich zum Funktionieren der Maerkte und damit zur Liquiditaet von Guetern und Personen bei. Ganz sicher bestimmen sie aber nicht, zu welchem Preis bestimmte Gueter gehandelt werden. (wie Goldesels Aeusserungen suggerierten)
Hoffe, dass einiges noch nicht bekannt war, zumindest aber die Zusammenhaenger ein wenig klarer wurden.
schoene Gruesse
Hallo frr,
auf "ghost_gold" wuerd ich glatt umsteigen, wenn's ginge ![]()
ZitatAls die LBMA an die Öffentlichkeit haben sie behauptet etwa 2-3 mal jährlich die gesamte bisherige Goldproduktion zu traden. Sag mir wie das gehen soll?
Das geht ganz schnell - zumindest theoretisch. Heute long, morgen short - da kommen einige Volumina ueber's Jahr zusammen.
Ich war nur verwundert, dass Du die LBMA als Papiergold-Marktplatz bezeichnest. Degussa Barren werden uebrigens nicht akzeptiert, aus Deutschland m.E. nur Heraeus.
mfG
Goldesel,
zunaechst sind hier die Market Maker der Gold Leasing Rates, also der Leihgebuehr fuer Gold aufgelistet. Das aber nur nebenbei.
Ich werfe Dir nicht vor, nicht zu wissen, was die Aufgabe und Funktion eines Market Makers ist. Mir ist bis heute z.B. auch nicht klar, wie ich mein Auto selber reparieren kann - der eine kennt sich hier aus, der andere dort.
Ich mache Dir einen Vorschlag:
Wenn Du ernsthaftes Interesse daran hast, die Zusammenhaenge besser zu verstehen, dann erklaere ich Dir gerne die Aufgaben und Funktionen eines Market Makers, welche Einfluesse sie ggf. auf den Markt haben koennen und worin ihre Interessen liegen. Die reine Uebersetzung "Marktmacher" ist irrefuehrend und zu grossen Teilen unzutreffend.
Wenn Du an einer Erklaerung kein Interesse hast, spare ich mir die Zeilen.