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Mittwoch, 10. August 2005
Schmiergeld für Öl
Tausende Firmen im Verdacht
Die Vereinten Nationen (UN) haben eigenen Angaben zufolge Ermittlungen gegen tausende Unternehmen eingeleitet, die im Zusammenhang mit dem Irak-Hilfsprogramm "Öl für Lebensmittel" unter dem Verdacht der Bestechlichkeit stehen.
Unternehmen in rund zehn Ländern seien darüber informiert worden, dass sie im Zusammenhang mit den Vorwürfen namentlich genannt werden sollen, sagte einer der drei Chef-Ermittler, Richard Goldstone, am Dienstag in einem Interview der BBC. Die Unternehmen sollen Schmiergelder gezahlt haben, um Aufträge zur Lieferung von Hilfsgütern an den Irak und im Gegenzug Öllieferungen aus dem Land zu bekommen. Der entsprechende Untersuchungsbericht solle im Oktober vorgelegt werden. Den Unternehmen werde jetzt die Möglichkeit gegeben, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.
Eine von den UN eingesetzte unabhängige Kommission untersucht Ungereimtheiten bei dem 64 Milliarden Dollar schweren UN-Programm, das von 1996 bis 2003 die Folgen der Wirtschaftssanktionen gegen den Irak abmildern sollte. Insgesamt waren 4500 Unternehmen daran beteiligt. Bereits im September soll ein Bericht vorgelegt werden, der die Rolle von UN-Beamten und -Behörden bei der Auftragsvergabe offen legen soll.