Vielleicht sollte man folgendes einmal festhalten, um es GSP-Komet leichter zu machen, die Zusammenhaenge kuenftig besser zu verstehen:
Gold wird sowohl finanziell (am Futuremarkt), als auch physisch (am Kassamarkt) gehandelt. Der finanzielle Handel wird weitestgehend von der Comex in New York dominiert, der dort selbstverstaendlich in US-Dollar abgewickelt wird (ebenfalls wird groesseres Volumen an dem IMM in Chicago gehandelt, was in diesem Zusammenhang aber eher nebensaechlich ist). Der physische Handel findet hauptsaechlich in London und in Zuerich statt, wobei in London das Gold ebenfalls in US-Dollar quotiert wird.
Zudem duerften mindestens 80% des weltweit gehandelten Goldes (Futures + Kassa-Geschaefte (also Forwards) + Options) finanziell abgewickelt werden, d.h. nicht zur physischen Auslieferung kommen.
->Der Grossteil der Goldgeschaefte wird also in US-Dollar abgewickelt.
(Das nimmst Du bitte einfach mal zur Kenntnis, werter GSP-Komet.)
(wer sich fuer den physischen Goldhandel in London interessiert, sollte u.a. auf http://www.lbma.org.uk nachschauen - The London Bullion Market Association)
Wie kommt es nun zu den unterschiedlichen Quotierungen des Goldes in US-Dollar und in Euro?
Was GSP-Komet mit viel Fleiss zu verstehen versucht, laesst sich anhang weniger Zusammenhaenge leicht verstehen. Wie bereits beschrieben, wird der Grossteil der Goldgeschaefte in Dollar abgewickelt. Nun bestimmen Angebot und Nachfrage des Goldes in US-Dollar den Preis fuer dieses (ob in New York, Chicago oder London). Kommt es zu Verkaufsdruck, faellt Gold in US-Dollar, umgekehrt fuehrt starke Nachfrage ueblicherweise zu steigenden Preisen in US-Dollar.
Dieser Goldmarkt in US-Dollar dominiert den weltweiten Goldmarkt.
Parallel zum Goldmarkt gibt es natuerlich den Devisenmarkt, an dem u.a. Euro/Dollar gehandelt wird. Beide Maerkte (Goldmarkt und Devisenmarkt) folgen neben technischen hauptsaechlich fundamentalen Gegebenheiten. Die fundamentalen Aspekte, die fuer den Goldmarkt wichtig sind, unterscheiden sich aber massiv von denen, die fuer den Devisenmarkt Euro/Dollar eine Rolle spielen. Der Goldpreis wird z.B. von neu bekanntgegebenen Produktionszahlen wichtiger Mienengesellschaften, von politischer Instabilitaet, von Zentralbankverkaeufen oder von der Schmucknachfrage der Inder bestimmt. All diese Daten haben aber keinen bzw. nur einen marginalen Einfluss auf den Devisenmarkt Euro/Dollar. Dieser wird von ganz anderen Einfluessen getrieben, sei es vom Consumer Confidence in den USA, von den Arbeitsmarktzahlen des verarbeitenden Gewerbes in den USA, einer Stellungnahme der EZB zur Geldpolitik, etc.
Es sind also zwei Maerkte, die beachtet werden muessen:
1) Der Goldmarkt in US-Dollar (Rohstoffmarkt)
2) Der Euro/Dollar Markt (Devisenmarkt)
Die Fundamentaldaten des Goldmarktes korrelieren aber kaum mit denen des Euro/Dollar Marktes, so sind Preisveraenderungen des Goldes in US-Dollar groesstenteils unabhaengig von Preisveraenderungen des Euro/Dollar Wechselkurses.
Wie sich also letztlich der Goldpreis in Euro verhaelt, haengt von zwei Faktoren ab:
1) Von der Kursentwicklung des Goldes in US-Dollar
2) Von der Kursentwicklung des Euros in Dollar
In diesem Zusammenhang von irgendwelchen "Missverhaeltnissen" zu sprechen (wie es leider immer wieder vom User GSP-Komet zu hoeren ist), ist voellig unangebracht und zeugt ausschliesslich vom Unverstaendnis der Zusammenhaenge. Wie kann es "Missverhaeltnisse" bei den 3 betrachteten Verhaeltnissen geben, wenn zwei dieser Verhaeltnisse vom Markt bestimmt werden (Gold/$ und Euro/$) und das dritte groesstenteils aus den beiden anderen folgt (Gold/Euro)? Der Arbitrage-Ansatz vom User Gortak war schon sehr richtig.
Sicherlich wird der User GSP-Komet weiterhin seinen Fleiss an den Tag legen und taegliche Kurse von Gold/$, Gold/Euro und Euro/$ posten, doch Tatsache ist und bleibt, dass der Sinn dieser Arbeit fehlt.
Schoenen Abend.