Ich habe mir die letzten Tage auf der Suche nach neuen Anlagemöglichkeiten auch den Uransektor angeschaut.
Mein Fazit ist eher negativ.
Uran ist zwar spottbillig, aber ich sehe langfristig eher geringe Chancen auf eine wesentliche Erholung.
Einfach nur die Tatsache, dass es billig ist und dass es schon mal viel teurer war, ist kein Garant für steigende Preise.
Zur den Gründen:
Ich habe versucht, die sehr optimistischen Zahlen der World Nucelar Association irgendwie nachzuvollziehen. (man bedenke: die haben ein Eigeninteresse daran, sich selbst gute Prognosen zu erstellen, von daher ist hier Vorsicht angesagt)
Es gibt momentan auf der Welt 447 aktive Kernkraftwerke. Außerdem sind 58 neue Kraftwerke im Bau.
Allerdings sind von den aktiven Reaktoren schon über 250 älter als 30 Jahre!
Man kann davon ausgehen, dass der größte Teil davon die nächsten 10-30 Jahre ersatzlos verschwinden wird (vor allem in Europa) und die Neubauprojekte können diesen Schwund niemals ausgleichen!
Es wird vielleicht noch das eine oder andere Neubauprojekt hinzukommen, aber insbesondere in Europa wird man wohl eher darauf verzichten. Außerdem benötigen solchen Projekte eine extrem lange Vorlaufzeit.
Das wird den langfristigen Bedarf an Uran weiter senken.
Erschwerend kommt hinzu, dass moderne Reaktoren eine bessere Wiederverwertung haben als die alten Reaktoren aus dem letzten Jahrtausend. D.h. der Uran-Verbrauch pro Reaktor wird langfristig ebenfalls weiter sinken.
In Summe erwarte ich daher langfristig einen weiter rückäufigen Uran-Bedarf. Mittelfrisitig könnte die Sache besser aussehen, aber ich finde, da gibt es bessere Möglichkeiten, sein Geld anzulegen. ![]()