Ich war auch mal im Hamsterrad.
Selbstständig mit gut laufender Firma, angesehen, erfolgreich,... hatte sogar einen längerer Ausflug in die Lokalpolitik.
Bis mir bewusst wurde, was ich da eigentlich tat und was in der Welt um mich wirklich ablief. Und vor allem, wie bedeutungslos, sinnfrei und verschwendet diese Lebenszeit war.
Ich habe gut verdient, viel mehr als ich ausgeben konnte - ..doch wofür? - Für einen Ruhestand, den vlt gar nicht erlebe?
Ansehen.. von einer Gesellschaft, die mir nie etwas bedeutete?
Erfolg? - Was soll das sein..? - Das Hamsterrad schneller drehen?
Politik..? - Sicher waren die Erlebnisse dort ein wichtige Erfahrung für meine Entscheidung ein anderes Leben, abseits der Gesellschaft zu führen..
Also hab ich alles hingeworfen, die Firma abgewickelt und mich einer anderen Aufgabe zugewandt, die mir! etwas bedeutete. ..Und diesen Schritt habe ich bis heute nicht bereut.
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Wildkatze, es tut mir leid, aber ich muss Dir heftig widersprechen. Was Du hier und sonst im Forum schreibst, kommt mir arg egozentrisch vor.
Die Gesellschaft, das ist der Inbegriff Deiner Mitmenschen. Die haben Dir insgesamt nie etwas bedeutet?! Natürlich soll man sich nicht vom Urteil anderer abhängig machen. Ich sage auch: Was andere von mir denken, ist deren Problem, nicht meins. Aber das heißt nicht, dass die anderen mir gleichgültig sind.
Du hast also eine Firma betrieben, welcher Art bleibt dunkel, aber sie hatte doch wohl Kunden, Lieferanten und andere Geschäftspartner, und vor allem Mitarbeiter. Die Kunden waren bei Dir, weil sie da dank Deinen Fähigkeiten besser bedient wurden als anderswo. Diesen Vorteil nimmst Du ihnen; wie sehr sie auf Dich angewiesen waren, weiß ich natürlich nicht. Nun, sie hatten darauf keinen Anspruch, und sie sind Dir ja gleichgültig. Die Geschäftspartner verlieren ebenso. Die Mitarbeiter haben auf Dich ihr Vertrauen gesetzt, indem sie in Deinen Dienst traten. Es gibt nicht nur eine Treuepflicht des Arbeitnehmers, sondern auch eine des Arbeitgebers; die wiegt sogar noch schwerer, weil die Abhängigkeit größer ist. Aber Du wickelst Deine Leute ab, ziehst ihnen den Boden unter den Füßen weg. Bestenfalls fangen sie wo anders von vorn an, schlimmstenfalls stürzen sie ab. Und das alles, weil Du nur auf Dich bezogen bist.
Wer arbeitet, tut etwas für andere. Der Nutzen für andere (für die Endkunden, nicht für den Arbeitgeber) ist das Kriterium sinnvoller Arbeit. Bei solcher Arbeit ist das Gerede vom Hamsterrad Unsinn; woernie hat das schon eindrücklich dargestellt. Wer meint, seine Arbeit sei nutzlos, der sollte sie schnellstmöglich beenden. Aber das war nicht Dein Fall, sonst wärest Du nicht angesehen und erfolgreich gewesen.
Geld als Tauschmittel erleichtert die Organisation von Zusammenarbeit; es ist ein Schmiermittel im Räderwerk der Gesellschaft. Es ist auch ein mächtiges Werkzeug mit vielen sinnvollen Anwendungsmöglichkeiten. Zu meiner beispielhaften Darstellung solcher Anwendungen hast Du noch nichts gesagt.
Aber Geld ist nie die Hauptsache. Man muss und kann es beherrschen, nicht sich von ihm beherrschen lassen. Und es verschleiert auch die Zusammenhänge. Man sollte gelegentlich den Geldschleier wegziehen und die realen Vorgänge betrachten. Hättest Du das getan, dann hättest Du den Sinn Deiner Arbeit gesehen, der eben nicht im Profit lag.
Ärgerlich ist, dass Du Deine Abwegigkeiten vom hohen Ross dessen verkündest, der die Weisheit mit Löffeln gefressen und allein den Durchblick hat, und der alle anderen bedauert, weil sie noch im Hamsterrad strampeln und im Nebel stochern. Du bist so selbstbezogen, dass man Dich nur bedauern kann.
Indem Du Dich in einen Kokon aus Selbstgerechtigkeit einspinnst, wirst Du nicht zum Schmetterling.
Kränken kann Dich das alles nicht, weil wir, die Gesellschaft, Dir ja nichts bedeuten. Nur seltsam, dass Du Dich trotzdem im Forum ausbreitest.
Gruß! Fritz