Hallo woernie,
ehe eine Meinung transportiert wird, wird sie gebildet. Da fragt sich, wem man glaubt. Für mich ist dabei ganz wesentlich, inwieweit die Debatte durch Macht und Interessen verzerrt wird. Eine machtfreie Diskussion gibt es realiter nicht.
Unter Macht verstehe ich die Fähigkeit, Einfluss auf den Willen anderer zu nehmen. Diese Fähigkeit haben in erster Linie die Unternehmen, vor allem die großen, das heißt ihre Eigner und Leiter. Sie kommandieren nicht nur ihre Mitarbeiter, sondern belohnen sie auch durch Karriere und bestrafen sie bis hin zur Entlassung. Sie beherrschen über die Werbung die Medien; niemand bleibt lange Chefredakteur, der sich mit den Werbekunden anlegt. Sie beherrschen auch die Regierungen; wer das Kapital, dieses scheue Reh, nicht hegt und pflegt, den verlässt es eben, und dann kann er sehen, wo er bleibt.
Diese Mächtigen haben ein Interesse an der Leugnung des Klimawandels, weil er ihre Geschäfte stört. Darum bezahlen sie zahllose "think tanks" (es sollen tausend sein, aber ich kann sie nicht zählen), die Argumente gegen den Klimawandel produzieren. Deren Glaubwürdigkeit ist für mich null. Zugute kommt ihnen die Bequemlichkeit des Publikums, das sich gegen die notwendigen tiefgreifenden Verhaltensänderungen sperrt.
Die Macht der Tatsachen ist auf die Dauer stärker als die Macht der Mächtigen. In Australien zeigt sich gerade ein Anfang davon. Die Natur wird der Menschheit einbleuen, wo es lang geht. Je länger sich die Menschen unter Vorantritt der Mächtigen gegen die Einsicht und ihre Konsequenzen sträuben, desto schmerzhafter wird es.
Es wäre noch viel zu sagen. Im Rahmen eines postings kann ich das Thema nicht erschöpfen. Aber ich hoffe, Du siehst die gedankliche Linie.
Gruß! Fritz