Na gut ich schreibe mal ein paar Gedanken:
Normalerweise wäre es das Beste, eine solche Veranstaltung komplett zu boykottieren.
Habe mir mal das Interview durchgelesen - es hat in mir wieder den Eindruck erneuert, daß dieser Mensch in einer neu zu gestaltenden "Gemeinschaft" eher zu den "weniger gut dabei Wegkommenden" gehören sollte.
Gut der feine Herr kann höchstwahrscheinlich nicht sehr viel für die Headline des Interviews - er verwendet zumindestens die Aussage
"Mit etwas mehr Ungerechtigkeit lebt es sich besser."
Hier würde mich als allererstes interessieren - in welchem Kontext man dies sehen darf.
Waren die letzten Jahre seiner Meinung nach zu gerecht, daß er mehr Wohlstand durch mehr Ungerechtigkeit in Aussicht stellt - oder meint er im Allgemeinen nur, daß eine gewisse Ungerechtigkeit mehr Wohlstand bedeuten kann. Wie hat sich dies jedoch in den vergangenen Monaten dargestellt - warum ist der Wohlstand nicht über (die Mehrheit der Bundesbürger) uns hereingebrochen - im Allgemeinen wurde doch in zahlreichen OECD Untersuchungen nachgewiesen, daß Deutschland zu den führenden Ländern gehört, in denen die Unterschiede zwischen den unterschiedl. Einkommensbeziehern am stärksten wachsen.
Dann wiederum spricht Sinn unsäglicherweise von "Neiddebatten" - aus welcher Richtung kommen denn fast ausschließlich derartige Äußerungen - eine überwiegende Mehrzahl der Sozialbenachteiligten in Dtld. spüren und kommunizieren eher wenig Neid - meiner Meinung nach sind es solche Konsorten wie Sinn und deren Brüder im Geiste, die mit Neid auf Jene blicken, die jenseits des großen Teiches in besseren Zeiten mehr Mio. oder Mrd. scheffelten.
Weiterhin völliger Unsinn zu bisher in der öffentlichen Meinung:
Bisher hieß es allerortens, daß in den vergangenen Monaten im verarbeitenden Gewerbe zigtausende Stellen neu geschaffen wurden.
Hier gibt es viele Quellen z.B. hier:
http://www.berlinonline.de/ber…irtschaft/0100/index.html
Wie kann es nun plötzlich sein, daß Sinn äußert:
Zitat
Hauptproblem ist das verarbeitende Gewerbe. Dort sind die Gewerkschaften sehr stark und haben Lohnstrukturen durchgedrückt, die die Industriebeschäftigung praktisch in den freien Fall gebracht haben. Leider sind Jobs in anderen Sektoren nicht in gleichem Umfang entstanden.
Seit wenigen Jahren wurden erstmals Lohnsteigerungen durchgesetzt, welche die Inflation in Deutschland teilweise annähernd ausgleichen - sieht der Herr Sinn den freien Fall in der Industrieproduktion tatsächlich in den Lohnsteigerungen der letzten Jahre - oder könnte dies nicht eher Folgen des weltweiten Konjunktureinbruches sein - sind die Arbeitsplätze in der Industrie nur in Dtld. gefährdet oder auch in anderen Ländern Kerneuropas?
Meine Kernfrage bzgl. des Interviews wäre jedoch:
Ob er (Sinn) angesichts der Entwicklungen in Griechenland sich auch einmal die Frag gestellt, wie ungerecht eine Gesellschaft eigentlich sein kann, bevor sie die Existenzberechtigung für viele "weniger gut dabei Wegkommenden" verloren hat?