Beiträge von Tollar

    Soll heißen Dinge die der Mensch nich unbedingt braucht werden im Preis verfallen, während Energie und Lebensmittel zweistellig teurer werden.

    Das Gegenteil ist der Fall. Schau mal auf oel und Agrarrohstoffe, die gingen kraeftig nach unten und es ist keine Trendumkehr in Sicht. Inflation kommt vielleicht in 2..3 Jahren.

    Aus dem reinen Verhaeltnis von Nachfrage und Angebot von Geld sehe ich keine Inflationsgefahren, denn die Konjunkturprogramme werden wohl kaum die gesamten Einkommensausfaelle aus Arbeitslosigkeit und Boersencrashs kompensieren. Sie sind nur da, um das Schlimmste abzufedern. Zudem besteht in wirtschaftlich unsicheren Zeiten eine groesserer Sparwille. Selbst in den USA ist die Sparrate zum ersten mal seit langem drastisch angestiegen.


    Zur Inflation wird es kommen, wenn durch Deflation die Produzentenanreize genommen werden, sodass es irgendwann zu Engpaessen und damit verbundenen Preissteigerungen kommt. Bis dahin ist aber noch ein weiter weg, bis beispw. der Milchbauer seine Kuehe zum Schlachthof bringt, weil die Milchproduktion nicht mehr lohnt. In einer globalisierten Wirtschaft (erhoehte Konkurrenz) werden Engpaesse aber auch schnell abgemildert - es sei denn man kehrt 100%ig zum Protektionismus zurueck. Auf neue Industriegueter wie Fernseher oder Autos kann man gut 10 Jahre verzichten. Nicht zu verkennen ist, dass eine deflationaere Entwicklung selbstnaehrend ist. Infolge gefallender Marktpreise (zeitlich begrenzte Foerderprogramme mal ausgenommen) nimmt die Kaufzurueckhaltung zu, denn jeder wartet auf einen noch billigeren Preis (in den USA bei Immobilien sehr schoen zu beobachten).


    Inflation kann man kurzfristig hoechstens mit geschickter Propaganda herbeireden. Wenn Politiker, Wirtschaftsverbaende und Medien ins selbe Horn stossen, kann man vielleicht eine Kaufpanik in der Bevoelkerung ausloesen und die Deflation durchkreuzen. Spekulationen ueber einen moeglichen Euro-Zerfall aus hoechsten Politikermunden hauen da in die gleiche Kerbe.

    Dann wirft der Moderator die Frage auf, wie groß denn nun die Summen sind, die im Bankensystem evtl. abgeschrieben werden müssen. Und die Antwort von Baier war: das kann kein Mensch sagen (Eruop. Bank für Wiederaufbau!). [smilie_happy]


    Daraufhin:


    Nowotny: schweigt. Stepic schweigt. Walter schweigt. Und sogar der überflüssigen Tussi von Attac fällt dazu nichts ein.

    Wissen tut man es, sagen kann man es schon, nur darf man es eben nicht, sonst wuerden das Finanzsystem und die Banken vermutlich sofort zusammenbrechen. Immerhin versteigt sich kein Baenker mehr zu dreisten Luegen.

    Übrigens ist der Nasdaq 100 ein kleiner Lichtblick. Er hat sein Novembertief noch nicht unterschritten und er ist normalerweise der "früheste" unter den Indices. Dow und DAX und S&P 500 werden durch die Finanzaktien bestimmt und diese sind längst nicht mehr aussagefähig.

    Die Finanztitel haben heute im Schnitt sogar zugelegt, trotzdem sacken die grossen Indizes ab. Der in den letzten Wochen von den Finanztiteln angefuehrte Abwaertstrend geht nun in die Breite.
    Stock-Market Pullback Isn't Just 'Financial' Now
    http://finance.yahoo.com/banki…-Just-%27Financial%27-Now


    Charttechnik halte ich persoenlich wissenschaftlich fuer nicht belegt. Nur die psychologische Wirkung darf man nicht verkennen, denn ein Grossteil glaubt eben dran und handelt entsprechend.

    Wegen einem Ereignis koennte man die Boersen fuer ein paar Tage, hoechstens Wochen schliessen und danach wuerde der Kursverfall vermutlich noch staerker weitergehen, weil die Marktteilnehmer aus Furcht vor einer neuerlichen Schliessung schneller "versilbern" wuerden. Sicher kann man die Regeln aendern. Wenn man die Boersen auf Jahre schliesst, sind Aktien faktisch nichts mehr wert. Im Prinzip wuerde man den Dow dann gleich auf Null schicken. In der GD verlor der Dow 80% des Wertes, ohne dass die Boersen geschlossen wurden. So schnell wird das nicht passieren ... es sei denn die USA fuehren den Kommunismus ein.

    Für die Charttechniker ... irgendwo habe ich gelesen, dass der DJI drauf und dran ist, den langfristigen Aufwärtstrend seit den 40-ern zu brechen. Kann das jemand bestätigen? Ich finde im Moment keine aussagekräftigen Charts dazu.

    Schau dir einfach die historischen Dow-Charts an. Der langfristige Aufwaertstrend seit den 40ern ist naemlich das Reversal nach der grossen Depression. Jawohl, in diesen historischen Dimensionen bewegen wir uns heute.

    Wann werden die Börsen geschlossen, um weitere Kursstürze zu verhindern? Wird man bis zur von Tollar genannten Marke von 4000 im Dow warten oder unter einem Vorwand vorher zusperren?

    Dow kann bis 1000 fallen. Die Boersen werden nur geschlossen nach den Regeln - wenn im Tagesvelauf mehr als soundsoviel Prozent abwaerts geht. Geht es jeden Tag nur 0.5% runter sind wir schon in einem Jahr bei 2250.
    Da muessten schon hoehere Gewalteireignisse eintreten, um die Boersen fuer ein paar Tage schliessen zu koennen. Den langfristigen Verfall wird es aber nicht aufhalten.

    Kein Abprallen vom 2002 und den Nov 08 Tiefs. Sieht so aus, als ob es NIX wird mit dem Doppelboden. Dow Theorie sieht duester aus (DJA bestaetigt Low des DJT). S&P erreichte neues 11 Jahrestief ... diese Statistiken koente man hier so weiterfuehren ... Naechste Unterstuetzung: Dow 4000 :thumbup:

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    Soeben gehört im Internationalen Frühschoppen:


    David Marsh, Publizist aus Großbritannien, würde am liebsten das Internet verbieten, damit nicht so viel Schädliches über die Finanzkrise verbreitet wird.


    Weder der Moderator Michael Hirz, noch die anderen 4 Teilnehmer haben widersprochen................

    Das Internet demokratisiert Wissen und Information und gefaehrdet das Monopol der etablierten Medien und Verlage. Es stellt fuer sie ganz klar eine wirtschaftliche Gefahr dar (wie z.B. Wikipedia) und es wird versucht die Staatsmacht fuer eine Einschraenkung oder gar Zerschlagung dieser unbeliebten Konkurrenz zu gewinnen. Im Zuge so einer Krise stellt die feie Meinungsaeusserung ausserdem eine Gefahr fuer die Staatsmacht da und sie hat dadurch Interesse in die gleiche Kerbe zu hauen. Eigenartigerweise treten in letzter Zeit immer haeufiger sogenannte Netzkritiker in Erscheinung: "Was das Internet weiß, ist meist banal".