Aus dem reinen Verhaeltnis von Nachfrage und Angebot von Geld sehe ich keine Inflationsgefahren, denn die Konjunkturprogramme werden wohl kaum die gesamten Einkommensausfaelle aus Arbeitslosigkeit und Boersencrashs kompensieren. Sie sind nur da, um das Schlimmste abzufedern. Zudem besteht in wirtschaftlich unsicheren Zeiten eine groesserer Sparwille. Selbst in den USA ist die Sparrate zum ersten mal seit langem drastisch angestiegen.
Zur Inflation wird es kommen, wenn durch Deflation die Produzentenanreize genommen werden, sodass es irgendwann zu Engpaessen und damit verbundenen Preissteigerungen kommt. Bis dahin ist aber noch ein weiter weg, bis beispw. der Milchbauer seine Kuehe zum Schlachthof bringt, weil die Milchproduktion nicht mehr lohnt. In einer globalisierten Wirtschaft (erhoehte Konkurrenz) werden Engpaesse aber auch schnell abgemildert - es sei denn man kehrt 100%ig zum Protektionismus zurueck. Auf neue Industriegueter wie Fernseher oder Autos kann man gut 10 Jahre verzichten. Nicht zu verkennen ist, dass eine deflationaere Entwicklung selbstnaehrend ist. Infolge gefallender Marktpreise (zeitlich begrenzte Foerderprogramme mal ausgenommen) nimmt die Kaufzurueckhaltung zu, denn jeder wartet auf einen noch billigeren Preis (in den USA bei Immobilien sehr schoen zu beobachten).
Inflation kann man kurzfristig hoechstens mit geschickter Propaganda herbeireden. Wenn Politiker, Wirtschaftsverbaende und Medien ins selbe Horn stossen, kann man vielleicht eine Kaufpanik in der Bevoelkerung ausloesen und die Deflation durchkreuzen. Spekulationen ueber einen moeglichen Euro-Zerfall aus hoechsten Politikermunden hauen da in die gleiche Kerbe.