Beiträge von Tollar

    Am Freitag gibt's bei der Citibank mal wieder Zahlen. Viel sagen diese Zahlen nicht mehr aus. Banken verstecken unbequeme Positionen neuerdings einfach in sog. Off-Balance-Sheets. Allein die Citigroup kann so $1,1 Billionen (US = $1.1trillion) aus den Quartals- und Jahresrgebnissen raushalten. Verluste lassen sich somit beliebig verschleiern und langfristig vor sich herschieben. Neue Bilanzierungsrichtlinien machens moeglich.



    >Nowhere mentioned in the accompanying 66-page handout were the additional $1.1 trillion of assets that New York-based Citigroup keeps off its books: trusts to sell mortgage-backed securities, financing vehicles to issue short-term debt and collateralized debt obligations, or CDOs, to repackage bonds<


    >``You will rapidly realize what a farce these off-balance- sheet things are,'' said Ladenburg Thalmann & Co. analyst Richard X. Bove. ``You could pick up a lot of loan losses with the stuff you're putting back on.''


    It's impossible to predict what the losses might be from off-the-books assets or liabilities because disclosures are thin relative to what is required for balance-sheet assets, said Neri Bukspan, chief accountant for Standard & Poor's in New York.


    ``A lot of information tends to disappear or becomes second or third class,'' Bukspan said.< (Quelle )

    Goldverbot ist doch nichts anderes als die Aufhebung des Goldstandards (wenn einer existiert) durch die Hintertuer. Man verbietet privaten Goldbesitz, legt den Goldpreis dann staatlicherseits fest wie man will (nateurlich hebt man ihn nur an) und schwupps kann man wieder wie verrueckt frisches Papiergeld drucken.

    Die Schlammschlacht beginnt. D-Senator Schumer hatte die Schieflage von vor dem Zusammenbruch von IndyMac angeklagt (Dinge, die die Spatzen sowieso schon von den Daechern pfeiffen). Jetzt wird er fuer den Zusammenbruch zur Sau gemacht. Schumer: "And now they are doing what the Bush administration always does: Blame the fire on the person who calls 911."

    Gerade in den USA mit einem hohen Anteil von Immigranten aus China, Indien und Suedamerika wuerde man genuegend Wege finden, Gold rechtzeitig oder illegal ausser Landes zu bringen.


    Ausserdem,


    welchen Sinn wuerde ein Goldverbot machen, wenn es nicht mal einen Goldstandard gibt ?

    Das kommt doch aber ganz auf die Form der Ersparnisse an! Alle die so vernünftig waren und ihre Lebensarbeitszeit in Gold gegossen haben, sind mitnichten in einer Inflation und schon garnicht in einer Hyperinflation. Sie erleben eine kräftige Deflation, da ihre Löhne und Gehälter rapide fallen, rechnet man sie ebenfalls in Gold.


    Nur diejenigen, die noch immer ums goldene Kalb herumtanzen und Lebensarbeitszeit in virtuellen Werten wie Geld, Aktien, Anleihen stecken haben, erleben natürlich durch den Verfall dieser Werte immense Preissteigerungen, da natürlich auch ihr Blickwinkel noch dem alten System verhaftet ist.

    Das sehe ich bei Gold nicht so. Aus Sicht des Deutschen ist der Euro-Preis ausschlaggebend und der kompensiert nicht die derzeitige Nahrungsmittel und Energie-Inflation. Dazu kommen die zahlreichen Risiken wie Goldpreismanipulationen etc. Gold halte ich als Inflationsabsicherung einfach ungeeignet, aber als Krisenwaehrung bei einem totalen Zusammenbruch der Geldsysteme waere physischer Goldbesitz sehr nuetzlich.


    Ob vermoegende Leute wirklich einen Preisverfall erleben, haengt ganz vom quatitativen Vermoegen und der Inflation ab. Ein gallopierende Inflation wuerde diese Vermoegen sichern, weil es den Preisverfall von Aktien etc. mehr als stoppt. Gelingt es den Immobilien- AKtien und Anleihemarkt mit Hilfe der Notenpresse vor einem Absturz zu behwahren, erzeugt das zwar Inflation aber die Sachwerte werden gerettet. Bei einer Hyperinflation steigen vielleicht die Brotpreise um 1000%, die Immobilien bleiben aber im Wert erhalten. In der Deflation koennten die vermoegenden Eliten zwar Brot zu stabilen Preisen kaufen, aber der Wert ihrer Vermoegen wuerde crashen. Explodierende Brot- oder Benzinpreise schert die vermoegenden Eliten wenig, denn es macht fuer sie kaum einen Unterschied, ob die Kosten fuer Grundnahrungsmittel und Energie 0.1% oder 1% vom ihrem monatlichen Einkommen ausmachen, ganz zu Schweigen von den derartigen Lebenskosten auf lange Sicht im Verhaeltnis zu ihrem Vermoegen. Sicher wird die Inflation auf alles einschliesslich Loehne durchschlagen und alles wird teurer bis hin zu den Erstellungskosten von Luxus-Anwesen. Nur ziehen dann die Werte der eigenen existierenden Vermoegensanlagen mit den Preisen fuer vergleichbare Anlagen in der Zukunft mit. Fuer Superreiche ist die Hyperinflation also eine klassische Win-Win Situation.
    Die Armen ohne Ersparnisse schert das auch wenig, solange sie nicht verhungern und mit Kabel-TV versorgt bleiben.
    Lediglich die Mittelschicht wird ausbluten, weil man spaeter sein Vermoegen komplett in Brot, Benzin, Arztbesuche etc. umtauschen muss und das Wert-Verhaeltnis sich starkt geandert hat.

    Mit dem Einbrechen der Immobilienpreise und des Finanzsektors an den Boersen sind wir schon mittendrin in der Deflation. Demgegenueber steht eine Inflation bei Rohstoffen und Nahrungsmitteln. Inflation und Deflation ist immer eine subjektive Sache, abhaengig von Einkommen und Lebenslage. Wenn man Ersparnisse in Brot oder Benzin umrechnet, sind wir in einer Hyperinflation, wenn man es in Immobilien umrechnet, sind wir mitten in einer heftigen Deflation. Fuer die Masse sieht es aber mehr nach Inflation aus, waehrend die Eliteschicht mehr ueber Deflation klagt. Ein Fehlen des Goldstandards muss nich zwingend zur Hyperinflation fuehren, alles haengt lediglich vom Handeln der verantwortlichen Akteure ab. Zu welcher Schicht diese Akteure gehoeren, steht wohl ausser Zweifel. Es ergibt sich aber die Frage: Wie weit werden diese Akteure zum eigenen finanziellen Vorteil gehen, ohne dass sie Gefahr laufen, beseitigt zu werden ?
    Gold sehe ich aus verschiedenen Gruenden (nicht rational bedingter Verbrauch, Preise manipulierbar) als ungeeigneten Inflationsschutz, aber sehr nuetzlich bei einem totalen Zusammenbruch des Finanzsystems. Energie sehe ich als guten Inflationsschutz, nur leider physisch sehr schlecht investierbar.


    Im Verlauf der Krise sind in den USA ca 100 Geldinstitute pleite gegangen , auf eins mehr oder weniger kommt es nicht mehr darauf an .


    Freddie Mac und Fannie May werden nicht pleite gehen , die Fed wird dafür sorgen .

    Ueber 140 Finanzierer sind wohl schon verschwunden. Aber IndyMac war keine Kleinbank, Nr. 9 mit 3% Marktanteil bei Hausfinanzierern, an der Boerse plaziert - Marktwert letztes Jahr noch 3 Mrd. Groesster Bankenzusammenbruch seit 1984. Mal sehen was passiert - bricht jetzt das US-Finanzsystem zusammen ? Ich glaube nicht. Mal eine Lehrstunde fuer Steinrueck, er haette die IKB ruhig hops gehen lassen sollen, anstatt Steuermilliarden zu verschwenden.

    "To big to fail" gilt hier also doch, entgegen den gestrigen Bekundungen:


    The Treasury chief said his department is "maintaining a dialogue with regulators and with the companies." The companies' main regulator will continue to work with the Fannie Mae and Freddie Mac "as they take the steps necessary to allow them to continue to perform their important mission," Paulson said .

    Dann besteht natürlich seitens der US-Regierung auch kein akkuter Handlungsbedarf... sollen doch die Ausländer zusehen, wie sie klar kommen (eigentlich sogar zu Recht), woher das von F & F benötigte Kapital dann kommen muss ist dadurch ja auch klar. Eigentlich bewundernswert, wie die Amis es immer wieder schaffen Ihre Schulden auf andere zu verteilen.

    Wir sollten die Sache nicht so einseitig sehen. Keiner ist gezwungen worden, diesen Schrott zu kaufen. Zu einem Beschiss gehoeren immer zwei. Bedankt Euch bei den Eliten dieser Laender, die sich so billig bescheissen lassen. Dabei war das alles schon lange bekannt - das ist hier, wenn man sich die Postings der letzten Jahre ansieht, wohl unbestritten.

    Formal richtig. Aber die US-Regierung und /oder Fed werden notfalls für die Verbindlichhkeiten einstehen müssen.

    Defacto, aber das gilt prinzipiell fuer jede Bank, auch die Nicht-GSEs, die aehnliche Bedeutung fuer die US-Wirtschaft haben. Es ist mehr eine Frage der Moeglichkeiten, als der Zweange, denn die staatliche Buergschaft waere eine schwere Hyptothek. Aber ich denke das waere machbar, denn es ist nur eine Hypothek. Derartige Probleme mit Immobilenfinanzierungen, wenngleich in geringerer Dimension, gab es auch in Deutschland. Heute haftet das Land Berlin mit ueber 21 Mrd Euro und verdoppelte damals nahezu die Schulden - auf heute 18.000 EUR/Kopf - fuer die damals schoengerechneten aber auf lange Sicht niemals rentablen Immobilienabenteuer der Bankgesellschaft Berlin. Mit einer Freddie- und Fannie-Garantie der USA kaemen pro Kopf Staatsschulden von "lediglich" $17.000 hinzu. Das kann so Jahrzehnte funktionieren. Die Frage ist nur, ob 1. die Steuerzahler, 2. die Anteilseigner das mitmachen.

    Das Freddie- und Fannie-Problem ist ein doppeltes Dilemma. Der Rettungsplan fuer Freddie und Fannie besteht im wesentlichen in der Verstaatlichung der beiden mit weitreichenden Folgen fuer die Aktionare - naemlich der vollstaendigen Entwertung ihrer Anteile (Fannie, Freddie shares drop as worries of government rescue build ). Die Aktionaere koennen nur darauf hoffen, dass das nicht passiert, jedoch springt dann der gesamte US-Immobilienmarkt endgueltig ueber der Klippe mit weitreichenden Folgen fuer die US- und globale Oekonomie, wenn nicht ein Wunder passiert. Entweder sind die Fannie und Freddie-Aktionaere (davon werden etliche Pensionsfonds und private Sparer betroffen sein) bereit ihr Vermoegen fuer die Rettung der US-Wirtschaft, allem voran dem Bankensektor, zu opfern, oder sie sind es nicht und es wird alles riskiert. Es ist eine klassische Lose-Lose-Situation. Mal sehen was passiert.