Beiträge von Tollar

    http://www.rundschau-online.de…tikel/1238410409737.shtml


    Hier schöner Artikel. Trotz Leitzinsen von fast 0% hat Citibank Kreditzinsen drastisch auf 25% erhöht. Genau das meinte ich... Das wird zu Insolvenzen führen und die Lage verschlimmern. Das gleiche wird irgendwann auch DE einholen.


    Die Banken stehen unter Druck und benötigen entw. höhere Kreditzinsen oder mehr Schuldner und wollen die Sparer am besten mit 0% abspeisen (deswegen der Leidzins!)

    Das sind schon japanische Verhaeltnisse. Leitzinsen Null, waehrend Marktzinsen unbezahlbar sind.


    Die Banken haben einfach hoellische Angst vor weiteren Ausfaellen und mit drastisch angehobenen Zinsen senken sie die Nachfrage und lassen so die die in Anspruch genommenen Kreditrahmen herunterfahren. Anstatt den Markt mit Geld zu ueberfluten, wird Geld immer weiter verknappt - in Anbetracht der bisherigen Kreditausfaelle war das aber zu erwarten.

    Weil das Realeinkommen schon seit langem sinkt, der nächsten Generation bleibt doch fast nix übrig.

    Genau das ist das Poblem der Kreditexpansion. Aus den US-Statistiken der letzten Jahrzehnte geht hervor, dass die nominale Kreditaufnahme der privaten Verbraucher schneller gestiegen ist als die nominalen Einkommen. Irgendwann ist die wirtschaftliche Kapazitaetsgrenze der Kreditnehmer erreicht und die Kreditaufnahme kann in der Endphase der Expansion nur noch ueber Re-Finanzierung (alte Kredite werden mit Hilfe neuer Kredite getilgt, weil das Arbeitseinkommen dafuer nicht ausreicht) erhoeht werden, bis dieses Kartenhaus zusammenbricht, was wir gerade erleben. Banken koennen noch soviel Geld bereitgestellt bekommen und bereitstellen, solange die Kreditnehmer nicht solvent sind, wird die Kreditvergabe stagnieren. Der Schluessel liegt also bei den Einkommen und dieses Problem laesst sich nur durch massive Lohnsteigerungen einer breiten Masse loesen. In Zeiten steigender Arbeitslosigkeit und ruecklauefiger Industrieproduktion bleibt das natuerlich eine Illusion.

    Bleibe aber dabei, bis jetzt endete jeder Papiergeldexzeß in der Inflation.

    So wird es auch kommen. Zur Preisinflation gehoeren aber immer 2 Dinge: Geld und die Bereitschaft es auszugeben. Die erste Bedingung ist erfuellt, die zweite ist vor allem ein psychologisches Problem und da kann man Geld selbst vom Hubschrauber abwerfen, wenn es die Leute nach Hause tragen und im Keller einlagern oder Garten vergraben anstatt es auszugeben, werden wir lange auf Preisinflation warten. Es braucht den "mentalen Kick", um eine Inflation auch wirklich auszuloesen. 1932/1933 wurde der dadurch erzeugt, dass Plaene ueber ein bevorstehendes Goldverbot durchsickerten (welches erst im April 1933 umgesetzt wurde) und so die Liquiditaet beispw. in Aktien und Farmland trieb, wodurch die Preise wieder zu steigen begannen (bemerkenswerterweise auch ganz ohne Aufblaehung der Geldmenge). Diesen "mentalen Kick" sehe ich aber bei weitem nicht kommen, weil das Vertauen in Geld einfach derzeit zu hoch ist. Es muesste schon ein einschneidendes Propaganda-Ereignis aehnlich wie damals der Verbreitung des Geruechts von einem Goldverbot eintreteten, bevor die bereitgestellte Liquidiaet auch wirklich in Sachwerte fliesst.

    Die Autobahn Stuttgart-Karlsruhe ist verstopft wie eh und je, das ist für mich ein besserer Indikator als sonstwas ;)

    Ich weiss nicht, als ob das als Indikator fuer die Weltwirtschaft taugt. Der Energieverbrauch ist jedenfalls in den USA ruecklaeufig. Wenn es 5 Mio Arbeitslose pro Jahr mehr gibt und jeder im Schnitt 70 Meilen taeglich zur Arbeit faehrt, fallen 200 Tage x 5 Mio x 70 Meilen pro Jahr aus, was schon eine Menge ausmacht. Genauso geht der Energieverbrauch zurueck infolge ruecklaeufiger Industrieproduktion oder simplen Sparmassnahmen der Unternehmen. Der einzige Lichtblick fuer Oel sind die geringen Produzentenanreize infolge des niedrigen Oelpreises, welche langfristig auf jeden Fall eine Oelknappheit erzeugen, aber das wird noch eine Weile dauern.

    Ölwerte werden jahreszyklusbedingt noch ein bisschen weiter bis Sommer steigen, dann wars das auch wieder. Die grosse Rohstoffparty ist zumindest kurzfristig nicht drin.

    Genau. Wo soll eine Angebotsknappheit, die zu steigenden Preisen fuehrt, bei Rohstoffen herkommen, wenn beispielsweise die Autoproduktion weltweit 30%...40% ruecklaeufig ist ? Die saisonalen Schwankungen gerade beim Oel sollte man auf jeden Fall beruecksichtigen und nicht als neuen Rohstoffbullenmarkt deuten. Saisonal korrigiert ist der Oelpreis vermutlich weiter im Abwaertstrend.

    Der Dax, S&P etc interessieren mich auch nur soweit als ich vermute das ich sie dieses Jahr noch fest shorten kann.

    Die Gewinne dieser Baerenmarkt-Rally sind schon historisch. Das es noch signifikant hoeher geht, glaube ich nicht, zumal durch die nicht verschwundenden und sich immer mehr verschlechternden Fundamentaldaten bald wieder Realitaet in die Maerkte sickern wird, es sei denn, man kann die Party der vergangenen Woche mit Billioengeschenken und Bilanzierungstricks endlos weiter fuehren. Das es sich hier nicht um einen neuen Bullenmarkt handelt, wird niemand mit ernsthaften Argumenten abstreiten koennen. Auch Fruehindikatoren wie der BDI zeigen bereits deutlich nach unten.

    es sei denn, auch die deutschen Banken dürfen sich wieder reich bilanzieren. :hae:


    http://www.ftd.de/politik/europa/:Locker?ach/496517.html

    US-Geldhäuser können künftig mehr Wertpapiere nach eigenen Modellen bewerten und müssen nicht die teils massiv gesunkenen Marktpreise in ihren Bilanzen als Basis verwenden....Experten kritisieren die flexibleren Regeln, weil damit die Bilanzen weniger aussagekräftig werden und das ohnehin schwerbeschädigte Vertrauen gegenüber der Bankenbranche noch weiter schwinden könnte. Skeptiker verweisen zudem darauf, dass die Marktwertbilanzierung den Banken in den Boomjahren vor der Krise Buchgewinne beschert hatte.


    Bilanzierungen wie es beliebt, in guten Zeiten mit aufgeblaehten Asset-Bewertungen war die M2M-Regel recht, um Kapital anzuziehen, bei unguenstigen Asset-Bewertungen schreibt man Buecher einfach nach anderen Regeln, damit man noch als solvent erscheint, auch wenn man laengst Pleite ist.


    Der Vertrauensschwund zum Bankenwesen wird das nur noch verstaerken, Europa folgt dem auf dem Fuss.


    Ich werde mir in Zukunft daher dreimal mehr ueberlegen, bevor ich ein Geschaeft mit einer Bank eingehen werde.

    19% Leerstandsrate erwartet

    ....Landlords who are "under water" – and those who lent to them – are facing greater losses. More than a quarter of the $524.5 billion of commercial mortgages on banks' books that will mature in the next four years are backed by real estate that is now worth less than the mortgage, according to Foresight Analytics, a research firm in Oakland, Calif. That underscores the potential for big losses faced by U.S. banks just as they are still reeling from the home-mortgage meltdown.
    ...


    U.S. Office Vacancies Hit 15.2% -- and Rising (click on google link)

    Das es so einfacht nicht geht, sehe ich auch so. Es ist nur eine von zwei moeglichen Corner-Szenarien. Fakt ist, dass das Verhaeltnis von Schuldendienst zu verfuegbarem Einkommen stimmen muss. Es ist von 1945 bis 2007 von 2% auf 15% kontinuierlich angestiegen. Auf jeden Fall muss man damit wieder sehr weit herunter kommen, damit eine langanhaltende Phase wirtschaftlicher Prosperitaet hervorgerufen durch eine Kreditexpansion moeglich wird. Wird die Verschuldung nur maessig abgebaut, sind wir wieder schnell an der wirtschaftlichen Kapazitaetsgrenze der Schuldner angekommen und die Krise beginnt erneut. Vermutlich ist Japan dieses Verhaeltnis nie nachhaltig abgebaut worden und daher bleibt das Land in eeiner "milden Dauerdepression" gefangen. Hyperinflation als Form der Entschuldung, vorausgesetzt die Loehne steigen in selbem Masse wie die Preise, waere eine Moeglichkeit, nur wird das von den Glaeubigern nicht zugelassen werden oder sofort mit drastischen Massnahmen bekaempft.

    Du kannst ein isoliertes Land wie Simbabwe nicht mit globalisierten Wirtschaftsräumen wie USA, Europa und Japan vergleichen.

    Zumal dort ein ganz anderes Geldsystem existiert. Der Dikator druckt dort beliebige Mengen Geld und verteilt sie (verschenkt sie), waehrend im Fractional Reserve Banking Geld lediglich verliehen wird.

    Oder ein gestoppter Baer.


    Roubini aeusserte sich vor einigen Tagen auch meiner Meinung nach ueberraschend positiv zu den Aktienmaerkten: Der Boden sei jetzt da, tiefer wird es nicht mehr gehen. Was ist eigentlich mit Roubini los ?

    Warum spricht der Mainstream eigentlich von einer Billionen $ USD und anderswo liest man von 5 Billionen ?
    Hatt jemand eine Quelle warum 5 ?

    5 Billionen ist die Summe der bisherigen Konjunkturprogramme. 1 Billion ist die neuerliche Spende auf dem G20 Gipfel.


    Unsere Regierungsschefs geben in London einfach Geld aus, ohne dies vorher legitimieren zu lassen. Der Steuerzahler bezahlt dann die Finanzhilfen, die teilweise in korrupte Regimes in der dritten Welt fliessen. Aber in welcher Welt leben wir eigentlich ? Kein Parlament wurde gefragt, der Steuerzahler wird einfach vor vollendete Tatsachen gestellt. Dagegen sollte man protestieren.


    Danke, Tut, dafür. Mir mir fällt mir dazu nichts besseres ein, sonst hätte ich auch nicht gefragt. =)


    Tollar, mir ging/geht es als Dipl.Ing. öfter um klarere Definitionen, das fängt schon bei "System" an...


    Grüsse

    Das Problem ist weniger die Inflation, weil diese durchaus systemrettend ist, solange ein Mehrheit einen Nutzen daraus ziehen kann. Bei dem hohen Verschuldungsgrad der US-Haushalte duerfte eine Inflation im Interesse der Mehrheit sein, weil sie dadurch entschuldet wird. Dass dies natuerlich ganz und gar nicht im Interesse einer Minderheit mit Spar- bzw. Kreditvermoegen (alles Geld ist Schuld) ist, duerfte klar sein. Insofern ist die Inflation oder Hyperinflation ein moeglicher Kompromiss und fuehrt zur nachhaltigen Reduzierung des Anteils des Schuldendienstes am verfuegbaren Einkommen. Ist die Verschuldung auf ein ausreichend niedriges Niveau abgebaut, steigt die Solvenz der Haushalte und die langandauernde Periode der Kreditexpansion kann erneut beginnen.


    Unter Re-Inflationierung vesteht man aber hier allgemein das Wiederingangsetzen der Kreditmaerkte nach altem Muster, d.h. die Verschuldung der Haushalte geht nach kurzer Unterbrechung wieder weiter. Erfolgreich waere die Re-Inflationierung, wenn dadurch der private Verbrauch ansteigt, Waren nachgefragt werden und damit die Wirtschaft wieder waechst. Sollte dies noch einmal gelingen, waere das System vorerst gerettet. Allerdings ist ein schnelleres Wachstum der Verschuldung als der Einkommen in den Geldsystemen systembedingt oder inherent und daher unvermeidlich. Da die Einkommen den Schuldendienst schon heute nicht mehr tragen koennen, ist eine fuer das Wirtschaftswachstum notwendige Kreditexpansion nur ueber exzessive Re-Finanzierung moeglich, welches ueber kurz oder lang zu einem weiteren Crash fuehrt und dann vermutlich den Untergang des Systems darstellt.

    Kreditversicherungsrate fuer Citibank schnellt um 700 Basisunkte nach oben.


    Citi CDS costs hit fresh high ahead of FASB vote
    ...Credit default swaps insuring Citigroup's debt jumped over 700 basis points in intraday trading on Wednesday, or $700,000 per year for five years to insure $10 million in debt, said an analyst....
    http://www.reuters.com/article…ews/idUSN0151856620090401


    Letztendlich verteuern sich damit Kredite fuer Wirtschaft und Verbraucher. Das sieht sehr nach einem Symptom der japanischen Krankheit aus: Extremer Spread zwischen Zentralbankzinsen und Marktzinsen.

    Niedrige Zinsen und re-kapitalisierte Banken bringen in einer Marktwirtschaft nichts, solange die Verbraucher nicht solvent sind. Solvent sind sie erst, wenn das Verhaeltnis Schuldendienst zu Einkommen Banken und Verbraucher wieder ins Geschaeft kommen laesst. D.h. die Schulden muessen abgebaut werden und die Einkommen muessen steigen. Erst dann kann das Spiel der Kreditexpansion erneut beginnen.