Hi Leute,
phantastisch, was wir für ein Sammelsurium zusammen bekommen.
Zuerst muss ich zugeben, dass es wohl so aussieht als hätte Lafontain den dummen Satz mit der 'Enteignung' wirklich gesagt. Allerdings sind gerade an dieser Stelle im Spiegelinterview die Hochkommas - mit denen die Zitate ansonsten sauber gekennzeichnet waren - etwas verrutscht. Es könnte also doch der Kommentar eines Redakteurs gewesen sein, der so aussehen soll, als hätte das der Lafontain selber von sich gegeben. Und ich muss sgen, dass ich bei sowas nicht mehr so ohne weiteres an Zufall glaube. (Wir erinnern uns vielleicht alle noch an den fundierten 12 seitigen Artikel über Gold und Silber im Spiegel über den sich viele damals ziemlich aufgeregt hatten, weil er vor Fehlern und Falschheiten nur so strotzte. Nun dieser Spiegel ist auch der Spiegel der das Lafontain Interview druckte. Wieso sollte die Qualität diesmal besser sein?) - Andererseits ist Lafontain diese Dummheit, gerade im Wahlkampf auch zuzutrauen. Vielleicht erfahren wir morgen noch etwas mehr darüber.
Ich möchte allerdings weg von Lafontain und hin zu Schaeffler und der 'Enteignung'. Da ist natürlich keine Lösung und Lafontain weiss genau dass er hierfür keine Mehrheiten haben wird. Wahrscheinlich will er das nicht einmal wirklich, aber das weiss ich nicht genau.
Ich sagte wir müssen Neue Lösungen finden denn die alten Lösungen taugen nichts mehr. Sie sind von der Realität überrollt.
In Bezug auf grosse Unternehmen wäre mein Ansatz, dass solche Vermögen wie das der Firma Schaeffler sicher sein müssen. Die Regeln dürfen nicht im nachhinein geändert werden. Zukünftig wäre mein Ansatz, solche Unternehmen verstärkt zu fördern, zu unterstützen die ein echtes Interesse daran haben mit ihren Mitarbeitern in Deutschland gut und fair zusammen zu arbeiten. Einige Unternehmen haben bereits erkannt, dass es Vorteile bringt mit Ihren Mitarbeitern, ein gutes Verhältnis zu haben und sie an sich zu binden. (Wirklich und ohne nur davon zu schwafeln). Zum Beispiel hat das eine oder andere Beartungsunternehmen erkannt, dass die gleichen Berater, die sich im Aussendienst beim Kunden durchsetzen sollen, nicht plötzlich in der eigenen Firma in zahme mundtote Angestellte verwandeln lassen. Oder falls doch, werden sie auch durch den ersten Gegenwind beim Kunden in die Knie gehen werden. Also setzt man hier doch besser auf starke Mitarbeiter UND gute Kooperation.
Ausserdem wäre - bei Internationaler Aufstellung der Unternehmen - ein Kriterium, welche Unternehmen willens sind in Deutschland ihrer Steuerpflicht nachzukommen. Zum Beispiel würde ich dafür plädieren, deutlich bekannt zu machen, wenn eine Firma wie Daimler in Deutschland keine Steuern zahlt - wie das zumindest bis vor ein paar Jahren der Fall war. Diese Firmen müssten Standortnachteile bekommen, das ist ja relativ leicht möglich durch den Ausschluss vom Subventionstropf. Und jetzt komme mir keiner mit Arbeitsplätzen, soll doch hier Firmen aufbauen wer ein echtes Interesse hat in diesem Staat die Infrastruktur, die Arbeiter, das Know How zu nutzen, der Rest soll abhauen....Ist übrigens eh schon abgehauen oder auf dem Weg dazu. z.B. zahlt BASF mehr oder weniger freiwillig ein Teil seiner Steuern in Ludwigshafen obwohl sie durchaus alles ins Ausland verschieben könnten.
Wenn solche Firmeninhaber wie Schäffler, Quandt usw. bis drei zählen können muss Ihnen eigentlich klar werden, sie können kein Land in dem sie sich frei und ungestört bewegen wollen komplett in die Armut stossen. Man kann nicht in einer völlig verarmten Gesellschaft ein freies und reiches Leben geniessen. Darum leben diese Leute ja auch noch irgendwo in Europa. Hier wird eine gewisse Freiheit, Sicherheit, Rechtssicherheit garantiert. Noch, wenigstens. Übrigens gibt es schon recht viele Unternehmen die so agieren, gerade im Mittelstand. Nur wird der immer weiter reduziert.
Die Arbeiter und Angestellten brauchen Möglichkeiten und Anreize sich bei Ihrer Arbeit weiterentwickeln zu können. Sowohl fachlich als auch finanziell. Ist dies gegeben, sind die meisten leistungswillig. Fallem die Anreize weg oder werden sie - eventuell sogar im nachhinein gestrichen - regiert er Frust. Ich glaube man könnte in schlechteren Zeiten sogar Opfer von einer Belegschaft verlangen, wenn alle diese Opfer bringen. Aber dann auch wirklich alle.
Bildung müsste ausgebaut werden. Damit meine ich nicht nur, in der Schule die Kenntnisse aufzubauen, die von den Unternehmen benötigt werden, sondern die Kinder auch zu kritischen und selbständigen Menschen zu erziehen. Will das heutzutage noch jemand, ausser mir? Denn nur wenn der einzelne nicht mit sich Hallenjojo spielen lässt, werden auch die Vorgesetzten in den Unternehmen, in den Schulen, in den Behörden damit aufhören müssen. Falls ihr das für selbstverständlich halten, dann schaut Euch mal um unter welchen psychologischen Bedingungen in vielen Firmen gearbeitet werden muss und das ist oft gewollt. Klappe halten und arbeiten......Hatte ich Krankenhäuser schon erwähnte? Schaut euch mal eine durchschnittliche Visite mit Chefarzt in einem richtigen deutschen Krankenhaus an. Dann wisst ihr was Hierarchien bedeuten.
z.B. fehlt in den USA sowas wie Kritik am Management firmenintern komplett. Ich habe dort auf Firmenmeetings Manager Argumente sagen hören, mit denen sie in jeder vergleichbaren deutschen Firma innerhalb von 10 Minuten aufgelaufen wären. In den USA - nichts. Nicht mal eine Diskussion der Kollegen über das Meeting danach. Nichts. Denen fehlt 100 Jahre gewerkschaftliche Beeinflussung. Sie kommen fast nicht auf den Gedanken, dass sie gerade über den Tisch gezogen werden und falls doch ist das 'not my bussiness'. Stinkts Ihnen zu sehr, packen sie die Koffer und machen was anderes.
Gleich kommen noch einige Fragen.....