Da Sammlermärkte auch weithin als Anlagemärkte erkannt und genutzt werden, lassen sich Sammlerpreise oft gar nicht sauber von Spekulationspreisen unterscheiden.
Der Sammlerpreis hat so gesehen immer auch einen spekulativen Bestandteil. Nur das viele Geld gehörte früher eher kundigen, gebildeten Sammlern und ist jetzt vielmehr in den Händen des reichen Pöbels ...
Zuweilen überwiegt die Spekulationsabsicht. Würde jemand, der bei Verstand ist, z.B. lächerliche Installationen, hässliche Farbklecksereien oder kinderkrakelhaft anmutende Schmierereien kaufen und als bedeutende Kunst bejubeln, nur weil der Name eines "Kunst-Promis" draufgepappt ist?
Micky-Maus-Münzen sind eigens produzierte "Sammlerware", aber erfreuen ja wenigstens noch das Auge ...
Ich denke, in der Regel bezieht sich die Frage nach bzw. Erwartung einer Wertsteigerung auf den Zeithorizont: Spekulativ eingestellte Leute wollen innerhalb weniger Jahre Kasse machen ...
Ein echter Sammler will seine Sammlung eher vererben, weitergeben, stiften ...
Wer echt sammeln will, kann auch Kronkorken, Bierdosen, leere Tetrapacks, alte Handys etc. pp. sammeln - das werden vielleicht schon bald gesuchte Artefakte und Zeugnisse einer einst hochentwickelten Zivilisation sein, ...