Dies ist die klassische Mentalität eines Viehbestandes, und zwar eines "Nutzviehs", d. h. eines Viehs, das jemandem (andern) nutzt. Die Schweine und Kühe im Stall führen auch ein recht sorgloses Dasein, was das Futter anbelangt. Jeden morgen geht die Tür auf und es kommt der Bauer und gibt Futter. Sie sind zwar unfrei, aber satt und haben ein warmes Dach über dem Kopf, wenn sie Glück haben sogar noch einen Leckstein und eine Bürste zum reiben.
Bis der Tag kommt, an dem frühmorgens nicht der Bauer, sondern der Viehhändler zur Tür hereinkommt: dann ist die "Party" vorbei. Erkennen hätten sie es können, dass der Bauer am Vorabend mit dem Futter sparte oder gar nichts mehr gab. Kommt noch bald genug, der Futtertrog für das (Stimm- und Zahl-)Vieh leert sich zusehends.
Sehr schönes Gleichnis!
Wenn der Viehhändler oder Schlächter zur Tür reinkommt, singt das Vieh noch fröhlich "Finaaalee, ohhhooo"
Dass es am Vorabend weniger Futter gab, interpretiert das Vieh so, dass der Bauer wohl am nächsten Tag wieder frisches Futter kaufen geht. Und dann gibt es immer diese tollen Leckerlies. ![]()
Erst wenn das Messer am Hals sitzt, erkennen sie schließlich den Ernst der Lage. ![]()