Das ist nicht richtig, "proof" entspricht der deutschen Bezeichnung "Spiegelglanz" oder auch polierte Platte (PP) genannt. Prooflike soll eine Annäherung an proof beschreiben.
Der Rest ist eindeutig Geschmackssache. Für einen Sammler ist es immer schlecht, wenn unterschiedliche Prägequalitäten verwendet werden. Man denke an die armen Kookaburra Sammler, die auf Ihre 1 OZ-Proof-Variante seit einigen Jahren verzichten müssen. Prooflike ist Sie deswegen, da Sie nach der Prägung nicht mit einer entsprechenden Sorgfalt wie eine proof-Münze behandelt wird. Da können also auch schon mal kleine Kratzer oder haarfeine Kratzerchen zu sehen sein. Bei einer Bullion-Münze ist proof ja auch nicht sinnvoll hinsichtlich der Preisgestaltung (Prägeaufwand). Bei dem Mexico-Libertad-Kilo gibt es prooflike und Stempelglanz. Dort kann man den Unterschied gut sehen.
Polierte Platte und Spiegelglanz sind eben nicht dasselbe, auch wenn ich die Endergebnisse beider Prägevarianten nicht zu unterscheiden vermag. PP heißt polierte Ronden und Stempel, spiegelglanz lediglich polierte Stempel. Folglich ist PP auch keine Erhaltungsangabe, sondern Herstellungsart. Eine PP-Münze kann also nicht durch Kratzer zu einer spiegelglanz Münze werden, allerdings zu stempelglanz, da dies eine Erhaltungsangabe ist, die durch sorglosen Umgang schnell nach unten korrigiert werden kann. Eine geputzte Möhre bleibt aber zeitlebens eine PP-Münze, sofern sie denn nach diesem Verfahren hergestellt wurde. Die Unterscheidung zwischen glänzend und matt zieht hier auch nicht so recht, denn die meisten PP-Münzen zeichnen sich gerade durch eine -im Gegensatz zur Normalprägung- viel größere matte Fläche aus.