19.10.2004
Kinross Kurspotential
Frankf. Finance Newsletter
Die Experten von "Frankfurter Finance Newsletter" sind der Meinung, dass die Aktien von Kinross (ISIN CA4969022066/ WKN 213711) kurzfristig orientierten Anlegern Kurschancen liefern.
Kinross Gold sei seit 1993 vom Junior-Goldminenunternehmen zu einem der zehn größten Goldproduzenten der Welt mit einer Marktkapitalisierung von derzeit 2,32 Mrd. USD aufgestiegen. Der Vorstandsvorsitzende und Gründer Robert Buchan habe das in Toronto ansässige Unternehmen in den letzten beiden Jahren durch Fusionen und Zukäufe in neue Dimensionen geführt und verspreche für 2004 auch weiterhin eine Produktion von 1,70 Mio. bis 1,75 Mio. Feinunzen Gold-Äquivalent, ab 2004 völlig ohne Goldpreis-Sicherungsgeschäfte. Im Jahr 2003 habe die Produktion 1,62 Mio. Feinunzen Gold-Äquivalent, im Jahr 2002 vor der Fusion lediglich 0,89 Mio. Feinunzen Gold betragen.
Im Gespräch mit den Experten skizziere Buchan die strategische Ausrichtung auf geographische Zielgebiete vorrangig in Nord- und Südamerika. Etwa 56% der Reserven des Unternehmens würden sich allein in Nordamerika befinden. Aufgrund der Stärke in kälteren Regionen betreibe Kinross auch die Abbaustätte Kubaka im Nord-Osten Russlands. Die drei größten Abbaustätten seien Fort Knox in Alaska/USA (zu 100% in Firmenbesitz mit 391,831 Feinunzen Goldäquivalent), Round Mountain in Nevada/USA (50%; 364,271; equ. oz.) und Porcupine in Ontario/Kanada (49%; 223,960 equ. oz.).
Es sei gerade einmal etwas mehr als zwei Jahre her, dass Kinross seinen jüngsten Expansionsschub in seiner Unternehmensgeschichte erlebt habe, und die Gespräche über eine Fusion von Kinross mit Echo Bay und TVX Gold Mitte 2002 konkrete Züge angenommen hätten. Am 31. Januar 2003 habe sich das relativ junge Unternehmen Kinross Gold auch formal zu einem gestärkten Senior-Goldproduzenten aufgeschwungen. Der Geschäftsbericht 2002 habe noch Reserven von 13,2 Mio. Feinunzen Gold angegeben. Mit den beiden Transaktionen hätten die Reserven im Jahr 2003 unter Berücksichtigung laufender Abbauaktivitäten 14,1 Mio. Feinunzen Gold erreicht.
Damit habe sich die kritisierbare relativ geringe Lebensdauer der Reserven von derzeit ca. acht Jahren um 6,8% erhöht. Die Reserven-Lebensdauer sei ein klares Manko bei Kinross, denn im Branchenvergleich liege sie bei 15 Jahren. Das ausgemachte Ziel sei nicht nur den jährlichen Abbau an Reserven auszugleichen, sondern sie weiter aufzustocken. Der dauerhaft über 400 USD und über dem durchschnittlichen Niveau des Jahres 2003 notierende Goldpreis unterstütze die Erfüllung dieser Ansage, denn damit könnten allein schon rein rechnerisch Reserven mit höheren Abbaukosten einbezogen werden.
In der ersten Jahreshälfte 2004 weise Kinross einen Umsatz von 317,5 Mio. USD auf. 584,6 Mio. USD habe der Umsatz des Unternehmens im Jahr 2003 betragen. Durch die Überwindung von Strukturierungskosten im Zusammenhang mit der Fusion mit Echo Bay und TVX Gold übersteige der Gewinn von 19,8 Mio. USD im ersten Halbjahr 2004 schon jetzt den gesamten Jahresgewinn 2003 von lediglich 19,7 Mio. USD.
Die Anhänger der fundamentalen Wertekennzahlenanalyse sollten aufhorchen. Denn das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von derzeit 4,3 halte man für vergleichsweise gering. Im letzten Quartalsbericht jedoch werde den Investoren darüber hinaus eröffnet, dass ohne die jetzt gestoppten Goldpreis-Sicherungsgeschäfte der Gewinn fast doppelt so hoch ausgefallen wäre. Der Aktienkurs habe diese Ankündigung noch nicht entsprechend honoriert. Die Aufgabe der Hedginggeschäfte Mitte 2004 werde sich zum ersten Mal im bereits abgelaufenen dritten Quartal deutlich in den Gewinnen niedergeschlagen haben. Die Zahlen hierfür würden Ende Oktober veröffentlicht.
Diese Perspektive von Kinross dürfte für kurzfristig orientierte Anleger Kurschancen liefern, so die Experten von "Frankfurter Finance Newsletter". Man rechne aber auch mit einer andauernden Dynamik bei einem stetig hohen Goldpreis über 400 USD und gehe davon aus, dass die 187,7 Mio. USD Barmittel bei lediglich 8,5 Mio. USD Verbindlichkeiten die Möglichkeit eröffnen würden, auch mittelfristig und letztendlich langfristig Wachstum zu sichern.