International Goldfields - eine Gesellschaft wie ein Goldfonds
01.11.2004 so - Redaktion GOLDINVEST.de
Was herauskommt, wenn ein ehemaliger Fondsmanager seine eigene Goldgesellschaft führt, lässt sich bei der australischen Goldfields International (ISIN AU000000IGL0 Frankfurt: WKN 120463) genau nachprüfen. Tony Sage, Managing Direktor, und ehemals Fondsmanager, hat die Gesellschaft genauso strukturiert wie einen Beteiligungsfonds: Die drei Hauptprojekte bieten einen kalkulierten strategischen Mix aus a.) baldigem Cash flow (Mt. Ida, ehemaliger Produzent), b.) fortgeschrittener Exploration mit großem Upsidepotenzial (Evanston, Goldexploration) und c.) jeder Menge spekulativer Phantasie beim Kupferprojekt in Sacu, Rumänien. Hinzu kommen Beteiligungen an nicht weniger als sechs börsenotierten Goldgesellschaften sowie weitere zehn kleinere Minenprojekte in Australien.
Goldfields International hat es als eine der ganz wenigen australischen Minengesellschaften geschafft, einen bedeutenden Anteil internationaler Investoren zu gewinnen. Derzeit sind 28 Prozent der Aktien bei europäischen Investoren. Mit knapp 9 Prozent ist die Commerzbank der größte europäische Aktionär. Die Asset Manager der Bank haben ihren Anteil in jüngster Zeit (siehe IGL Quartalsbericht 2. Halbjahr) aufgebaut. Weitere namhafte institutionelle Investoren sind der aus der Schweiz gemanagte Fonds „Gold 2000“ und JP Morgan. Bei Kursen um die 30 Cents hat Sage (laut Pressemitteilung vom 09.08.2004) selbst im Markt rund 2,6 Millionen Aktien gekauft und damit seinen Anteil auf aktuell 8,37 Prozent erhöht.
Drei Hauptprojekte
1. Mit dem Mt. Ida-Projekt in West-Australien reaktiviert IGL eine im Jahr 1965 aufgelassene Mine, die in geringer Tiefe von 150 Metern hochgradiges Erz produziert hat (265.000 Unzen bei durchschnittlich 16,3 g/t Au). Mit vergleichsweise geringen Mitteln von 1,5 Millionen $A hat IGL soeben den Schacht und Grubengänge in Stand setzen lassen und bereits zwei neue hochgradige Lagerstätten identifiziert. Die „proven reserve“ beträgt zwar nur 67.594t @ 21,2 g/t Au, aber wichtiger als die schiere Menge ist die wirtschaftliche Abbaubarkeit. Die Wirtschaftlichkeit von Mt. Ida resultiert in erster Linie daher, dass vorhandene Infrastruktur genutzt werden kann. Allein der Schacht samt Förderanlage würde 8 Mio. A$ an Vorabkosten verursachen. Die unabhängige Ingenieurgesellschaft Golder’s bezeichnet das Projekt denn auch als „robust“ mit dem Potenzial, „healthy returns“ zu produzieren. Darüber hinaus hat die Gesellschaft in Kürze eine aktualisierte Ressourcenberechnung aufgrund jüngster Funde angekündigt.
Die Minengenehmigung und Machbarkeitsstudie liegen vor, daher wird schon im Januar kommenden Jahres der erste Cash flow aus der Goldproduktion erwartet. Die Mine soll anschließend aus dem Cash flow heraus weiter exploriert und betrieben werden. Das Ziel sind 40.000 Unzen Goldproduktion pro Jahr. Ermutigt durch das Beispiel der Kundana Mine 100 Kilometer südlich von Mt. Ida, erwarten die Geologen vor allem in der Tiefe weiteres hochgradiges Erz. Tatsächlich wurde in Mt. Ida noch nie tiefer als 150 Meter exploriert - in Kundana wurden im Verlauf der vergangenen fünf Jahre 20 Mio. $A investiert und 7 Mio. Unzen Gold in Tiefen zwischen 500 und 700 Meter gefunden. Zu diesem Potenzial in der Tiefe kommt das riesige Potenzial in der Fläche hinzu. In Mt. Ida wurde gerade einmal 1 Quadratkilometer exploriert, der Gesellschaft gehören aber 500 Quadratkilometer. 30 bis 50 Kilometer von Mt. Ida entfernt wurden durch airo-magnetische Methoden Auffälligkeiten registriert, die später exploriert werden sollen.
2. Das Evanston Projekt in West-Australien befindet sich im Stadium fortgeschrittener Exploration. Die Lagerstätte liegt abgelegen inmitten der Wüste, 180 Kilometer entfernt von Southern Cross. Die Infrastruktur ist entsprechend schlecht, allerdings wurde jüngst Eisenerz nur rund 50 Kilometer entfernt gefunden, sodass die Anbindung zumindest bis zu diesem Punkt besser ausgebaut wird. Die aufgezeigte Ressource beträgt derzeit 215.000 Unzen oberflächennahes Gold. Außerdem wurde vom Vorbesitzer eine umfangreiche regionale Datenbank übernommen. Das Ziel der Gesellschaft ist es, die Lagerstätte durch weitere Bohrungen zu testen. Nach Aussage der unabhängigen Ingenieurgesellschaft „Independent Metallurgical Operations (IMO) bietet Evanston bedeutendes Potenzial für eine „Low cost“ Produktion mittlerer Größe, sofern es gelingt, die vorhandenen Ressourcen in Reserven umzuwandeln. In unmittelbarer Nähe der bekannten Lagerstätte hat man 25 weitere Stellen mit geochemischen Auffälligkeiten entdeckt und mehr als 50 weitere Gold-Explorations-Ziele identifiziert. Mit der Feasibility (Machbarkeitsstudie) für eine Tagebauproduktion wird im Juni 2005 gerechnet. In jedem Falle käme bei der Produktion das kostengünstige Heap Leach Verfahren (Haufenlaugung) zum Einsatz. Evanston umfasst eine Fläche von mehr als 1000 Quadratkilometern und bietet damit in der Fläche noch riesiges Potenzial in dem wenig explorierten Grünsteingürtel.
3. Das dritte Großprojekt von IGL ist das Sacu-Projekt in Rumänien, ein Kupferexplorationsgebiet rund 30 Kilometer südlich der berühmten „Golden Quadrilateral“ Region in den Apuseni und Metaliferi Bergen Transylvaniens im karpatischen Gürtel. Das Gebiet wurde in den 90er Jahren durch BHP Billiton im Rahmen der weltweiten Suche nach möglichen „Kupfer-Gold“ Lagerstätten vom Porphyr-Typ identifiziert. Die Geologen vermuten in Sacu die Fortsetzung derselben geologischen Struktur, wie sie in der nur wenige Kilometer entfernt liegenden früheren staatlichen Kupfermine Rosia Poiana zu finden ist. Bisher wurden durch Messung des elektrischen Bodenwiderstands geeignete Bohrziele identifiziert. Die ersten Explorationsbohrungen in Sacu laufen derzeit. IGL investiert rund eine Million A$ in die Exploration, um acht oder neun Bohrlöcher jeweils in Tiefen zwischen 300 und 400 Meter zu setzen. Mit Ergebnissen ist noch in diesem Jahr zu rechnen.
BHP Billition hat das Projekt mit einer so genannten „Clawback“-Klausel an IGL ausoptioniert. Das bedeutet, dass BHP das Recht besitzt, 70 Prozent des Projekts zu übernehmen, wenn sich herausstellt, dass es in Größe und Struktur die hohen Anforderungen des Konzerns erfüllt. Ein solches Szenario wäre für Aktionäre von IGL natürlich Gold wert. Denn IGL würde nicht nur das Dreifache der Explorationskosten erstattet bekommen, sondern behielte einen 30prozentigen Anteil an der künftigen Mine. Das wäre ein enormer Hebel für die kleine IGL, auch wenn zwischen dem ersten Explorationserfolg und der Produktion noch Jahre voller Unsicherheit liegen. Selbst wenn das Projekt den Kriterien von BHP nicht genügt, kann es für Produzenten mittlerer Größe hoch interessant sein. Nicht zu unterschätzen ist dabei die Tatsache, dass sich das Sacu-Projekt nicht mit Siedlungsgebiet kollidiert. Das nächste Dorf liegt sechs Kilometer vom Projekt entfernt. Probleme mit Kulturstätten (wie bei Gabriel Resources) sind daher wohl nicht zu erwarten.
Aktie & Eigentumsstruktur
Einschließlich Tony Sage hält das Management rund 24 Prozent (laut Website) der Anteile. Frank Timis dürfte nach Tony Sage zweitgrößter Einzelaktionär sein. Unter den Institutionen hält die Commerzbank mit 9 Prozent den größten Anteil, gefolgt von einer Reihe internationaler Fonds wie dem Fonds „Gold 2000“, JP Morgan und der Societé Générale. Allein in den vergangenen Wochen hat Tony Sage selbst 2,6 Millionen Aktien aus dem Markt gekauft und dies entsprechend veröffentlicht.
Die Gesellschaft hat, was für australische Werte nicht außergewöhnlich ist, 147 Millionen ausstehende Aktien, womit sich beim gegenwärtigen Kursniveau von 0,35 australischen Cent eine Bewertung von rund 50 Mio. A$ ergibt (entspricht 37,5 Mio. $US). Allein die aktuellen Cash Reserven liegen umgerechnet bei über 5 Mio. $US (laut Pressemitteilung vom 15. Juli 2004). Hinzu kommen weitere 1,4 Mio. $US liquide Assets (in Form von Beteiligungen). Anleger zahlen unterm Strich also gerade einmal 15 Mio. $US „Risikoprämie“ für Mt. Ida, Evanston und Sacu. Eine kanadische Minengesellschaft mit ähnlichen Assets würde wohl ein Mehrfaches kosten.
Die Aktie notiert noch immer unterhalb ihres Aprilkurses (0,43 A$).Für die kommenden Monate hat sich IGL eine Reihe wichtiger Meilensteine vorgenommen. In den kommenden Wochen richtet sich die Aufmerksamkeit auf das Sacu-Projekt in Rumänien. Sollte bei der dortigen Exploration die erhoffte Struktur mit attraktiven Kupfergehalten angetroffen werden, wäre dies ein gewaltiger Hebel für die Aktie (siehe oben), insbesondere, wenn BHP ins Boot käme. Wesentlich weiter fortgeschritten, wenn auch (gerade deshalb) kurzfristig weniger kurstreibend, ist die Entwicklung in Mt. Ida. Feasibility und Minengenehmigung liegen vor. Ab Januar 2005 soll das hochgradige Erz abgebaut werden.