Kommentar vom Hartgeld-Club-Nürnberg ( http://www.hgcn.de/ ![]()
ZitatAlles anzeigen19. November 2008
Viele lächeln etwas schadenfroh über den ratiopharm-Unternehmer Merckle, der sich durch Leerverkäufe mit VW-Aktien verzockt hat. Selbst Schuld, denken einige. Das Spekulieren, besonders mit Leerverkäufen, hat in der Bevölkerung einen Ruf der unseriösen Zockereierlangt. Dabei besteht zwischen einem Leerverkäufer und einem "stinknormalen" Kreditnehmer nicht einmal ein so großer Unterschied, wenn man die Sache aus einer anderen Perspektive betrachtet.
Ein Kreditnehmer leiht sich Geld, ein Leerverkäufer vielleicht Aktien. Beide setzen ihr geliehenes Gut in etwas Anderes um.
Beide müssen am Ende der Laufzeit das ausgeliehnen Gut wieder zurückgeben. Beide haben die Herausforderung, sich dieses Gut auf dem Markt wieder besorgen zu müssen, wenn nötig, zu jedem Preis. Wenn Liquidität am Markt knapp ist, kommt der Schuldner ebenso in Bedrängnis wie ein Leerverkäufer, der sich nicht rechtzeitig wieder eindecken kann. Nur bezahlt der Kreditnehmer nicht mit Geld, sondern mir seiner Arbeitskraft oder in irgend einer anderen Form seines Vermögens.
Wenn die Banken keine Kredite mehr ausgeben oder neue Kredite zurückhalten, dann schnappt die Falle in ähnlicher Weise zu, als wenn Shortseller zu überhöhten Preisen zurückkaufen müssen. Im ungünstigsten Fall bedeutet das den Ruin.
Solange Geld durch nichts definiert ist, kann seine Wertzuweisung im Bezug auf ein anders Gut durch Manipulation fast willkürlich festgelegt werden. Solange die Geldschöpfung quasi ein Monopol darstellt, kann man wohl kaum von einem freien Markt sprechen. Wir hatten seit Jahrzehnten auch im Westen keine echte Marktwirtschaft sondern nur eine Illusion von einer Marktwirtschaft. Es wird Zeit, dass die Leute sich endlich gegen diesen monopolistischen Falschgeldkapitalismus wehren. Wann begreifen wir endlich, wie die Sache wirklich abläuft? Mittlerweile gibt es dazu doch Literatur en masse.
Während hierzulande noch über die Möglichkeit staatlicher Hilfe für den angeschlagenen Opel-Konzern diskutiert werden, geht es im US-Kongress richtig zur Sache.
Auf den mmnews.de (-> hier der Link dazu) wird berichtet, wie ein (namentlich nicht genannter) Senator unverblümt nachfragte, ob es Pläne zu einer Währungsreform gäbe, um das marode Finanzsystem abzulösen. Heli-Ben antwortete mit einem entschiedenen "NO", aber was heißt das schon. Die Katze ist aus dem Sack. Erstmals wird die Problematik im Kongress offen angesprochen, und dabei auch die Möglichkeit einer neuen, goldgedeckten Währung angesprochen. Dass dies von Ben dementiert wurde, ist verständlich.
Dennoch ist die Debatte erstaunlich. Wenn ein US-Senator eine Debatte über eine mögliche Währungsreform auslöst, ist Tabu gebrochen. Das Fiat-Money-System könnte schon sehr bald von einer breiteren Öffentlichkeit in Frage gestellt werden.
Wenn das geschieht, kann die Entwicklung eine überraschende Dynamik erfahren. Wenn das Vertrauen in die Leitwährung allgemein und weltweit verloren geht, kommt es zu einem massiven Abverkauf von allem, was nur nach Fiat riecht.
Michael Mross geht weiterhin von einer Entwicklung € = $ = 100 Yen aus.
Im neuen GEAB hält man hingegen weiterhin an der Prognose fest, dass sich der Dollar gegen 1,70 zum Euro hin bewegt, wenn auch mit Verzögerung.
Im neuen GEAB lautet die Investmentformel schlicht: WYSIWYG, für die Nicht-EDVler, "Was du (auf dem Bildschirm) siehst, das bekommst du auch (ausgedruckt)"
Bemerkenswert sind auch die sich verdichtenden Hinweise, dass es im Dezember zu Auslieferungsschwierigkeiten von physischem Gold bei der COMEX kommen kann.
Details dazu finden Sie im Hat-Trick-Letter, heute aktuell auf den Goldseiten, oder bei auf Ziemanns Gold-News auf Hartgeld.com.
Was das konkret bedeutet, ist ein mögliches Ende der Goldpreismanipulation.
Zusammen mit einem verschwindenden Vertrauen in das Papier wird das eine explosive Mischung. Eine Kernschmelze des Papiergeldsystems wird zwangsläufig zu einem Crack-up Boom führen, auch in einer wirtschaftlichen Rezession. Reflation, Rezession bei steigenden Preisen, eine brutale Kombination.
Von den Inflationskritikern wurde in den letzten Tagen immer wieder das Argument angeführt, dass die Geldmengenausweitung über die FED lediglich als Ausgleich der Bankenverluste dient. Na schön, was geht da ab? Die FED monetisieren die Mistpapiere der Banken, Zeug, das auf dem Markt normalerweise unverkäuflich wäre.
Mit unverkäuflichen Schrottpapieren kann man nicht einkaufen, mit neuem Zentralbankgeld hingegen schon. Es wäre naiv zu glauben, dass die Banken das schöne, neue Geld nicht nutzen würden. Vielleicht nicht, um es als Kredit weiterzugeben, sondern um selbst damit einzukaufen? Dafür braucht man natürlich vorher eine Deflation, denn das mach die Sache dann noch lukrativer.
Nicht zu vergessen, dass die Schulden in einer Deflation ja weiterhin bestehen bleiben und umso schwerer wiegen. Der Kurs geht dann hart in Richtung Staatsbankrott.
Auch wenn der allgemeine Trend momentan in eine andere Richtung zeigt, wir bleiben dabei. Der längerfristig, übergeordnete Trend bleibt inflationär. Die gegenwärtige Phase wird lediglich noch für eine gewaltige Vermögensumschichtung genutzt. Es kann natürlich sein, dass die hyperinflationäre Phase durch eine "plötzliche und unerwartete" Währungsreform jäh abgebrochen wird.
Das Reflationsszenario wird auch durch die Überlegung gestützt, dass in einer Rezession/Depression die Kaufkraft der Masse dramatisch sinkt. Stichworte: Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, Lohnkürzungen…
Die Lebenshaltungskosten und Güter des täglichen Gebrauchs werden wohl kaum billiger. Das Spiel ist aus, eine weitere Verlängerung gibt es nicht mehr!