Beiträge von schuldenblase

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    Viel wahrscheinlicher halte ich, daß die Anlegerpsychologie alle Erwartungen durcheinanderbringt


    Genau!


    Die Massenpsycholgie wird stark von Erwartungen (Gier) und noch stärker von Ängsten geprägt.


    Edelmetalle sind in der Lage, stark zu emotionalisieren und im Kollektiv auftretende Ängste oder Erwartungen in massenpanikartige Verhaltensweisen zu übersteigern : Goldrush. (Silverrush).


    Angstauslöser gibt es genug: Inflation, Staatsverschuldung, marode Sozialsysteme, drohende Staatsbankrotte, Krieg und Krisen usw.


    Wenn mehrere dieser Faktoren bei der Masse einmal als echte existentielle Bedrohung empfunden werden, ist es zum Goldrush nicht mehr weit.

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    eines Tages wird die Gegenwart jedoch alle Schuldenmacher einholen. Die Größten schaffens meistens am längsten die Konkurs oder Bankrott zu verschieben, werden dafür auch mit dem größten Knall auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.


    Sehr richtig!


    Das wird dann der dritte Staatsbankrott auf deutschem Boden innerhalb von 100 Jahren.
    Nur wird das diesmal ein globales Ereignis.
    Auch die Finanz-Misere ist mitlerweile globalisiert.

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    Wäre nun also wieder genug Gold in den Tresoren der Bundesbank könnte man Mittelfristig an die Wiedereinführung des Goldstandards nachdenken.


    Dazu müssten wir erst aus dem Euro und aus dem IWF austreten. Denn der IWF verbietet ausdrücklich, daß eine Währung durch Gold gedeckt ist.


    So mußten auch die Schweizer, als sie vor wenigen Jahren dem IWF beitraten, ab dem Jahr 2000 die Hälfte ihre "überflüssigen" Goldes verkaufen.
    Übrigens zu einem Durchschnittskurs von weniger als 320 Dollar / Unze. Gegenüber dem heutigen Goldpreis von 570 Dollar macht das einen Verlust von über 250 Dollar pro Unze.
    Bei 1350 verkauften Tonnen (= 45 Millionen Unzen) sind das insgesamt über 11 Milliarden Dollar miese.


    Das ist das Ergebnis, wenn die Politik die Goldreserven verscherbelt, um dann in "lohnende" Anlagen umzuschichten...

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    Sozialstaat auf pump halte ich für wenig Erstrebenswert. Kann man sich also keinen Soziastaat mehr leisten, sollte man ihn schnellstens auf ein Minimum reduzieren.


    Das Wesen des Sozialstaates besteht nun aber gerade darin, auf Pump zu leben.
    Würde man all die versprochenen Sozialleistungen durch Einnahmen decken wollen, müßte man für jedes Zahlungsversprechen auch gleich die Einnahmen (=Steuern) entsprechend erhöhen. Da das weder machbar ist (die Leistungsträger würden meutern bzw. abwandern) noch gewollt ist (würde die Wahlstimmen der Leistungsträger kosten), verschiebt man die Lasten in die Zukunft und geht davon aus, daß das notwendige Geld irgendwann vom Himmel fällt.


    Mittlerweile haben wir an die 30 Millionen Transferleistungsempfänger in Deutschland (über 20 Millionen Rentner und Pensionäre, mindestens 8 Millionen Arbeitslosengeld- / HarztIV-/ und Sozialhilfe-Empfänger), die von den Transferleistungszahlern (Steuerzahlen, sozialversicherungspflichtig Beschäftigten) unterhalten werden müssen.
    Die Transferleistungsempänger stellen folglich etwa die Hälfte der Wähler.
    Da wird nichts abgeschafft. Im Gegenteil.

    Hi Goldfinger,


    schön, dass Du hier im Forum bist und Dir ebenfalls wie die meisten hier Gedanken um unser Finanzwesen machst!


    Sei mir nicht böse, aber es gibt da wohl so einige Informations-Defizite (wie in schätzungsweise über 99% unserer Bevölkerung).


    Ich werde darauf noch eingehen.


    Zum Anfang als erstes:

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    Der Goldstandard wurde in Deutschland schon vor geraumer Zeit aufgehoben, ohne nennenswerten Gegenwind aus der Wirtschaft oder von Seiten der damaligen Opposition im Bundestag.


    Der Goldstandard wurde 1914 aufgehoben und seither in Deutschland nie wieder eingeführt.
    1914 war er hinderlich, um den Krieg auf Pump zu bezahlen, folglich wurde (beliebig vermehrbares) Papiergeld eingeführt.
    Bis so viele Staats-Schulden aufgehäuft waren, daß zum Schluß die Hyperinflation und "Währungsreform" (=Staatsbankrott) das Problem lösten.


    Der zweite Staatsbankrott ("Währungsreform") kam 1948, weil die Staats-Schulden aus der Nazi-Zeit und dem Krieg nicht rückzahlbar waren.


    Der dritte Staatsbankrott wird kommen, wenn die Staats-Schulden des Sozialstaates endültig zur Zahlungsunfähigkeit (oder Hyperinflation) führen.

    ... natürlich auch nach oben bringen.

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    Hierfür wäre das zunehmende Interesse der Kleinanleger heranzuziehen.


    Wenn sie erst mal in Massen auf Einkaufs-Tour gehen, gibt es für die Preise kein Halten mehr...


    Momentan machen allerdings erstmal die Großen die Musik.


    Wenn der Iran in den letzten Monaten 700 Tonnen Gold aus Europa ausgeflogen hat, braucht es schon viele Kleinanleger, die ihr Sparbuch gegen Unzen tauschen.


    Ich schätze, daß die anderen Ölexporteure einen erheblichen Teil ihrer Petro-Dollar-Schwemme auch in Barren wechseln.
    Von den asiatischen Zentralbanken ganz zu schweigen.


    Wenn dann die Kleinanleger erst einmal ihre Papiervermögen umschichten wollen, kann es gut sein dass sie erhebliche Probleme haben, überhaupt noch Gold (und Silber) zu finden, das sie kaufen könnten...

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    Den heutigen Verlauf mit dem vor über 20 Jahren zu vergleichen halte ich für mehr als absurd.


    Da hast Du allerdings Recht!


    - Seit 1980 haben sich die umlaufende Geldmenge sowie die Papier- und Digitalgeldvemögen verzigfacht.
    - Die Zentalbanken halten nur noch einen wesentlich kleineren Anteil am Gesamt-Goldbestand (den sie zur "Kurspflege" abstossen könnten)
    - Die Staatsverschuldung ist in allen Industriestaaten seither exorbitant ins Unermessliche und Unzurückzahlbare gestiegen
    - Neue, gigantische Gold-Nachfrager sind auf dem Weltmarkt aufgetaucht: Chinesen (damals noch unterbemittelte Arbeitsameisen in Mao-Kitteln), Inder, die durch die Industralisierung und Technisierung zu immer mehr Vermögen kommen
    - Die Gold-Nachfrage übersteigt seit Jahren die Minenproduktion
    - Der Dollar hat seit 1980 ca. 2/3 seiner Kaufkraft verloren
    - Die Sozialsysteme in den meisten Industriestaaten sind letztlich bankrott und allmählich merken das auch die Dümmsten (ausser Nobbi Blüm)


    Die Krisenherde auf der Welt sind allerdings immer noch die selben:
    - Afghanistan (damal die Russen einmarschiert)
    - Irak und Iran (führten damals gegeneinander Krieg)
    - Israel ist ein Dauerbrenner
    Nun kommt allerdings noch der Terrorismus dazu...


    Wenn man das miteinberechnet, sind die 850 $ / Unze von vor 20 Jahren als heutiges Kursziel allenfalls ein müder Witz.
    Ich schätze, man kann da eine "0" dranhängen, wenn die Kacke mal so richtig hochkocht.

    Diese Firma Hereaus ist ein sehr merkwürdiger Laden.


    Wohl ein Familienunternehmen, das hauptsächlich von Edelmetallverarbeitung und -handel lebt.
    Hat natürlich kein Interesse daran, daß Anleger die Edelmetallpreise nach oben bringen.


    Habe schon öfters Artikel von ihnen gelesen.
    Was diese angeblichen Edelmetall-Experten immer so schreiben enthält einen erheblichen Anteil an schwachsinnigem Stuss.
    Endweder wollen sie damit einen bestimmten Zweck erfüllen (Anleger vom Edelmetall abhalten?), oder aber es fehlt in dieser Familiengruft an Hirnsubstanz.


    Im übrigen gehören die zu den Edelmetallschmelzen, die Dich glatt bescheissen wenn Du was zum Einschmelzen bringst: verlangen horrende Schmelz-,Prüf- und Umformgebühren und bezahlen beschissene Ankaufspreise.


    Säße der Laden in den USA wäre er mit Sicherheit Mitglied der SUA (Silver-User-Association). Vielleicht ist er es auch so...

    Übrigens: an der COMEX laufen so rund 100.000 Silber-Kontrakte, d.h. es sind mindestens (bei 5000 Unzen / Kontrakt) 500 Millionen Unzen Silber geshortet, d.h. auf Termin verkauft. Also etwa 5 mal mehr, als an der COMEX an phsysischem Silber eingelagert ist. Der allergrößte Teil dieser short-Positionen ist nackt, das heißt, daß diejenigen, die das Silber auf (Zukunfts-)Termin verkauft haben, in wirklichkeit gar kein Silber besitzen. Deswegen spricht man auch von "Papiersilber".


    Sie sind also gezwungen, den Kontrakt irgendwann zurückzukaufen, denn sie können bei Terminfälligkeit ja gar kein Silber liefern.


    Sollten z.B. alle "Longs", also diesenigen, die auf Temin GEkauft haben, bei Terminfälligkeit der Kontrakte auf der physischen Lieferung bestehen (was ihr Recht ist), dann würde das System zusammenbrechen, da den 500 Millionen Unzen Lieferanspruch nur ein Bruchteil wirklichen Silbers gegenüberstehen.
    Die Shorts wären also im Lieferverzug bzw. nicht lieferfähig.


    Anmerkung: z.Zt. sind an der COMEX etwa 125 Mio Unzen Silber physisch eingelagert.
    Ein erheblicher Teil ist dort jedoch in festem, weit gestreuten Besitz und wird dort nur in Sicherheitsverwahrung gelagert.
    Zum wirklichen Verkauf und von den Shortsellern anbietbar ist nur ein Bruchteil davon(Ted Butler schätz deutlich weniger als die Hälfte, also so um die 50 Mio Unzen, wenn es hoch kommt).

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    wieso bekommt denn ein gelisteter Profihändler das ganze 875 US$ günstiger?
    Wer kassiert bei Normalos diese erhebliche Differenz von 875 US$?


    Diese "margins" sind von der COMEX festgelegte Sicherheiten, die für jeden eingegangen Kontrakt auf dem Konto hinterlegt sein müssen.
    Quasi um sicherzustellen, daß innerhalb gewisser Schwankungsbreiten derjenige, der einen Kontrakt kauft auch (falls seine Wette nicht aufgeht) seinen Verlust an seinen Gegenüber, der ja dann einen entsprechenden Gewinn hat, bezahlen kann.


    Da haben bestimmte große Händler (i.d.R. die Großbanken bzw. deren Bullion-Abteilungen) offensichtlich eine bessere Bonität und müssen deswegen nicht so viel Sicherheit hinterlegen.


    Da es für jeden Kontrakt immer einen Gegenspieler gibt, wird das, was der eine an Verlusten macht, beim anderen als Gewinn fällig.

    Diese Meldung ist ein Hammer:


    Heimliche Goldflüge ab Zürich
    Iran soll Gold im Wert von mehreren Milliarden Franken aus der Schweiz ausgeflogen haben
    Um sich gegen Sanktionen abzusichern, hat Iran auf westlichen Bankplätzen deponiertes Gold und Finanzguthaben zurückgeschafft. Gold im Wert von über 5 Milliarden Franken soll ab Zürich ausgeflogen worden sein.

    [...] <- Hey Leute wann lernt ihr es? Nicht ganze Veröffentlichungen kopieren X( Gruß HORSTWALTER
    Quelle:
    Iran -Goldflüge

    Was wir in den letzten Tagen sehen, deutet stark auf einen short-squeeze hin.
    Da manche hier neu sind, oder die Materie nicht so gut kennen, hier eine kurze Erklärung der Zusammenhänge:


    Ich habe mal durchgespielt, wie das asugesehen hätte, wenn ich letzte Woche bei 10 $ /oz Silber an der COMEX short gegangen wäre.


    Ein Silber-Future an der Comex entspricht 5000 Unzen.
    Dafür muss man 3375 $ hinterlegen (gelistete Profi-Händler nur 2500$).
    Siehe hier: COMEX-Silber-Future-Regeln


    Jeden Cent, den das Silber über 10$ steigt, bedeutet für mich eine Zahlungsverpflichtung von 50 $.
    Jeden Cent, den Silber unter 10$ sinkt, bekomme ich bei Verkauf des Futures 50 $ Gewinn.


    Steigt der Silber-Spot um 10 Cent, sind das schon 500$ Zahlungsverpflichtung


    Steigt der Silber-Spot um 1 Dollar, sind das 5000 $ Zahlungsverpflichtung.


    Steigt der Silber-Spot um 1,70 Dollar (Spot-Preis gestern: 11,70 $), so besteht bereits eine Zahlungsverpflichtung in Höhe von 8500 $.


    Das heißt, nicht nur die eingesetzten 3375 $ sind futsch, sondern ich muß zusätzlich noch über 5000 $ drauflegen.


    So weit wird es allerdings in der Regel nicht kommen, denn in dem Moment, wo meine Geld-Deckung auf dem Future-Konto nicht mehr ausreicht, bekomme ich einen sogenannten "margin-call".
    Das bedeutet, ich muss unverzüglich für die eingegangenen Kontrakte die ausreichende Deckung (3375 $ pro Kontrakt) wieder herstellen.
    Entweder ich schieße sofort das nötige Cash nach - oder ich verkaufe so viele Kontrakte, bis die Balance wieder stimmt - oder die COMEX führt einen Zwangsverkauf durch.


    Die Folge ist, dass i.d.R. die shorties Kontrakte verkaufen müssen - d.h. sie treten nun selbst als Silber-KÄUFER am Markt auf.
    Wenn das in größerer Menge passiert, treibt dieses Abstossen der Short-Positionen den Preis nach oben, was nun neuerliche margin-calls auslöst - und in einer Spirale den Preis nach oben treibt.

    Zarathustra: das ganze sieht sehr nach einem short-squeeze aus.


    Da werden viele, die bei 10$ /unze oder tiefer geshortet haben in den letzten 2 Tagen saftige margin-calls bekommen haben (das heißt unverzügliche Nachschuss-Pflicht in CASH) - und notgedrungener Weise ihre short-positionen zu jedem Preis verkaufen.


    Das heißt, diese shorties treten nun plötzlich zusätzlich als Silber-Käufer am Markt auf


    So etwas kann die Kurse rucki-zucki in ungeahnte Höhen treiben.



    Rein gefühlsmäßig erwarte ich auch eine deutliche Korrektur - das Problem ist: dieser Markt ist (durch langjährige Preisdrückung / shorten / leasing und nun die drohende Material-Verknappung) so verrückt, da ist innerhalb der nächsten Tage alles möglich.
    Vom Durchmarsch auf 20 $/Oz bis zum Kurseinbruch auf 7$/Oz.

    .. vorher das gleiche festgestellt und eine ähnliche Frage im Thai-Guru Thread (unter Gold, Silber & Minenaktien) eingesteltt.


    Sehr merkwürdig, anscheinend kann die Software mir dem Silberkurs nicht mehr mithalten...