Beiträge von Königswasser

    Die Verstaatlichung der Tulpenzwiebeln

    Zitat

    Die gesamte Kreditwürdigkeit der USA steht auf dem Spiel. Durch Kreditverbriefungen per Mortgage Backed Securities (MBS) in Höhe von 2,252 Billionen Dollar durch FNM und 1,823 Billionen Dollar durch FRE wurde das Risiko der Immobilienmanie an Investoren weltweit weitergereicht. Größter Halter dieser Schuldenpapiere ist der Finanzierer per Kredit seiner eigenen Exporte in die USA -China! Gewaltige 376 Milliarden Dollar hält China an diesen GSE-Papieren. Ausländische Investoren halten insgesamt 1,3 Billionen Dollar an MBS-Papieren.

    Das Triple A Rating der USA wäre hinfällig, wenn die MBS offiziell auf die Staatsschulden gerechnet werden müßten.

    @juergenlangen

    erklär lieber mal, was Du unter Zäsur im globalwirtschaftlichen Spiel verstehst ?

    Dazu zitiere ich auratico aus dem GEC:

    Zitat

    Die Verstaatlichung von Fannie und Freddie macht die USA quasi über Nacht zu einer der "sozialistischsten" Nationalökonomien überhaupt. Es ist eine Aktion in der Grössenordnung von Roosevelts New Deal. Die Bundesschulden verdoppeln sich dadurch auf einen Schlag, auch wenn das durch US-typische Sprachregelungen ("Conservatorship") vernebelt wird. Das US-Finanzministerium kann nun ganz offziell und ohne Heimlichtuerei sowohl MBS als auch andere Anleihen von Fannie und Freddie ohne Limit (ausser durch ein - unwahrscheinliches - Kreditlimit des Kongresses) aufkaufen.

    Es ist mehr als ein Bailout. Das US Finanzministerium ist jetzt gesetzlich ermächtigt, bei jeder Schieflage infolge der Finanzkrise aktiv einzugreifen und Garantien in nahezu unbegrenzter Höhe zu leisten. Im Falle von F&F wird diese vor kurzem erst durch den Kongress gepeitschte Regelung nun erstmals angewendet. Weitere Fälle dürften folgen.

    Aber wie IKB waren die US Bausparkassen ja gar zwar börsennotiert, aber
    sowieso schon halb-staatlich ..

    Dass sie als halbstaatlich angesehen wurden (obwohl sie es rechtlich nie waren), ist richtig. F&F waren und sind Vehikel zur Verbriefung von Kreditschulden. Im Rating den Staatsanleihen gleichgestellt, aber eben besser verzinst.

    Also bitte: Was ist jetzt noch erwähnenswert, was nicht in allen Zeitungen und vor Jahren schon
    in allen Internetforen gestanden hat ?

    Es ist die neue Qualität des "moral hazard". Warum sollten jetzt andere Regierungen und Zentralbanken hinter dem amerikanischen Beispiel zurückstehen?

    Ich nehme die Anregung von auratico auf und mache einen neuen Thread "Fannie & Freddie: de-fakto-Verstaatlichung und die Folgen" auf. Da die Maßnahmen der Fed einer Zäsur im globalwirtschaftlichen Spiel gleichkommen, halte ich dies für angebracht. In Abgrenzung zum GEC sollen hier die Folgen und Auswirkungen der gravierenden staatlichen Eingriffe in die Spielregeln der "freien Marktwirtschaft" näher beleuchtet und diskutiert werden. Eure gesammelten Fakten, Informationen und Meinungen sind hier willkommen!

    also jeder, der bei den Zentralbanken dann nicht zum betteln geht, ist aus Sicht der FREIEN Marktwirtschaft dann dumm...BRAVO die SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT hat sich somit also erledigt und wurde zu GRABE getragen

    So ist es. Stichwort "moral hazard". Die EZB läßt sich schon seit geraumer Zeit sehenden Auges von u.a. spanischen Banken ausplündern und kann nichts dagegen unternehmen, ohne die wirklich notleidenden Banken zu erledigen. Da sie genau davor panische Angst hat, wird der ganze Betrug unter den Teppich gekehrt. Unsere Steuern werden z.Z. vorangig dazu verwendet, europaweit Bankenbilanzen zu sanieren. Soziale Marktwirtschaft sieht anders aus.

    nun mal ganz langsam mit den jungen Pferden, denn so schnell stirbt es sich auch nicht.....
    daß es mittelfristig in einer depressiven Hyperinflation enden muß und auch enden wird, das steht außer Frage.

    Wohl wahr. Zu beachten ist, dass Paulson mit dem "Conservatorship" die mildeste Form der de-Fakto-Verstaatlichung gewählt hat. Die 5 Bio. an F&F-Krediten werden mit diesem Trick nämlich noch nicht zu US Staatsschulden. Ob der Plan aufgeht, F&F nach der zeitlich begrenzten Übergangsphase, in der der staatliche Verwalter das Sagen hat, wieder in privatwirtschaftliche Hände zu entlassen, darf indes bezweifelt werden...


    Zitat aus "Die Knute des Conservators ":

    Zitat

    Die "Conservatorship" erlaubt es dem amerikanischen Finanzminister Henry Paulsen, die ganzen Schulden bei den Hypothekenbanken zu lassen und nur von Quartal zu Quartal den Verlust auszugleichen, den die Banken wegen der geplatzten Hypothekenkredite einfahren. Das erwarten zumindest die Experten in den Vereinigten Staaten, auch wenn die genaue Vorgehensweise nach dem Beginn der Vormundschaft noch nicht bekannt ist.
    [...]
    Das Vormundschafts-Verfahren, das die Regierung jetzt verwendet, ist in dieser Form erst in den vergangenen Wochen ins Gesetz geschrieben worden. Und es läuft ganz ähnlich ab wie das für die Vormundschaft über Britney Spears: Erst muss klar sein, dass der Bevormundete nicht mehr auf sich selbst aufpassen kann, das heißt, Fannies und Freddies Aufsichtsbehörde "Ofheo" muss formell feststellen, dass die beiden nicht mehr genug Geld haben: Sie müssen "massiv unterkapitalisiert" sein. Dann kommt der neue Vormund. Anders als im Fall von Britney Spears wird bei Fannie und Freddie der Vormund aber wahrscheinlich derselbe sein wie der Richter: die Aufsichtsbehörde.

    Mit je einer Mrd. wird man wohl nicht einmal diesen Monat überstehen - die Börsenkurse wird es Morgen wohl freuen - bleiben dann noch die anderen Kandidaten (Citi, Lehman, Wachowia, ...) - dieses Procedre wird wohl auch dort bald Begehrlichkeiten wecken und die Stuerzahler werden wohl demnächst "Zwangsanteileigner" eines Großteils der zusammenfallenden "US-Sternchen".

    Sehr richtig. ALLE Banken werden bei der Fed am "Bettelschalter" Schlange stehen. Bei der EZB ebenso. Und zwar nicht nur die Bedürftigen, sondern ALLE Banken, deren Manager nicht völlig verblödet sind. Staatssozialismus pur.


    Zitat dottore aus dem DGF:

    Zitat

    Sozialismus statt Freiheit - das ist die Lehre, die wir aus den letzten Zuckungen ziehen müssen. F+F ist der allen sichtbare Ausdruck für die große historische Wende. JEDER hat jetzt "Anspruch" auf staatliche Douceurs, nicht nur die Hartzler.


    Damit ist jegliche Dynamik (Schumpeters idiotische Ideen inkl.) aus dem - bisher durch Schuldendruck und Überschuldungsfolgen - gespeisten freien System erloschen.

    Also so wie immer !
    Aufschwung - Überhitzung - Stagflation - Abschwung
    oder wie der Volksmund sagt
    Nach Regen kommt immer wieder Sonnenschein

    romario,
    na prima. Alles wie immer - drollig. Dann kannst du uns bestimmt sagen, wer als nächster Schuldner bereit steht, nachdem Joe Sixpack die Segel gestreckt hat? Und eine neue Bubble für den gigantischen Derivateberg hast du sicher auch schon ausgemacht. Wenn nicht, dann erklär mal, wie du die weltweite Rezession verhindern willst.

    Hat das einer live mitverfolgt und kann das bestätigen?

    Sieht irgendwie nach einem Liquiditätsengpaß aus. Was genau da war, wird sich vielleicht noch rausstellen. Herr Margin hat angerufen, und eine größere Adresse war gezwungen, in Dollars glattzustellen, und mußte daher wahllos alles gegen Dollars verkaufen. Die Aktienmärkte sind ja im Gleichmarsch 3-5% runter, durch alle Branchen und Länder.

    Ja Milly, für mich auch. Man munkelt, es seien ein paar Hedgefonds in Liquiditäts-Nöten.
    Hedgefonds verpuffen: BIZ löst Pleite-Alarm aus
    Man war wohl ferner enttäuscht, dass Trichet die Zinsen da gelassen hat, wo sie waren und auch hingehören.

    Als Leerverkauf von Wertpapieren (also auch Papiersilber und Papiergold) wird ein Optionsgeschäft bezeichnet, bei dem ein Investor Papiere verkauft, die nicht in seinem Besitz sind, mit dem Ziel, diese zu einem späteren Zeitpunkt billiger zurückkaufen zu können.
    Hier eine Quelle, die die Techniken, Hintergründe und Risiken gut beschreibt: Short-Selling: Waffe der Bären


    Bei Gold und Silber wie auch den Minenaktien sind ungedeckte Leerverkäufe ein vieldiskutiertes Thema. Such mal bei Google oder im GS-Forum nach Butler und naked Shortselling, da erfährst du mehr.

    Schockschwerenot! WARUM nur ist es so schwierig, zwischen einer (noch dazu temporär) rückläufigen WACHSTUMSrate und einer (weiterhin steigenden) ABSOLUTEN Zahl zu unterscheiden?

    Unterstelle der Dame mal keine Absicht sondern schlicht Unvermögen. Anbei nochmal der langjährige M3b-Chart. Die grüne bzw. schwarze Linie ist die absolute Geldmenge, die blaue Linie ist die annualisierte Wachstumsrate. Die ist von irrwitzigen 17% auf immer noch wahnwitzige 13% gesunken.
    Das ist wie bei Peer Steinbrück: Wenn der verkündet, die jährliche Nettoneuverschuldung sei rückläufig, glaubt die Mehrzahl der Deutschen, dass die absolute Staatsverschuldung gesunken sei. :wall:

    Ich halt das nurmal fest....; langsam hat das alles Casinocharakter....hoff nur wir haben jetzt den Boden ...sonst ...naja....hoffen wir das beste, aber etwas verzweifelt bin ich schon; vor 1-2 Jahren hat man sich zumindest noch nach irgendwas richten können....; bin zwar erste gut 2 Jahre "dabei"..aber so unberechenbar was das alles noch nie ?! oder seh ich das falsch ??...auch heute gabs ja eigentlich nur news die die ems hätten nach Norden bringen ( EZB, Arbeitsmarkt Us...usw. )...und was passiert ? nix !!! im Gegenteil....; aber vl. hab ich was "übersehen"....dann klärst mich auf bitte....

    It's all about the dollar. Wenn der weiter wie ein Ballon steigt, dann ist ist der Boden vom Ballon aus gesehen bald nicht mehr zu sehen. Wer Euros gegen Gold getauscht hat, muss sich keine großen Sorgen machen. Wer bei 950 allerdings Dollars gegen Gold getauscht hat, der hat definitiv Sorgen.

    => Letzten Endes bedeutet es aber natürlich ein MISStrauensvotum der Chinesen gegen die USA, denn offenbar ist diese Umschichtung von F&F-Anleihen (die nach dem angekündigten und defacto-Staats-Bailout von F&F durch die USA eigentlich "gleich sicher" sein müssten) ja eine vorläufige Flucht der Chinesen hin zu einem NOCH liquideren und sichereren Asset, das DIREKT durch die "höchste" Autorität garantiert ist: den US-Staat mit seiner Wirtschaftskraft und seinen Goldreserven und vor allem seinem Militär!

    Das ist ein ungeheuerlicher Affront gegen die USA. Früher hätte es gereicht, wenn ein US Finanzminister nur angedeutet hätte, dass bei F&F nicht anbrennt. Paulson dagegen hat sich extra die Vollmacht vom Kongress zur Rettung von F&F geholt, diese aber noch nicht eingelöst, da er gehofft hatte, die Chinesen würden sich mit diesem Zeichen zufrieden geben. Die Chinesen hat das aber offensichtlich kalt gelassen. Sie beharren auf Rückgabe. Paulson hatte keine andere Wahl, als die Kröte zu schlucken. Da er die Chinesen zudem nicht zu einer Aufwertung ihrer Währung bewegen kann, bleibt als einziger Ausweg der Deal mit der Dollar-Stützung durch chinesische Geschäftsbanken auf Weisungen von der Chinese Central Bank. Damit kann Hank Paulson noch einigermaßen das Gesicht wahren bis zur Wahl im November. Die Chinesen wissen, wie wichtig es ist, dass der Gegner nicht das Gesicht verliert.


    [Blockierte Grafik: http://info.kopp-verlag.de/uploads/RTEmagicC_Bank-of-China-2.bmp.jpg]

    => Ups, in der Eile übersehen. Danke Königswasser. Bloomberg geht offenbar gestern in der Meldung sogar noch weiter und spricht vom praktisch kompletten F&F-Anleihen-Verkauf. Habe aber die Quelle nicht.

    Kann bei Bloomberg keine entsprechende Meldung finden. Nur diese Meldung , die auch durch FT.com bestätigt ist. Demnach wurden bisher 1/3 der gehaltenen Anleihen abgestossen. Solange der Dollar aber steigt, heisst das für mich, dass die Chinesen weiter F&F bonds abstossen und über ihre Geschäftsbanken dafür den Dollar kaufen lassen.
    Und da sind auch noch andere, die auf schrottwertigen agency bonds sitzen (Japan, Saudis) ...

    => In diesem Zusammenhang gibt es ein Gerücht, dass auch China, das ebenfalls viel zu viele Frannie&Freddie-Anleihen hat(te), diese mittlerweile losbekommen hat(!). Gestern war ein entsprechender Bloomberg-Bericht im Umlauf. Kennt den jemand?? Falls das stimmt, wäre eine Möglichkeit, dass China einen Deal mit den USA gemacht hat, wonach die Amis diese (de facto Staats-)Anleihen von CHI zurücknimmt und diese im Gegenzug den $ noch ein wenig länger stützen! Nur eine Theorie - würde aber zeitlich gut zu den Berichten passen, wonach die chinesische Staatsbank die chinesischen Geschäftsbanekn zu $-Käufen gezwungen hat!

    Das ist mehr als ein Gerücht. Ich hatte hier und hier bereits darauf hingewiesen.

    Also: gibt es eine Möglichkeit, die Reserven der Fed in Erfahrung zu bringen?

    Offiziell verfügen die USA über rund 8.000 to an Goldreserven. Wieviel davon noch physisch in den Tresoren der Fed bzw. in Fort Knox liegt weiß keiner bzw. die die es wissen dürfen es nicht sagen. Da die Gringos Gold als nutz- und wertloses Zeuch ansehen (1 Oz = 42,22 $), haben sie wahrscheinlich einiges davon in werthaltiges Büttenpapier getauscht.


    p.s. dieses Forum hat auch eine Suchfunktion!

    IMHO der beste Norcini seit langem.

    Zitat

    "Honey - gasoline prices are back down to $3.00 gallon - I am going out to buy that new 52" plasma TV. Why sugar, why stop there - let's get that PLUS a brand new SUV. Maybe we should just scale on up to the Hummer. I've been wanting a new refrigerator as well so let's go ahead and buy it - we can save a few bucks by picking it up ourselves. We'll just flip the rear seats down in the Hummer and have them load it into the back end. I heard that they are throwing in a couple of six packs of Bud with every puchase."

    8o :thumbup: 8o :thumbup:
    So ticken unsere amerikanischen Freunde. Masters of Debt.

    Aufgrund der Erfahrung von 2 Währungsreformen, 2 verlorenen Kriegen, Besatzung und Zwangsabgaben werden die Menschen in Deutschland vor allen anderen Ländern erkennen, was wirklich werterhaltend ist in Krisenzeiten. USA, England, Australien etc. fehlt diese Erfahrung völlig, von China ganz zu schweigen, deshalb wird dort die Masse noch viel unvorbereiteter in die Eskalation der Krise stolpern.

    Würde dir gerne zustimmen, aber ich fürchte du irrst. Die Deutschen sind in finanzieller Hinsicht absolute Analphabeten und lernen nichts aus ihrer eigenen Geschichte. Gold ist hierzulande kein Thema und das wird wohl auch so bleiben. Bis zum Ende werden sie sich an ihre Sparbücher klammern.
    Anders die Asiaten: diese Nationen vertrauen INSTINKTIV und TRADITIONELL auf Hartgeld [(c) WKE :D ]