Nach den Angriffen habe sie die ukrainische Hauptstadt „komplett verändert“ erlebt, sagte Katrin Eigendorf. Der Grund liegt auf der Hand: Städte wie Kiew oder Lwiw hätten in den vergangenen Monaten als sichere Rückzugsorte gegolten, nun seien zum Zentrum der Angriffe geworden. Im ganzen Land herrsche Alarmstimmung.
Sieben Stunden haben die Angriffe allein am Dienstag gedauert. „Das ist eine ganz neue Eskalationsqualität“, konstatierte die Kriegsreporterin. Die Symbolkraft sei dabei nicht zu unterschätzen: „Es gibt keinen Rückzugsort mehr.“ Sie habe „Leute in Panik erlebt“, berichtete Eigendorf. „Es gibt auch Leute, die das sehr wütend gemacht hat, die sagen: Wir werden das nicht hinnehmen.“
Dies sei wohl auch der „der Geist von Kiew“, sagte die Korrespondentin: „Wir machen weiter, wir lassen uns nicht einschüchtern!“
Mit Blick auf den nahenden Winter sprach Katrin Eigendorf angesichts vielfach zerstörter ziviler Infrastrukturen von „einem Riesenproblem, vor dem die Ukrainer neben dem Kriegsgeschehen stehen“. Die Lage werde sich fraglos weiter zuspitzen.
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ZDF-Frau: „Selenskyj hat sich verändert, er verhärtet die Fronten“
Nach einem Einspieler, der Wolodymyr Selenskyj zeigte, wie er sich nach den jüngsten Angriffen einmal mehr mit martialischen Worten an sein Volk richtete, analysierte Katrin Eigendorf, dass auch der ukrainische Präsident einen Wandel vollzogen „und im Prinzip die Fronten weiter verhärtet“ habe.
Am Anfang des Krieges sei die Ukraine noch zu gewissen Zugeständnissen bereit gewesen - „diese Verhandlungsbereitschaft ist jetzt nicht mehr vorhanden“, sagte die Korrespondentin.
Eigendorf: „Noch nie so verhärtet wie jetzt“
Der Präsident sei in keinster Weise bereit, mit Wladimir Wladimirowitsch Putin zu verhandeln. „Die Fronten waren in diesem Krieg noch nie so verhärtet wie jetzt“, fasste Eigendorf die Situation zusammen.