### Zusammenfassung des Inhalts der "Hinreichend allgemeinen Theorie der Steuerung" (HATS/DOTU)
Die "Hinreichend allgemeine Theorie der Steuerung" (original russisch: "Достаточно Общая Теория Управления", kurz DOTU) ist eine umfassende theoretische Framework, das in den 1980er Jahren in der Sowjetunion entwickelt wurde und eng mit der "Konzeption der öffentlichen Sicherheit" (KOBS, russisch: Концепция Общественной Безопасности) verbunden ist. Sie stammt von einem anonymen Autorenkollektiv, das sich als "Innerer Prädiktor der UdSSR" (Внутренний Предиктор СССР) bezeichnet, und wurde in den 1990er Jahren durch Figuren wie den Generalmajor Konstantin Petrov popularisiert. Die Theorie wird in Büchern, Vorlesungen und Online-Materialien dargestellt, darunter das Hauptwerk "DOTU" (erstmals 1997–2003 als Lehrmaterial an der St. Petersburger Staatlichen Universität, revidiert 2004 und 2011). Sie gilt als pseudowissenschaftlich und konspirativ, da sie globale Steuerungsprozesse als hierarchisch organisiert darstellt, mit einem Fokus auf gesellschaftliche, wirtschaftliche und biosphärische Krisen. Kritiker sehen darin Elemente von Antisemitismus, Neopaganismus und Verschwörungstheorien, und einige Publikationen wurden in Russland als extremistisch verboten.
Der Kerninhalt der DOTU zielt darauf ab, eine "hinreichend allgemeine" Methode zur Analyse und Steuerung von Prozessen in Systemen jeder Komplexität zu bieten – von individuellen Handlungen bis hin zu globalen Zivilisationsprozessen. Sie argumentiert, dass die moderne Zivilisation in einer Krise steckt (ökologisch, sozial, biosphärisch), verursacht durch Ignoranz gegenüber Steuerungsmechanismen, Passivität der Gesellschaft und Diskrepanzen zwischen deklarativen und realen Zielen von Regierungen. Die Theorie fordert eine "wahre Demokratie", in der alle Bürger die Prinzipien der Steuerung verstehen und anwenden, um eine humane Gesellschaft aufzubauen. Sie integriert Elemente aus Dialektik, Systemtheorie, Prognostik und Psychologie, lehnt aber Atheismus und Materialismus teilweise ab, indem sie spirituelle Aspekte wie "Gottesherrschaft" (Bogoderzhavie) einbezieht. Die DOTU wird als Werkzeug präsentiert, um "konzeptionelle Macht" (konzeptuelle Vlast) zu erlangen – die höchste Form der Steuerung durch Ideen und Weltanschauungen, die über strukturelle (organisierte) und strukturfreie (diffuse) Methoden wirken.
Wichtige Themen umfassen:
- **Prognostik und Stabilität**: Prozesse sind vorhersagbar, wenn man Stabilität in Bezug auf Vorhersagbarkeit (Prädiktabilität) analysiert. Stabilität entsteht durch Balance von Zielen, Methoden und Feedback-Schleifen.
- **Optimale Steuerung**: Steuerung muss qualitativ hochwertig und optimal sein, basierend auf dynamischem Programmieren (eine algorithmische Umsetzung der Theorie).
- **Manöver und Katastrophentheorie**: Beschreibt, wie Systeme durch Manöver (Anpassungen) oder Balanciermodi stabilisiert werden, und warnt vor Katastrophen durch Ungleichgewichte.
- **Eintritt in die Steuerung**: Individuen oder Gruppen müssen "in die Steuerung eintreten", indem sie Umweltdruck erkennen, Zielvektoren bilden und diese umsetzen.
- **Historischer Kontext**: Die Menschheit wird als gesteuert dargestellt, mit einem "globalen Prädiktor" – einem 3.500 Jahre alten, nicht-menschlichen Wissenskomplex, geschaffen von 22 ägyptischen Hierophanten (Priestern), der über ein "Weltmaurerregime" und finanzielle Eliten Einfluss ausübt. Russland wird eine besondere Rolle zugeschrieben, um diesen zu kontern.
Die Theorie ist kontrovers: Sie kritisiert Liberalismus, Christentum (z.B. als "Alkoholgenozid" durch Weinrituale) und fördert eine "sobornale" (kollektive) Intelligenz. Sie wurde in politischen Bewegungen wie der Partei "Einheit" (2000–2007) propagiert, scheiterte aber an Wahlen und gerichtlichen Verboten.
### Detaillierte Beschreibung der Struktur aller Prozesse nach der DOTU
Die DOTU beschreibt **alle Prozesse als hierarchisch gesteuert und prognostizierbar**, eingebettet in ein universelles System von Supersystemen (übergeordnete Systeme). Jeder Prozess – sei es biologisch, sozial, wirtschaftlich oder kosmisch – ist Teil eines größeren Ganzen, das durch Steuerung (Governance) beeinflusst wird. Die Struktur basiert auf dem Prinzip der "Vollständigen Funktion der Steuerung" (vollständige Management-Funktion), die Intellekt (individuell und sobornal/kollektiv) einbezieht. Prozesse werden als geschlossene Systeme (enclosed systems) modelliert, die in mutually nested Supersystemen (verschachtelte Supersysteme) organisiert sind, mit virtuellen Strukturen für diffuse Einflüsse.
#### Kernstruktur der Prozesse:
1. **Supersysteme und Autosynchronisation**: Prozesse laufen in Supersystemen ab, die aus vielen Elementen bestehen (z.B. Gesellschaften als Supersystem). Hier erfolgt Steuerung strukturiert (durch Organisationen) oder strukturfreie (diffus, z.B. durch Kultur oder Medien). Autosynchronisation sorgt für spontane Abstimmung von Prozessen, sobornaler Intellekt für kollektives Denken. Interne Konflikte werden durch Komplementarität von Information (Ergänzung) gelöst, und die Steuerung wird als integrales Ganzes wiederhergestellt.
2. **Vollständige Funktion der Steuerung**: Jeder Prozess durchläuft einen Zyklus:
- **Erkennung von Umweltdruck**: Identifikation von Störfaktoren.
- **Zielvektor-Formation**: Definition von Zielen in einem Vektor (geordneter Liste).
- **Implementierung**: Durch Manöver (Anpassungen), Balanciermodi oder dynamisches Programmieren.
- **Feedback und Stabilität**: Sicherstellung von Prädiktabilität; unstabile Prozesse führen zu Katastrophen.
- **Entwicklungspotential**: Prozesse zielen auf Meisterschaft des Entwicklungspotentials ab, um höhere Stufen zu erreichen.
3. **Hierarchie der Steuerungsmittel (sechs Prioritäten)**: Die DOTU klassifiziert alle Steuerungsmittel in sechs generalisierte Prioritäten, sortiert nach Wirksamkeit und Irreversibilität (höhere Prioritäten wirken langfristiger und irreversibler). Sie bilden die Struktur, wie Einfluss auf Prozesse ausgeübt wird:
| Priorität | Beschreibung | Beispiele | Auswirkungen |
|-----------|-------------|-----------|-------------|
| 1. Weltanschauung/Methodologie | Höchste Stufe: Beeinflusst das Denken und die Erkenntnisweise, schafft "Identifikationsautomatismen" für Prozesse. | Philosophie, Religion, Wissenschaftsmethoden. | Schafft absolute intrasoziale Macht, formt Kultur des Denkens. |
| 2. Chronologische/Annalistische Information | Historische und kulturelle Narrative, die Richtung geben. | Geschichtsschreibung, Mythen, Wissenszweige. | Ermöglicht Korrelation von Ereignissen, filtert durch Weltanschauung. |
| 3. Faktisch-beschreibende Information | Konkrete Inhalte, die Glaubenssysteme und Technologien formen. | Ideologien, Technologien, religiöse Dogmen, wissenschaftliche Fakten. | Beeinflusst tägliche Entscheidungen und Verhaltensmuster. |
| 4. Ökonomische Prozesse | Finanzielle und wirtschaftliche Mechanismen als generalisierte Information. | Geldsysteme, Märkte, Finanzen. | Untergeordnet informatorischen Einflüssen, steuert Ressourcenverteilung. |
| 5. Genozid-Mittel | Zerstörung genetischen Potentials durch schädliche Einflüsse. | Drogen, Umweltgifte, Impfungen, Biotechnologien, Nuklearbedrohungen. | Betroffen aktuelle und zukünftige Generationen, irreversibel auf genetischer Ebene. |
| 6. Kraftbasierte Mittel (Waffen) | Niedrigste Stufe: Physische Zerstörung. | Traditionelle Waffen, Kriege. | Kurze, reversible Effekte, zerstört Leben, Infrastruktur und Kulturträger. |
Höhere Prioritäten durchdringen niedrigere; volle Steuerung erfordert Beherrschung der informatorischen Ebenen (1–3), da sie alle Lebensbereiche permeieren.
4. **Psyche-Strukturen als Basis**: Menschliche Prozesse hängen von Psyche-Typen ab (instinktiv, kulturell determiniert, kreativ-dämonisch, human oder unnatürlich durch Drogen). Eine humane Struktur (als Gottes Stellvertreter) ist Voraussetzung für harmonische Steuerung.
Insgesamt sieht die DOTU die Welt als gesteuerten Prozess, in dem Russland eine Schlüsselrolle gegen den "globalen Prädiktor" spielen soll. Die Theorie fordert Bildung und Bewusstseinswandel, um von "biorobotischen" zu humanen Gesellschaften überzugehen.