Tollar,
es geht hierbei auch nicht primär um die Zerschlagung des Dollars, vielmehr um die Sicherung der bisher aufgehäuften Devisen sprich der Zahlungsverpflichtungen der USA. Kein Gläubiger würde seinen Schuldner abschießen, es sei denn, es ist definitiv nichts mehr zu holen, das ist jedoch heutzutage noch nicht der Fall. Gleichwohl mehren sich die Tendenzen für eine "moderate Loslösung" von der absoluten Dollar-Bindung, einfach aus dem logischen Grund, daß die Möglichkeit eines Dollar-Crashs in den nächsten Jahren nicht so ganz einfach von der Hand zu weisen ist.
Andererseits würde nun China (und natürlich auch die anderen Gläubiger ) von der zu erwartenen Dollar-Abwertung hart getroffen werden, keiner dürfte dort in Jubelstimmung verfallen wenn sich die Kaufkraft womöglich halbieren sollte.
Eine komplette Lossagung vom Dollar ist derzeit nirgentwo geplant, dieses wäre, da hast Du absolut recht, fatal. Andererseits kann es aber auch nicht mehr angehen, daß heutzutage mittlerweile die ganze Welt auf Gedeih und Verderb am Dollar hängt, dieses System ist reformierungsbedürftig. Das zeigen die diversen Aktivitäten mehr oder weniger deutlich.
Scheinbar ist dieses o.a. Problem auch in den USA angekommen und wird durchaus auch ernst genommen, ein richtiger Ansatz, denn es ist wichtig für alle Beteiligten und sogar am wichtigsten für die Hauptperson, sprich hier die USA, denn ohne Zugeständnisse wird diese "Runde" nicht für letztere zu meistern sein.
Zitat
Die von China angestoßene Diskussion um den Aufbau einer internationalen Reservewährung neben dem Dollar gewinnt an Fahrt: Sowohl US-Finanzminister Timothy Geithner als auch der Chef des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, zeigen sich grundsätzlich offen für den Vorschlag.
http://www.handelsblatt.com/po…aehrungsvorschlag;2214782
Zitat
IWF-Vizedirektor John Lipsky sagte, die Debatte um eine neue Reservewährung zeige, wie groß die Sorge um die Stärke des globalen Wirtschafts- und Finanzsystems sei. "Das ist ein ernsthafter Vorschlag, und ich glaube, dass seine Befürworter ihn nicht als eine Frage für die nahe Zukunft, sondern als ein langfristiges Thema sehen, das ernsthafte Prüfung und Abwägung verdient", http://www.ftd.de/politik/inte…pr%FCngen/491963.html?p=2
Alles zusammen dürfte darauf hinauslaufen eine Art "Währungskorb" ins Spiel zu bringen, in dem nicht mehr alleine der US-Dollar maßgebend sein dürfte. Die USA werden langsam angezählt, defakto ist das Land pleite und der Rest der Welt fängt an nach moderaten Alternativen zu suchen, wem nützt daher ein animierter Konsum in den USA wenn die Bezahlbarkeit desselben auf der Kippe steht ? Von daher ist auch die Zusage Chinas zum weiteren Erwerb der US-Staatspapiere mit einer "gewissen Vorsicht" zur Kenntnis zu nehmen, denn diese dient momentan nur noch der Absicherung des bereits ohnehin aufgehäuften Dollarbergs, der ansonsten im Worst-Case wertlos werden würde.
Wünsche
...einen goldigen Tag
Tut