Man muss halt erst mal die Tiere haben/halten und wenn die einem nicht die Haare vom Kopf fressen sollen muss man halt mal Hand anlegen.
Ja. Ganz soweit bin ich da noch nicht, habe auch meine Henker im Dorf, denen man dann anderweitig aushilft, z.B. mit frischem Blut für deren Zuchtlinie.
Habe aber schon eine Not-Tötung hinter mir bei einem schwer und plötzlich erkrankten Kaninchen (Schiefkopf, Muskelkrämpfe), das ich dann erlösen musste. War nicht so schön aber muss man durch... das Häuten habe ich bei wegen Kaninchenseuche verstorbenen Tieren auch schon ausprobiert, das ist relativ problemlos... Ausnehmen bekomm ich auch irgendwie hin, auch wenns mir dabei (noch) ekelt.
Zum Thema Haare vom Kopf fressen habe ich inzwischen ein recht wartungsarmes Haltungskonzept nach Permakulturprinzipien entwickelt...
Großes Freilaufgehege, ganz einfach mit Kaninchendraht und Stöcken abgesteckt, an den Stall angeschlossen, Gruppenhaltung. Dazu dann noch flexible Zaunelemente mit denen ich andere Bereiche flexibel einzäunen kann.
.. wir reden hier von 100m² und mehr Freilauf.
In der Vegetationsperiode kümmern sich die Kaninchen praktisch um sich selbst und sind ständig draußen, außer in den paar Monaten im Jahr Nachts, wo Fressfeinde ein Problem werden könnten. Vom festen Freilaufgehege kann ich immer die Hälfte dicht machen sodass dort was nachwächst und mit den mobilen Zaunelementen kann ich ständig neue zugewucherte Flächen abdecken, die dann von den Kaninchen "beweidet" werden... zusätzlich bekommen die dann den ganzen Verschnitt, der bei Sensenschwingen auf weiter entfernten Flächen so anfällt.
So lange die Kaninchen immer genug Fressen vorfinden, machen die auch keine Anstalten, aus dem Gehege auszubrechen.
Bei den von den Kaninchen bearbeiteten Flächen kommt nach einigen Monaten tatsächlich eine grüne, weiche, kurzgefressene Weidewiese mit wenig Unkraut bei raus, die vorher total überwuchert mit Brennesseln und anderem Unkraut und hartnäckigen Gräsern waren... die kann man dann ideal weiterverwenden für den Gartenanbau.
Zusätzlich zum Freilauf habe ich dann auch noch eine "Frischluft-Voliere mit Erdboden" am Stall, dort kötteln und pinkeln die dann hin und ich muss die Ställe selbst so gut wie nie sauber machen und durch Deep-Littering in der Voliere (hohe Strohschicht o.ä wo dann die Kacke nach unten fällt und vor sich hin kompostiert) muss ich da immer nur frisches Stroh/Heu/etc. reinmachen und kann nach nem halben Jahr frischen Kompostmist dort raus schaufeln.
Wenn dann die Vegetationsperiode endet und alles kahlgefressen ist, werden die überschüssigen Tiere (hauptsächlich die armen Kerle) geschlachtet, sodass man im Winter weniger Futter und Heu benötigt.
Mit einer Gruppe Versuchs-Zwergkaninchen habe ich diesen Winter ein Experiment gemacht, dass ich sie vorher einen Kaninchenbau in ihrem festen Freilauf habe graben und beziehen lassen, dadurch wurden sie sozusagen sesshaft... dann habe ich einfach das Gatter aufgemacht und die tagsüber draußen frei ohne Einzäunung rumlaufen lassen.. die haben sich dann im Gebüsch und sonstwo noch was zu fressen gesucht und sind Abends wieder gekommen, sobald ich sie mit Hafer angelockt habe... einfach in der Dose schütteln und sie kommen angerannt... 3 von 9 sind mir dabei nur abhanden gekommen.