Es gab für eine Inflation noch kein Signal - sowohl von Zentralbanken oder auch von der Politik.
Die Bluff's, auf die du herein gefallen bist, sind nicht wirklich ernst zu nehmen.
Das stimmt leider überhaupt nicht. Die Inflation (zwar sehr gering) ist schon da, siehe Weizen, Fleisch, Energiepreise etc. Von der Rohstoffseite her ist die Inflation ebenso angekommen wie fiskalpolitisch: Kommunen müssen Einnahmen verdoppeln, Flugsteuer, höhere Strompreise (Solarirrsinn) nächstes Jahr usw. Die Gewerkschaften haben sich wegen der (kurzweiligen) guten Konjuktur auch schon zu Wort gemeldet (Lohnerhöhungen).
Also ich hab ganz generell ein Problem mit den Deflationsanhängern, weil diese vielleicht in der Theorie recht haben, aber stets den Bezug zur Realität verlieren. Keine Notenbank, kein Politiker oder Bank wird eine Deflation zulassen. Das steht ausser Frage. Die wollen alle Inflation, die Frage ist nur ob es denen gelingen wird, diese anzuheizen.
Politiker schreien stets nach Wachstum, welches wir genauso für den Zins brauchen wie die Inflation. Der Schuldenberg ist riesig. Banken verdienen dauerhaft nur in Boom-Phasen, wenn die Wirtschaft wächst und die Inflation >0 ist. In einer Deflation gehen Banken und der Staat unter. Von daher halte ich eine Währungsreform, 3money4all, QE5 etc. für wahrscheinlicher als Todsparen, Schuldenzurückzahlen, Verzicht, Schuldeingeständnis von Politik und Notenbank. Das wird schlichtweg nicht passieren.
Ein paar Gedanken zum Thema des freds:
Die Hyperinflation halte ich ebenso wie eine langanhaltende Deflation für ausgeschlossen. Der Grund ist einfach: Hyperinflation = Instabilität = Chaos = Aufstand = Machtverlust für Zentralbanken, Politiker und Vertrauensverlust in das System als solches. Bevor hyperinflationäre Tendenzen sich am Horizont abzeichnen, wird jede Zentralbank schon alleine wegen der Angst vor dem Machtverlust mit hohen Zinsen gegensteuern. Selbst wenn als Folge Staats- & Bankenpleiten drohen. Dann kommt eben die Währungsreform und das Spiel beginnt von vorne. So ein Währungsschnitt ist im Endeffekt dieselbe Vermögensumverteilung wie bei einer Hyperinflation, nur eben im Schnelldurchlauf. Das ganze Elend und der riskante Lerneffekt der Bevölkerung bei einer Hyperinfla wird sozusagen übersprungen.
In den nächsten 5-10 Jahren sollten wir uns mit 2steilligen Inflationsraten (10-20%) vertraut machen. Das halte ich für durchaus möglich, sofern der EURO diese Periode überhaupt überlebt. Weil Fakt ist ja sicher eines: Wenn und solange die BRIICs boomen, wird die Rohstoffknappheit akut bleiben. Ob Vieh, Brot, Öl oder Strom: Zumindest um den Lebensstandard zu halten müssten die (endlichen) Ressourcen aufwerten.
Kurzfristig sehe ich den EURO max(!) noch bis Jahresende im Aufwind. Vielleicht 1.50, oder 1.60. Ab Jan. 2011 besser EUR shorten. Der Refinanzierungsbedarf bankrotter EU-Staaten dürfte den Pleitegeier erneut seine Runden über die EU kreisen lassen. Langfristig würde ich mich von allem FIAT verabschieden.