@ bognair
Ja, du hast sicherlich recht, irgendwie kann die FT sich immer rausreden. Wenn es so kommt, wie sie behaupten, heisst's: wir habens ja schon vor zehn Jahren geschrieben.
Wenn nicht: der Redaktor wurde gefeuert, o.ä.
Deswegen können sie wohl auch einen solchen Beitrag und auch sonst jeden Blödsinn schreiben: passieren wird ihnen deswegen nichts.
Es sei denn, die Leute kaufen die FT weniger, aber
1. sind die anderen Finanzzeitschriften i.a. auch nicht besser
und 2. wird die Masse der Leute wohl ohnehin erst die Wahrheit erkennen, wenn es ihnen nicht mehr viel bringt. Im Falle von Gold dann, wenn wahrscheinlich die FT gross vom Comeback des Goldes schreibt.
@ yoyo
Gold verhält sich an den Märkten nicht nur wie ein Rohstoff, sondern auch wie eine Währung. Weil es inoffiziell eben tatsächlich immer noch eine monetäre Funktion hat. Man kann nicht behaupten, dass das Gold keine monetäre Funktion mehr hätte, nur weil es den Goldstandard nicht mehr gibt.
Auch ist offiziell nach wie vor ein grosser Teil des Goldes bei den Notenbanken, auch die FED hat offiziell nichts verkauft bis jetzt. Russland stockte seine Goldreserven um die Jahreswende enorm auf (offiziell bestätigt). Asiatische Notenbanken, insbesondere China haben das m.W. zwar nicht bestätigt, es gibt aber genug Indizien dafür.
Zitat
Später habe sie aber dementiert dass sie es in Gold anlegen werden. Wer würde das schon vor dem Kauf zugeben ?
Das ist schon gar kein Argument, die europäischen Zentralbanken haben ihre Verkäufe auch im Voraus angekündigt, obwohl ihnen das nur schaden konnte (weniger Erlös durch sinkenden Goldpreis).
Man muss sich fragen, wieso die Zentralbanken ihre Kauf- und Verkaufsabsichten freiwillig derart publik machen und man kommt zum Schluss, dass diese Publizität durchaus gewollt ist - die einen wollen den Goldpreis doppelt drücken (durch die Publikation der Verkaufsabsicht und durch den Verkauf selbst), die andern drohen damit, ihn durch Käufe stark ansteigen zu lassen (Japan). Das ist Wirtschafts-Politik. Ob dann wirklich gekauft oder verkauft wird, ist ein anderes Thema, welches eher im Hintergrund entschieden wird. Die wirklichen Käufer werden wohl eher probieren sich verdeckt zu halten - deswegen liest man ja auch praktisch nie, wer jetzt die grossen Zentralbankbestände effektiv gekauft hat.
Aber eines zeigt dieses ganze Theater mit den publizierten Kaufs- und Verkaufsabsichten der Notenbanken ganz eindeutig: Gold ist für die Wirtschaftspolitik und die Notenbanken durchaus und nach wie vor sehr wichtig und zentral. Sonst könnten sich die Notenbanken ihr "lautes Denken" über ihre Absichten sparen und ihre Geschäfte mit mehr Gewinn im Hintergrund abwickeln (wie sie es wohl mit den wirklich wichtigen Geschäften auch tun, nur die "Scheinabsichten" werden publiziert).