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Und Russland hat man endgültig verprellt - die wissen jetzt, dass man mit Deutschen keine Geschäfte mehr machen kann, ohne mit den Amerikanern zu verhandeln. Selbstverständlich werden die Russen zuverlässig alle Lieferverpflichtungen erfüllen, und jeder weiß das. Es ist ja nicht so, dass Russland die Gaslieferungen als "Waffe" einsetzen würde, sondern ganz im Gegenteil denke ich, dass bekannte Hardliner in West- und Osteuropa versuchen werden, bei jedem gewünschten Anlass den Russen mit einer Sperrung, Blockade, Nichtabnahme oder Beschlagnahme der Pipeline usw. zu drohen ...
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Es ist doch "nur" dem Zeitgeist geschuldet, dass der "Kunde" dem besten und zuverlässigsten Lieferanten drohen kann, seine Ware nicht mehr zu beziehen und dafür bei der teureren und unzuverlässigeren Konkurrenz einzukaufen. Noch schlimmer sind freilich die angedrohten und teilweise auch durchgesetzten Embargos, wo man einen guten Kunden aus erzieherischen Gründen, keine margenstarken Produkte mehr verkaufen will. Nachfolgende Generation werden über diesen Absurditäten nur fassungslos mit dem Kopf schütteln können.
In nicht allzu ferner Zukunft werden wir froh sein müssen, wenn die Russen uns überhaupt noch beliefern, weil es bei uns wahrscheinlich an einem - für jedes Geschäft erforderlichen - geeigneten Tauschmittel fehlen wird, welches vom Lieferanten auch akzeptiert wird.
Wenn Deutschland nicht komplett vor die Hunde geht und sich noch auf seine historischen Kompetenzen wird besinnen können, könnte es, wenn es gut geht, auf das traditionelle Bartergeschäft hinauslaufen. Hat man in Deutschland ja vor 120 Jahren schon gute Erfahrung sammeln können.
Eine naheliegende enge Kooperation zwischen Deutschland und Russland, wie von der westlichen (und auch von einem Teil der östlichen) Welt seit langem befürchtet und rigoros bekämpft, wäre das natürliche und beide Seiten fruchvolle Ergebnis einer solchen Partnerschaft.