Beiträge von gutso

    Zitat


    die 200% liegen auf einem niveau, ab dem staatspleiten historisch betrachtet eigentlich immer ziemlich nah waren. manche staatspleite ist schon vorher eingetreten.


    ich sage ja nicht, dass der crash kommen muss aber er ist viel wahrscheinlicher als 1995. 1995 war er quasi ausgeschlossen. 2011 halte ich den crash für wesentlich wahrscheinlicher als prosperität. aber mangels streng wissenschaftlichen terrains verlasse ich mich da auf mein bauchgefühl.



    Hi!


    Hast du da noch ne quelle, bin interessiert, weil ich das selber gern vergleichen würde. (Wenn nicht ist nicht schlimm, dann behalt ichs im Hinterkopf, die Quelle treibt dann eh irgendwann von selbst vorbei, war schon immer so. :D )


    Gruß,
    gutso

    1995 lag die verschuldung japans unterhalb von 100% des bip. aktuell liegen wir bei 200%. außerdem dürften schäden an gebäuden und infrastruktur und vor allem schäden aus produktionsausfällen aufgrund des abfalls in der stromversorgung deutlich über denen von kobe liegen.


    bei einer verschuldung von 100 bip-% sähe ich da kein problem. bei 200% sehe ich auch ohne erdbeben das große "GO" schon leuchten.


    Hi!


    Hmn ... lines in the sand ... limitations in the sky ...



    Ich finde deine Argumentation irgendwie gut und dann wieder irgendwie nicht. Der Abschluss ist mir zu wenig fundiert: warum sind 200% zu viel? Wo liegt warum eine Grenze?
    Weils alle sagen, dass 200% zu viel ist? Das hab ich auch gelesen. Dann wären die USA dank ihrer aufgeblähten und verrotteten Bilanzen seit über 10 Jahren schon zerfallen.
    Auch das kann man nachrechnen (zumindest grob, wegen der Wechselbeziehungen der Pensionsfonds, wo sich schrott auf schrott beruft, ist es allerdings überkomplex, nicht-linear und deshalb müßig das genau nachzurechnen ... ähnlichen Einfluss haben die Hedge Funds die ja seit 2000 nix mehr bilanzieren müssen - und der weltweite Derivatemarkt mit seinem 11-Jahre des Welt-BIP ausmachenden Gesamtvolumen ist ein Kartenhaus, das darauf wartet, dass jemand das Licht anknippst - nur um wahrscheinlich zu bemerken, dass es nie jemals stand!) .


    Wenn z.B. der Rest der Weltgemeinschaft also Japan für einen absehbaren Zeitraum fiskalisch-moralisch beisteht, weil einfach jeder sieht was vor sich geht (also mit Good-Will statt mit Konkurrenz-Hintergedanken), dann wäre das Problem evtl. kleiner als wir alle denken.
    Übrigens - ist das nicht auch die plausibelste Lösung? Weil jeder sieht, dass alles andere zum Scheitern verurteilt ist, solange es kein international festgeschriebenes Insolvenzrecht für Staatspleiten gibt?


    Das ist wahrscheinlich die Haupterklärung für alle diese Widersprüche: es wird stur einfach dijenige Lösung gewählt, von der man sich die größten positiven Effekte verspricht.


    Z.B. auch bei einer Staatsverschuldung von 300% des BIP.
    (Zumindest bis es weginflationiert ist. :D )


    Gruß,
    gutso


    PPS: Für alle die damit was anfangen können: Zukunft als Resource und Wohlstand als Allmende ist die eventuelle Lösung.

    lehmannxyz


    Ja, das wäre dann der bereinigende "katalysator-Effekt" der alle vorhandenen und evtl sogar nur verhalten ablaufenden Trends erst mal zu Tage fördert und beschleunigt.


    Dann wirds kurz und schmerzhaft mit nachfolgender Chance auf Heilung (wobei das wohl einen Systemwechsel erfordern würde, weg vom Wachstum als Droge).


    Ich glaube nicht unbedingt dass sich das hier so auswirken wird. Aber möglich wärs schon. Dann nämlich, wenn ztu viele große Spieler aktuell auf dem falschen Fuß erwischt worden sind ... .

    http://www.n-tv.de/wirtschaft/…ffekt-article2822691.html


    Zitat

    Samstag, 12. März 2011
    Rutscht Japan in die Rezession? Ökonom erwartet "Kobe-Effekt"


    Die japanische Volkswirtschaft ist nach Einschätzung von Allianz-Chefvolkswirt Heise stark genug, um die Auswirkungen des großen Erdbebens längerfristig zu verkraften. Eine weltweite Rezession sei nicht zu erwarten, der sogenannte "Kobe-Effekt" könnte das Land sogar stärken. Im Fall einer größeren Nuklear-Katastrophe rechnet allerdings auch Heise mit "nachhaltigen Folgen". (...) Wie andere Ökonomen verweist Heise auf den sogenannten "Kobe-Effekt". In der Stadt Kobe hatte 1995 ein Erdbeben verheerende Schäden angerichtet und für kurze Zeit einen Konjunkturdämpfer verursacht. Der war aber durch den folgenden Wiederaufbau mehr als wettgemacht worden.


    Na, unbefriedigend, was? ...



    Ich glaube aber, diese Differenzierung macht Sinn! Es ist eben extrem: entweder ergibt sich sogar ein stärkender Effekt für die Wirtschaft, oder Japan wird nachhaltig gebrochen.
    Ich glaub nach allem was bisher bekannt und absehbar ist, nach wie vor ersteres. ...


    PPS: Delphin, ich denke dass die AKW-Befürworter (Merkel allen voran) jetzt Nägel kauend ntv gucken. Die haben die längste Zeit naive Zuhörer gehabt. Seit heute ist damit Schluss, wetten?


    In Neckarwestheim sollen heute mehrere 10-tausend Menschen spontan demonstriert haben, wenn ichs richtig gehört habe.



    Gruß,
    gutso

    Zitat

    (...) Ob bei der Explosion auch die Schutzhülle, die den Reaktordruckbehälter umgibt, zerstört wurde, lasse sich zwar noch nicht abschliessend beurteilen, sagt Georg Schwarz, der Vizedirektor des Ensi. Er gehe aber davon aus, dass das sogenannte Containement nicht mehr dicht sei. Damit sei der grösste Unfall eingetreten, der bei einem Leichtwasserreaktor passieren könne.
    Anzeige:


    Trotzdem möchte Schwarz keine Panik verbreiten. Was in Fukushima Daiichi passiert sei, sei nicht mit dem Reaktorunfall von Tschernobyl zu vergleichen. Eher dränge sich ein Vergleich mit dem Unfall in Harrisburg auf, wo es im März 1979 zu einer partiellen Kernschmelze im Kernkraftwerk Three Mile Island gekommen war. :!:


    Hier wie dort handle es sich um Leichtwasserreaktoren, deren Druckbehälter von einer Schutzhülle umgeben sei. Der Reaktor in Tschernobyl sei hingegen ein mit Grafit moderierter Reaktor gewesen, der kein Containement besessen habe. Deshalb konnten die radioaktiven Stoffe, die bei der Explosion und dem anschliessenden Brand des Grafits freigesetzt wurden, ungehindert in die Umwelt gelangen. (...)
    In Three Mile Island sei das anders gewesen. Dort sei die Radioaktivität nach der partiellen Kernschmelze grösstenteils von der Sicherheitshülle zurückgehalten worden. Obwohl die Schutzhülle in Fukushima Daiichi vermutlich nicht mehr intakt sei, geht Schwarz davon aus, dass die von den japanischen Behörden angeordnete Evakuierung in einem Umkreis von 20 Kilometern um das Kernkraftwerk ausreichten, um die Bevölkerung zu schützen.


    http://www.nzz.ch/nachrichten/…_reaktoren_1.9867648.html


    Also gibt es doch Unterschiede zu dem Uraltreaktor nach Sowjetbauweise aus Chernobyl ... . Hoffentlich stimmt das und die Menge des freigesetzten Materials ist damit weit begrenzter ... .


    Gruß,
    gutso

    .


    Entschuldige, aber ich drücke es vorsichtig aus: Du liest nicht richtig, bist dann aber sehr schnell sehr spitz mit der Feder. [smilie_denk]


    5000° Kelvin reichen locker aus um als Nebeneffekte der Kavitation Knallgas entstehen zu lassen und zur Explosion zu bringen.
    Und: Wer von "Hin und Rückreaktion von Energie" schreibt, hat für mich eher den Orden für gut sortiertes Halbwissen verdient.



    Jetzt wärs nett, wenn du inhaltlich doch noch was zu sagen hättest zu meinem Posting; aber ich hab da Zweifel. Da bist du nämlich nicht rein zufällig dran vorbeigeschrammt.
    Es fehlt schlicht der Inhalt in deiner Zielsetzung.


    Gruß,
    gutso

    (...)


    Und eine Knallgasexplosion ist das ergebniss einer Kernschmelze... Wasser wird durch extrem hitze und chemische reaktionen zu wasserstoff und sauerstoff.... :wall: (...)


    Ne, das muss nicht sein. Eine Knallgasreaktion als Ergebnis einer Hin- und Rückreaktion durch Energiezufuhr können sogar Tiere auslösen und nutzen.
    Dafür brauchst du doch keine Atomenergie, Reaktionen von Alkalimetallen mit Kühlwasser würden reichen. Halt viel Energie, aber nicht gleich einen Atompilz. ;)
    Hier z.B., sogar der Pistolenkrebs (Pistolshrimp) jagt damit (hier wehrt er sich gegen eine Schnecke):


    [tube]a3-CmODLDpA[/tube]



    Gruß,
    gutso


    PPS: Angeblich doch keine Kernschmelze ...




    http://www.nzz.ch/nachrichten/…_fukushima_1.9858663.html


    Wenn das stimmt - und für möglich halte ich es schon auch, wäre das ein kleiner Lichtblick.


    PPPS: Oh Mann Milly, wo du das Zeug immer findest ... . 8)

    gutso: Der Vergleich mit Tschernobyl ist aber insofern schwierig, da die Sowjetunoin damals nicht Teil des globalen marktwirtschafltichen Systems war. Ich würde mich aktuell nicht trauen, einzuschätzen wie stark das Pendel ausschlägt ... wird mehr Psychologie als sonst was sein.(...)


    Hi! Ja, das stimmt. Ich bin mittlerweilen eher bei der Vermutung angekommen, dass die Sache weltwirtschaftlich zwar keine dauerhaften Schäden hinterlassen muss, aber dass die Schwankungen an den Märkten in den kommenden Tagen immens sein dürften.
    Das beste wäre, die würden weltweit den Handel 1 Woche lang einstellen, bis man klarer sieht. Denn jetzt kommen natürlich auch all die dicken Fische und spekulieren auf Teufel komm raus (Goldman Sachs, allerlei Hedge Funds, usw. ...) Hier sollte man abbremsen, sonst haben wir evtl. hübsche aber schädliche Interferenzen in Tsunamiform auch an den Börsen (auf - und ab - und auf - und ab) ...


    Gruß,
    gutso


    PPS: Hier übrigens nochmals die projizierte "Wolke" laut Australian Radiation Services:

    Hier jetzt mal wieder wirklich was zu den möglichen wirtschaftlichen Auswirkungen:


    http://www.ftd.de/politik/inte…haft/60024791.html?page=2



    Aus einem Kommentar von Peter Ehrlich, FTD 12.03.2011



    Gruß,
    gutso


    PPS: Weils sonst untergeht, nochmal der Vergleich Dow Jones, XAU und Coeur D'Alène für den Zeitraum um Chernobyl vor 25 Jahren. Die Edelmetallminen waren da nicht negativ betroffen. Auch der Dow lief vorher bereits seitwärts.
    Diesmal ist natürlich eine G8 Nation im Mark getroffen, - allerdings ist die auch handlungsfähiger und -williger als die UDSSR im Jahr 1986, was die Eindämmung der Folgen angeht.


    gutso: Gratulation, hast du nen guten Riecher gehabt. Die hat nen Satz gemacht ;)(...)



    Das schon, aber da war das mit dem AKW nicht absehbar.


    Da sieht man mal, was Spekulation wirklich heisst, und warum man nie sagen sollte, man sei sich sicher, dass man recht behält: Man kann recht behalten und dennoch kommt alles GANZ anders.


    Was nicht heissen muss, dass der Wert nicht noch super profitabel werden wird. Aber ich kann mir kaum vorstellen dass er die kommenden Wochen nahtlos steigt, nach diesem Desaster ... .
    Selbst wenn es lokal begrenzt bleiben sollte.


    Gruß,
    gutso


    PPS: Übrigens, geht Sushi essen, solangs noch ohne Geiger-Zähler schmeckt. ;)

    Kennt jemand japanische Bauunternehmen als AGs?


    Ich bin Freitag früh in Shimizu Corp. gegangen. Ist in D handelbar, aber etwas dünn im Volumen.


    Hier:


    gutso´s musterdepot


    Und ein Posting weiter mit Chartanalyse:


    gutso´s musterdepot


    Allerdings wird man sehen, ob wird die Woche in Japan nicht erst noch knackige Einbrüche bekommen an der Börse, bzw. ob in Japan überhaupt gehandelt werden wird - was ich jetzt fast bezweifle.
    Ich werde zwar nicht aus dem Wert raus gehen, aber kann mir aktuell vorstellen, dass er erst mal stark einbricht, bevor er - dann allerdings wirklich - stark anziehen wird.



    Gruß,
    gutso

    Das braucht es gar nicht. Es reicht, wenn der Wind dreht und etwas Radioaktivität ins 300km entfernte Tokio bläst.


    Die Auswirkungen dürften massiv sein.


    Tschernobyl wird dagegen wie ein Kaffekränzchen erscheinen.



    Na dann.



    Ich bitte zu Tisch ... . In einem Jahr hier im Sräd.


    Du hast mit Tokyo natürlich recht, und generell ist Japan dicht besiedelt - wir werden sehen.
    Ich bin nach allem, was bekannt ist, immer noch relativ optimistisch, dass der Vergleich mit Chernobyl dennoch nicht hält.
    Vor allem wird Japan seine Bürger besser zu schützen versuchen (Bereinigung, Grundwassertests etc.), im Ostblock in den 80ern waren denen die Menschen doch wurscht!
    Auch das wird eher mildernd wirken.


    Allerdings könnte die freiere Presselandschaft das scheinbare Gegenteil als Effekt haben: Durch den größeren Informationsfluss könnte die Sache natürlich auch größer wirken - als sie am Ende ist.
    Das alles kann man aber jetzt wirklich noch nicht absehen.


    Gruß,
    gutso

    Gutso, was glaubst du was mit dem Inhalt des Reaktors passiert, wenn es dort eine Explosion gegeben hat, die die Außenhülle pulverisiert hat?
    Das kannst du dir schönreden wie du willst, dort ist Game Over.


    Wirklich: Lass es uns in einem Jahr hier nochmal rekapitulieren; ich bin mir sicher, es sieht jetzt erst mal schlimmer aus, als es ist.
    Ich habe Chernobyl sehr bewusst mit erlebt. Und die atomare Wolke war damals durch die starke Explosion bis in hohe Luftschichten geraten.
    Ich bezweifle, dass das hier auch der Fall sein wird.

    Die Kernschmelze ist offiziell bestätigt mein Guter.
    Das war keine Knallgasreaktion!


    Das schon, aber die Kettenreaktion war vermutlich viel heftiger in Chernobyl, da sie selbst der Auslöser der Explosion war, die das Kraftwerk sprengte.
    In Japan ging die Explosion wohl ("weisser Rauch") von einer Knallgasreaktion aus.
    Ich glaube nach wie vor also nicht, dass der Vorfall so schwerwiegend sein wird, wie Chernobyl. Die Kettenreaktion die da jetzt stattfindet muss nicht so viel Material in die Atmosphäre pusten. Ein Problem sehe ich dort nach wie vor mehr lokal.



    Gruß,
    gutso