@Salorius
Das ist nun mal die Lage aus meiner Sicht.
Natürlich haben wir keine Lobby, aber die hatten wir früher auch nicht. Und dennoch lief es für uns und andere Unternehmen in dieser Größenordnung recht gut. War die erbrachte Leistung in Ordnung, war die Reputation und Stimmung im eigenen Unternehmen gut, und neue Aufträge/Kunden konnten akquiriert werden.
Welche Partei (lokal gesehen) an der Macht ist, ist vollkommen egal, da es allesamt Pfeifen sind und die Rathausbelegschaft ja durch den Wahlausgang auch nicht verändert. Auch nach der Wahl sitzen dort die gleichen gleichgültigen und selbstgefälligen Figuren.
Das was uns heute ausbremst sind die Folgen einer Politik, die wir nicht ändern können. Wenn eine nicht systemkonforme Partei antritt (siehe AfD) sieht man ja überdeutlich was passiert.
Der Punkt ist, dass Krisen Netzwerke ermöglichen und wenn sich Unternehmen in ähnlicher Struktur und Größe austauschen, wird schnell klar, dass alle die selben Probleme haben. Viele Mittelständler ergeben letztlich in der Größe einen Konzern, aber dennoch interessiert es keinen was passiert.
Andererseits werden wir alle, wenn die Entwicklungen so weitergehen relativ zeitgleich das Handtuch werfen müssen. D.h. etwa 7600 Mitarbeiter werden, in ländlicher Region (Umkreis ca. 60km), ohne Job dastehen!
Durch die CO2 Bepreisung rechnen wir mit etwa 12% steigenden Kosten für unsere Kunden. Unsere Lieferanten haben bereits Preiserhöhungen von 4-6% mit Bezugnahme auf die neue Steuer, zum 01.10.2019 - 01.01.2020 angekündigt. Da auch für uns die Kosten massiv steigen werden und letztlich auch die Gehälter unserer Mitarbeiter entsprechend angepasst werden müssen (wer geht noch auf Arbeit wenn am Ende nichts übrig bleibt?).
Es ist eine Spirale die sich schon seit längerem dreht; Also Lohnerhöhungen um den Status Quo zu halten und nicht um etwas mehr in der Tasche zu haben. Aber nun brennt die Zündschur und nicht nur ich frage mich: Weiterkämpfen oder Aufgeben?
Wer früher verkauft bekommt schließlich noch etwas mehr für das Unternehmen!
Wie viele Mittelständler ist auch mein Unternehmen hier in der Gegend lokal gut eingebunden und die Beziehung Chef-Mitarbeiter funktioniert noch sehr gut, so als Primus inter pares.
Aber früher oder später werde ich die Reißleine ziehen müssen, auch wenn es sehr weh tut!
Du hast vollkommen Recht, hier geht alles den Bach runter.
Und auch ich ertappe mich immer öfter beim Gedanken alles hinzuwerfen und wegzugehen.
Ist ein seltsames Gefühl so zwischen Hilflosigkeit, Aussichtslosigkeit,...