Beiträge von Argus


    Ansonsten, gibt es jenseits von "all in" noch Strategien?


    Ich für mich sehe "all in" als riskant an. Kann sein, dass ich mich irre. Aber in der jetzigen Situation gibt es keine risikolose Anlage mehr. Auch EM könnten in einem deflationären Umfeld noch mal stark nachgeben. Deflationator hat darauf ja immer wieder ausführlich hingewiesen.


    Hinzu kommt, dass sich die Situation für uns in Deutschland vielleicht sogar besser entwickeln könnte, als aktuell angenommen. Wenn es zur Bildung eines stärkeren Nord-Euros käme, würden EM in dieser Währung gerechnet zunächst einmal abwerten. Über mehrere Jahrzehnte gesehen, haben Papiergeldwährungen allerdings immer gegen EM verloren - es kommt also auch auf den Anlagehorizont an.


    Ich habe für mich entschieden, einen Teil des Eurogeldes zu halten (eben nicht "all in"), um auf einen günstigen Einstieg in Aktien zu warten. Das ist riskant, aber ich habe bereits einen Teil mit EM abgesichert. Sollte das Fiat-Geld wirklich wertlos werden (worst case), dann würde ich diese "Versicherung" in Anspruch nehmen. Mit dem Rest bin ich zurzeit flexibler, um auf veränderte Marktgegebenheiten reagieren zu können.


    So viel Geld, dass es für Wald- und Ackerflächen oder eine international diversifizierte Anlagestrategie reichen würde, habe ich nicht. Für Menschen mit solchen Anlageentscheidungen gibt es bestimmt noch andere Möglichkeiten.

    […]


    Noch eine Ergänzung: ich weise hiermit symbolisch die Einmischung von Herrn Bosomworth in meine finanziellen Verpflichtungen gegenüber der Bundesrepublik zurück! Wenn Herr Bosomworth eine Garantie der Spareinlagen wünscht, dann steht es ihm frei, diese auf Grundlage des Vermögens der Pimco auszusprechen!


    Aber ich vermute, das Geld anderer verteilt sich eben leichter als das eigene ... :cursing:

    Also an das eliminiert glaube ich nicht.


    Ich auch nicht. Mich erstaunt immer wieder die ungeheuere Überschätzung der Möglichkeiten und der Leistungsfähigkeit Deutschlands durch so genannte Experten. Auch die Bundesrepublik ist mit 83 % Verschuldungsstand gemessen am BIP am Ende der Fahnenstange angelangt und erfüllt die Kriterien von Maastricht nicht. Auch wird in Jahren, in denen dem Fiskus so viele Steuereinnahmen zufließen, wie schon lange nicht mehr, durchaus NICHT gespart, sondern fleißig weiter aufgeschuldet. So viel zur Theorie des "deficit spending" - sie funktioniert in der Praxis schlicht nicht!


    Wie man behaupten kann, dass eine Garantie der Bankeinlagen durch Deutschland und Frankreich (das auch nicht gerade grundsolide Finanzdaten vorweisen kann) für eine Beruhigung der Lage sorgen soll, ist mir schleierhaft.


    Da wollen die Banker wohl eine Art Bestandsgarantie haben. Eine Art: "wir stehen ganz oben auf der Heckspitze der Titanic und gehen als Letzte unter!" X(

    Wenn es kein Bargeld mehr gäbe, bliebe dir nur noch die Wahl, dein Geld innerhalb des Bankensystems zu belassen. Du könntest es nicht mehr abziehen und selbst aufbewahren.


    Auch wenn du Sachwerte kaufst, landet das Buchgeld als Gegenwert für den Einkauf bei der Bank des Verkäufers. Und solltest du dein Geld in Form von Gold anlegen wollen, wäre das, wie Desertfighter schon schrieb, protokolliert. Der gläserne Bürger, von dem ja alle Souveränität ausgehen soll, wäre Realität!


    Eine Bank bekäme sicher ebenfalls Probleme, wenn ihre Einlagen bargeldlos abgezogen werden. Aber da es sich nur um elektronische Buchungen handelt, könnte man das Defizit leichter wieder ausgleichen als beim Fehlen von physischen Scheinen.

    In Großbritannien werden einzelne Sparer und Kunden der britischen Banco Santander nervös und begannen am Freitag damit, ihre Einlagen abzuziehen! Nach dem Debakel bei der Northern Rock bzw. der isländischen Bank kann man die Vorsicht der Briten verstehen.


    Die britische Niederlassung bemüht sich nach Kräften zu versichern, dass man vom spanischen Mutterhaus unabhängig sei und der britischen Einlagensicherung angehöre - genau wie in Deutschland. Wie blöd, dass ich ein Konto bei der dt. Santander nutze ...


    Jedenfalls beginnt die Dynamik des Bankruns auch auf nordeuropäische Länder überzugreifen.


    http://www.ft.com/cms/s/0/7915…e1-9fbd-00144feabdc0.html

    Ich sehe eine kommunistische Revolution, die zuerst den spanischen König wegfegt und dann nach Italien überschwappt... Mal abwarten!


    Nicht ausgeschlossen, aber ich halte einen Militärputsch - zumindest in Griechenland - für wahrscheinlicher. Um eine "kommunistische Gefahr" abzuwenden und vor allem die weitere Aufrüstung und Finanzierung des griechischen Militärs zu sichern, hätte die Generalität ein großes Interesse an einem Verbleib des Landes im Euro und an einigermaßen stabilen Verhältnissen.


    Falls ein Bankrun die Stabilität der griechischen Banken gefährden sollte, könnte das Militär noch vor den Wahlen zum Eingreifen gezwungen sein.

    Dass jetzt auf einmal ein Plan B zugegeben wird und alle EU-Granden vor einem möglichen Euro ohne GR reden, sieht mir eher wie eine Strategie aus, um den Griechen Manschetten zu machen:


    Das finde ich auch auffällig. Welches Interesse sollte der Staatspräsident daran haben, einen Bankrun zu beschwören? Dass die EU jetzt den Druck erhöht und ansagt, mit welcher Unterstützung Griechenland rechnen kann, wenn die Neuwahl so oder so ausgeht, ist normal. Damit will man die Wähler bestimmt beeinflussen. So nach dem Motto: wenn ihr Staatsbeamtete die radikale Linke wählt, dann werdet ihr *alle* ohne Geld dastehen. Wenn ihr aber den Euro wählt, garantieren wir wenigstens einem Teil von euch die Bezüge.


    Das Risiko besteht darin, dass niemand einen Bankrun stoppen kann, wenn er sich einmal Bahn brechen sollte ... Die Gefahr mit dem Feuer zu spielen und sich dann die Finger zu verbrennen ist sehr groß!

    François Beaudonnet, ständiger Korrespondent des französischen TV-Senders France 2 in Brüssel, hat über Twitter gemeldet, dass Hollande, Merkel, Cameron, Monti, Van Rompuy und Barroso heute Mittag eine Videokonferenz einberufen hätten, um über die Eurokrise zu sprechen.


    Zitat

    Vidéoconférence cet après-midi avec #Hollande, #Merkel, #Cameron, #Monti, #Van Rompuy, #Barroso : crise zone euro et G 8. #eurocrisis


    https://twitter.com/#!/beaudonnet/status/203092689963597825



    Meine Interpretation: es knirscht massiv im Gebälk der Eurozone. Eine Abstimmung der Bevölkerung mit Füßen kann keine Regierung der Welt verhindern. Wenn jetzt die Bevölkerungen in Griechenland, Spanien und eventuell später auch in Italien etc. ihr Geld von den Banken holt - und sei es auch nur eine Minderheit - dann brechen die ohnehin belasteten Banken zusammen.


    Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat in einem Interview mit sehr ernster Mine die schwierige Lage der spanischen Banken beschrieben. Mein Bauchgefühl sagt: "anschnallen!"


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    Veröffentlicht die Bundesbank eigentlich halbwegs aktuelle Zahlen, wie viel Bargeld in Deutschland von den Banken abgehoben wird? Im Herbst 2008 gab es ja auch deutliche Anzeichen eines Bankruns in Deutschland, die mit der "Spareinlagen-Garantie" von Merkel und Steinbrück offenkundig wurden. Lässt sich so was vorher ablesen oder wird das geheim gehalten bis zum nächsten Auftritt irgendwelcher Polit-Schauspieler?


    Zitat

    Ein Mann hebt Geld bei der Bankia in Madrid ab: Das kriselnde Geldhaus ist verstaatlicht
    http://www.welt.de/wirtschaft/article106…nter-Druck.html


    Das ist genau das, was ich meinte: wenn es in GR zu einem handfesten Bankrun kommen sollte, schließen sich die Menschen in den anderen südeuropäischen Staaten an. Auch in Deutschland könnten dann viele Menschen reflexartig ihre Konten räumen, um das Geld in Sicherheit nach Hause zu bringen.

    Bargeld kann nicht ausgehen - es ist eine Untermenge der Kreditsummen
    Es sei, alle zugrunde liegenden Sicherheiten sind ausgeschöpft
    Dann kann kein Bargeld mehr angefordert werden. Dann ist die Bank pleite
    d.h. Bank Runs sind gefährlich für Banken - der Limit ist aber nahezu unerschöpflich.


    Nee, nee. Ich meinte, dass das Bargeld physisch nicht so schnell nachgedruckt und vor allem im Land verteilt werden kann, dass die Sparer es auch von ihrer Bank ausgezahlt bekommen können.


    Angeblich gibt es bei den Banken in Griechenand 6-8 Mrd. EUR an Bargeld. Wenn man von einer konstanten Abzugsrate von 900 Mio. EUR/Tag ausgeht, ist in spätestens 10 Tagen Schluss mit Bankrun. Dann stehen die Leute vor leeren Geldautomaten und schulterzuckenden Schalterbeamten. Was wird dann los sein?! Darauf wollte ich hinaus. :)

    Früher hieß es: wenn 10% ihr Geld abholen, dann ist die Bank pleite - FALSCH!
    Sparer sind den Banken überhaupt nicht mehr notwendig - es ist jedoch "dummes", billiges Geld
    Oder bekommt jemand von der Bank Sicherheiten für sein Geld?
    Es gibt keine! Man verweist aber auf das Sicherungssytem - eine Schein-Sicherheit.


    Einverstanden, aber wenn die Banken mangels Bargeld keine Auszahlungen mehr vornehmen können und schließen, werden die Kunden das voraussichtlich nicht gelassen hinnehmen. Auch wenn die Summe insgesamt, die durch die Spareinlagen verloren geht, nicht ausschlaggebend ist. Ich fürchte, dass (spätestens!) dann die Panik eben auch auf andere Länder übergreifen könnte.


    Zum Glück fallen gerade die EM-Preise, könnte man sagen. Gibt's wenigstens eine Alternative ... :whistling:

    Ich bin ja Deiner Meinung, umso mehr als generell die Risiken bereits bei den Kleinanlegern liegen (die sind aber z.T. auch zu wenig risikobewusst). Aber das ist schon eine der letzten Linien. Ich hätte von Anfang an, das Geld in den Bereich gesteckt. Nutzt jetzt aber auch nix mehr, hätte usw.


    Was ich bei meinem letzten Posting übersehen habe, war, dass die griechischen Sparer auch in größerem Maße Bargeld abheben. Das ist natürlich auf die Schnelle nicht beliebig vermehrbar und verleiht dem beginnenden Bankrun eine größere Brisanz. Als letztes Mittel kann man die Banken dann nur noch vorübergehend schließen ... :(


    Zitat
    EZB stoppt Refinanzierung für einige Griechen-Banken
    Den betroffenen Instituten steht vorerst nur noch die Liquiditätshilfe der griechischen Notenbank für ihre Refinanzierung zur Verfügung.


    Das ist zumindest eine gute Nachricht für die europäischen Steuerzahler. Die ELA-Maßnahmen müssen - so hoffe ich - allein von der jeweiligen nationalen Zentralbank verantwortet und geschultert werden, oder? Dann wären die Bundesbank und der Steuerzahler in Deutschland nicht mit 27 % in Haftung!


    @Fragezeichen: Danke an dieser Stelle für die interessanten Links. [smilie_blume]

    Da wird Geld gedruckt und im Rahmen der zulässigen Nothilfe von der griechischen Zentralbank oder eben von der EZB zur Verfügung gestellt. Nicht vergessen: das Geld ist nur virtuell! Die EZB wird es in der jetzigen Krise nicht riskieren, dass eine griechische Bank zusammenbricht und "kleine Sparer" Geld verlieren.


    Die Ansteckungsgefahr für die Eurozone wäre ungleich gefährlicher, wenn dann italienische, französische, spanische Sparer anfingen, ebenfalls Sparguthaben abzuziehen. Eine Massenpanik ließe sich von der EZB ncht mehr kontrollieren oder in Hinterzimmern bei EU-Gipfeln lösen.


    Ob wir in D auch gefährdet sind? Unmittelbar wohl nicht, da Geld und Menschen ins vorgeblich sichere Deutschland fliehen. Die deutschen Banken schwimmen derzeit im Geld. Mittelbar bin ich da skeptischer ...

    Wenn ich das richtig verstehe, hat der Hedgefond dann aber Verluste gemacht? Die Aktien wurden im 1. Quartal gekauft - also vor dem Kursrutsch? Da hat Soros offensichtlich nichts von den Spekulationen gewusst?

    Deflationator: auf welchen Zeitraum beziehst du deine Einschätzung?


    Ich vermute, du gehst von einem (kurzen) deflationären Schock aus, dem dann ein (hyper-)inflationärer Anstieg folgt? Dann kann man ja beruhigt auf den Anstieg auf der anderen Seite des Tals warten.

    Dirk Müller warnt in einem neuen Interview vor einem starken Rückgang der Aktien- und Rohstoffkurse. Er spricht ähnlich wie amerikanische Analysten von einem "perfekten Sturm", der auf uns zu kommen könne. Der DAX könne mit etwas Pech auch noch mal 1000-1500 Punkte fallen. Auch Rohstoffe und Gold wären dann nicht vor einem Rückgang gefeit.


    Ob es wirklich so dramatisch wie 2008 kommen wird, mal sehen. Ich kann mir vorstellen, dass die Zentralbanken, insbesondere die Fed, bei einem so starken Rückgang wieder zum Fluten der Märkte mit Geld übergehen werden.


    Interview im DAF


    Credit Agricol meldet heute einen Gewinneinbruch von 75 Prozent. Sehen wir Mal :sleeping:


    Der o.g. Link funktioniert leider nicht mehr.


    Nach diesen Angaben bei Godmode-Trader sieht es aber nicht ganz so düster um die Bank aus. Danach hat sich der Gewinn auf ca. 800 Mio. EUR um etwa 50 % reduziert, während der Umsatz um etwa 3% gesunken ist. Die Abschreibungen aus dem griechischen Schuldenschnitt beliefen sich auf ca. 300 Mio. EUR.


    Klingt nicht so dramatisch?


    http://www.godmode-trader.de/nachricht/Crdit-Agricole-Sondereffekte-sichern-Gewinne-Credit,a2827077.html

    Interessanter Artikel! Wobei ich nicht ganz nachvollziehen kann, warum die Zentralbanken und Regierungen keine Möglichkeit haben sollten, gegenzusteuern. Mit Öffnen der Geldschleusen sollte sich eine Kreditklemme doch wieder und wieder verhindern lassen? Klar, das bläht die Geldmenge auf und wäre klassische Inflation, aber offensichtlich ist das gerade en vogue ...

    ... so überschreibt der streitbare Historiker und Publizist Arnulf Baring seine jüngste Kolumne im Handelsblatt. Seine Analyse fasst sehr gut zusammen, was wir hier im Forum schon lange beklagen. Aber sein pointierter Stil macht die Kolumne zu einem Genuss! Vielleicht auch geeignet, um schlafende Verwandte und Bekannte aufzuwecken.


    Hier ein paar Zitate:


    Zitat

    (...) Deutschland wäre völlig überfordert mit der Aufgabe, die gesamte Währungsunion zu retten. Nicht nur finanziell, auch politisch sind wir dafür nicht stark genug. Wir waren immer - und sind es heute erst recht - viel zu schwach, um Europas Hegemon zu sein, eine konstruktive Rolle als Führungsmacht des Kontinents zu spielen. (...) Wir sind viel schwächer als vor hundert Jahren, nur noch eine mittlere Macht. An einer europäischen finanziellen Vergesellschaftung Deutschlands würden wir uns völlig verheben. Diese Überforderung würde zum wirtschaftlichen und sozialen Niedergang führen und damit die Demokratie unterminieren, den Zusammenhalt unserer Gesellschaft zerreißen.


    Zitat

    Deutschland muss daher, um immer weitergehende Forderungen abzuwehren, bald aus der Währungsunion austreten.


    Zitat

    Mit dieser ängstlichen Haltung, ja Feigheit, haben sie zugleich, wie alle anderen Parteien, an der Marginalisierung unseres Parlaments mitgewirkt. Wenn sich Bundestagspräsident Norbert Lammert nicht so entschieden gegen die Entmachtung des Parlaments gewehrt hätte, wäre die wichtigste Kompetenz des Bundestages untergraben worden. Es ist gespenstisch, dass es in Deutschland keinen Aufschrei des Entsetzens über diese Entwicklung gegeben hat. (...) Heute geben wir leichthin die Finanzverantwortung der Volksvertretungen preis. Mehr und mehr werden zentrale Entscheidungen in ganz engen Zirkeln getroffen. Wir sind auf dem Wege in eine quasi monarchistische, absolutistische Demokratur.


    Quelle