Danke, wagr, für den interessanten Link. Bin mal gespannt, was die zwei anwesenden Verfassungsrichter gedanklich aus dem Vortrag mit nach Hause genommen haben.
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Die Idee eines "Haircuts" bei den überschuldeten europäischen Staaten beginnt Gewicht zu bekommen. Nach den ersten Andeutungen in der ZEIT und dem Handelsblatt, hat Spiegel Online jetzt einen Namen ins Gespräch gebracht. Danach habe Klaus Regling, Leiter des EFSF, eine freiwillige Rückkaufaktion der griechischen Staatsanleihen zum Marktpreis vorgeschlagen. Da diese aktuell 30 % unter Wert gehandelt werden, käme das einem Forderungsverzicht von 30 % der Gläubiger gleich. Das Geld dafür soll Griechenland über einen Kredit des EFSF zur Verfügung gestellt werden.
Ob sich (institutionelle) Anleger finden, die sich jetzt sagen, "lieber den Spatz in der Hand, als die Taube in der Hand", wird man abwarten müssen. Dazu fehlt in der Diskussion aktuell noch ein Anreiz bzw. Druckmittel. Bin auch gespannt, wie die Märkte in den nächsten Tagen auf diese Überlegungen reagieren. Denn klar sollte sein, dass man den Plan - so er denn funktioniert - auch auf andere europäische Staaten ausweiten wird.
Wenn die privaten Gläubiger endlich stärker in die Verantwortung gezogen werden, wäre es jedenfalls ein Schritt in die richtige Richtung. Den Brand mit immer neuem Geld "löschen" zu wollen, funktioniert offensichtlich nicht. Wenn einige wenige nun die gewonnene Zeit nun nutzen, um konstruktive Vorschläge zu entwickeln *und* durchzusetzen, wäre schon mal was gewonnen.
http://www.spiegel.de/wirtscha…les/0,1518,741055,00.html