Na stell dir vor du lebst in GR. Und es gibt plötzlich Nord-Euros.
Würdest du deine Euros behalten - oder gleich in NordEuros wechseln?
Den Teil, den ich nicht zum täglichen Leben brauche, natürlich versuchen in Nord-Euro tauschen. Aber vergiss nicht, dass die Griechen in dem Beispiel in Süd-Euro ihre Verbindlichkeiten bezahlen müssen. Sie werden nicht alles umtauschen können - zumal es auch mit Gebühren verbunden sein würde.
Die Italiener haben zu Zeiten der DM auch nicht ihr frei verfügbares Geld komplett in DM getauscht (jedenfalls nicht in dem Maße, dass dadurch in Italien eine Hyperinflation ausgelöst worden wäre). Wie gesagt: eine Abwertung ist gewünscht und würde sicher auch nicht verhindert. Ob man bei exzessivem Kapitalabfluss irgendwann Beschränkungen einführen müsste - ja, nicht ausgeschlossen. Aber so dramatisch sehe ich das augenblicklich nicht.
Bei einer Aufteilung der Eurozone müsste man für eine Übergangsphase einen Umtausch verhindern oder stark einschränken - eben damit nicht alle Bewohner der Süd-Eurozone noch am gleichen Tag versuchen, ihr Geld außer Landes zu bringen. Das wurde in Argentinien doch genauso gemacht: Konten eingefroren und der Umtausch in den Dollar ausgesetzt.
Eine generelle Abwertung ist nicht das Problem - aber dass es _unkontrolliert_ passieren könnte schon. Die Abwertung muss erfolgt sein, BEVOR ein Großteil des Geldes getauscht werden kann. Danach lohnt sich ein Tausch nicht mehr!
Beispiel:
Am Samstag wird die Aufspaltung der Eurozone bekanntgegeben. Die Banken bleiben aber nach dem Wochenende auf Anordnung noch ein paar Tage geschlossen. Private Anleger und Sparer kommen nicht an ihr Geld und können nichts tauschen/außer Landes bringen. An den internationalen Märkten wird das neue Währungspaar gehandelt und ein Auf-/Abwertungsverhältnis festgestellt. Freie Märkte sind da richtig schnell drin ... ![]()
Am Mittwoch oder Donnerstag öffnen die Banken wieder, aber der Südeuro ist nur noch 60 % vom Nordeuro wert. Würdest du als Grieche dann noch alles umtauschen?