an Goldpreismanipulationen glaube ich schon. Es ist aus historischen Gründen und als absoluter Wertmesser für Währungen zu bedeutsam, als daß die Notenbanken den Wert nicht „managen“ wollten.
Aber an Bill Murphy´s 6-Dollar-Regel glaube ich nicht.
Es will mir nicht einleuchten, daß eine hochgeheime, konspirative Gruppe der Notenbanken/Regierung mit der Aufgabe den Goldpreis zu manipulieren, sich an eine so plumpe, formalistische Regel hält und diese Grenze unter allen Umständen verteidigt.
Der Goldpreis steigt um 7,20 Dollar und Bill Murphy sagt, die 6-Dollar-Regel hätte gehalten. Da kann ich ihm nun mal nicht folgen, da ist Schluß. Winkelzüge machen die Sache auch nicht besser (Riesenbandbreite)
Bill Murphy sagt, die 6-Dollar-Regel wäre in den letzten Jahren nur ein einziges Mal gebrochen worden. Aber wie im Thread über diese Regel (hier im Forum ) aufgeführt, ist der Goldpreis in den letzten Jahren etliche Male mehr als 6 Dollar gestiegen.
Letztes Jahr meinte Murphy, die 6-Dollar Regel wäre erst gebrochen, wenn der Goldpreis 8 oder mehr Dollar steigt. Aber 8 Dollar sind erheblich (33%) mehr als 6 Dollar, so daß schon die Bezeichnung 6-Dollar-Regel falsch wäre.( Warum nicht eine 5 Dollar-Regel mit Obergrenze 10 Dollar?) Zudem ist der Goldpreis auch im letzten Jahr – meines Wissens – schon über 8 Dollar gestiegen.
Gestern nun sagt Murphy, die obere Bandbreite liege bei 7,40 Dollar. ( Warum genau 7,40 und nicht gerundet auf 7,50?)
Murphy widerspricht sich damit selbst: Im letzten Jahr waren´s noch 8 Dollar, nun 7,40 Dollar.
Einerseits behauptet Murphy, es gäbe diese ultimative Grenze für das Plunge Protection Team, anderseits vermag er nicht einmal die Grenze eindeutig zu definieren.
Was wir gestern gesehen haben, war ein bildschöner kontinuierlicher Goldpreisanstieg. Der Chart zumindest läßt nichts von Inventionen vermuten. Murphy sagt, während der New Yorker Handelszeit sei der Goldpreis nach einem Anstieg ganz zu Beginn nur um 20 Cent gestiegen. Nach dem Kitco-Chart ist der Goldpreis auch während New Yorker Zeiten stetig nach oben gegangen.
(Nachträglich: Habe noch einmal den Chart angeguckt und sehe, was Murphy mit seinen 20 Cent meint. Andererseits sieht man genau daran, wie willkürlich Murphy seine Daten aus dem Chart gepickt hat, um zu seiner Schlußfolgerung zu kommen. Tatsächlich ist der Goldpreisanstieg erstaunlich gleichmäßig vor und innerhalb der New Yorker Handelszeiten erfolgt. )
Murphy meint, ohne Manipulationen wäre der Goldpreis um 10 bis 20 Dollar gestiegen.
Was ist passiert? Eine fernöstliche Bank – nicht Japan oder China – will ihre Devisen diversifizieren. Diese Tagesnachricht ist doch kein Grund, daß der Wert des Goldes sich um 20 Dollar erhöht hätte.
Wer kann dem Gold einen Anstieg von 20 Dollar auf solch eine Nachricht wünschen? Was innerhalb weniger Stunden um 20 Dollar steigt, kann in gleicher Frist um 40 oder mehr Dollar sinken (Kurseinbrüche sind häufig dramatischer als Anstiege). Wäre es gerechtfertigt, das der Goldpreis um 50-100 Dollar sinkt, wenn China und Japan bekanntgäben, sie blieben beim Dollar als einziger Reserveeinheit?
Im Grunde ist die 6-Dollar-Regel im Zusammenhang mit Goldpreismanipulationen auch völlig unnötig und irrelevant. Das Eingeständnis, daß sie mehrfach durchbrochen wurde, ändert an der Frage der Goldpreismanipulationen keinen Deut. Murphy´s Leugnung der mehrfachen Verletzung seiner Regel zeigt mir, daß er gewaltige Scheuklappen trägt. Sorry.
Wie sieht Du das, mit der 6-Dollar-Regel und deren angeblicher Unüberwindbarkeit , Schwabenpfeil?