Was tun bei Fälschungsverdacht?

  • Hallo liebe Forumsmitglieder!


    Wie mein Benutzername schon sagt, bin ich blutiger Anfänger, was die Edelmetalle als Wertanlage angeht.
    Ich brauche einen Rat, ob und falls ja, was ich tun kann:


    Ich habe dieses Jahr zum ersten Mal Gold gekauft: 3 Barren zu 100g.


    Ich hatte mich vor dem Kauf ein wenig im Internet eingelesen.
    So habe ich mir z. B. einen Goldhändler in der nächsten größeren Stadt gesucht, der dort seit 25 Jahren Mitglied im Berufsverband des deutschen Münzenfachhandels ist.
    Ich habe im Internet auch nach Erfahrungen mit diesem Händler gesucht, konnte aber nichts (also auch nichts negatives) finden.
    Vor Ort habe ich mich mit dem Händler vor dem Kauf etwas unterhalten und er machte einen seriösen Eindruck.
    Die Barren hat er in seinem Geschäft auf ein Prüfgerät gelegt, das anzeigte, daß das Gold echt ist (etwas anderes hätte ich auch nicht erwartet). Auf dem Gerät stand "Aurotest".


    Nach einigen Wochen habe ich angefangen, mich im Internet über Goldprüfmöglichkeiten zu informieren (ja ich weiß: nach dem Kauf ist natürlich zu spät :wacko: ). Dort habe ich u.a. gelesen, daß solche Geräte wie dieser "Aurotest" nur die oberste Schicht des Barrens prüfen und nicht bis zum Kern vordringen, welcher bei Fälschungen aus Wolfram sein kann.
    Daraufhin habe ich mir einen sehr starken Magneten (Neodymmagnet, N52) besorgt, die Barren in ihren Blistern mit Tesafilm an einem Faden befestigt und dann den Magneten langsam herangeführt. Jeder der 3 Barren wurde ganz leicht von dem Magneten angezogen, was ja für eine Fälschung spricht.
    Dazu kommt noch folgendes: ein Barren ist von UBS, zwei sind von Heraeus. Die Prägungen auf den beiden von Heraeus sehen unterschiedlich aus, was die "Schriftart" angeht, also bei dem einen ist die Schrift dicker und runder, als bei dem anderen. Bei dem einen ist auf der Rückseite ein kleines Zertifikat aufgeklebt, bei dem anderen nicht. Auf meine Nachfrage meinte der Händler, daß das keinen Unterschied macht.
    Ich habe die Seriennummern von allen drei Barren gegooglet, aber nichts dazu gefunden.


    Was kann ich nun tun?


    Ich denke, es gibt einige Möglichkeiten:
    - gar nichts unternehmen
    - erneut zum gleichen Händler gehen, so tun, als wäre ich wieder an einem Goldbarren interessiert und diesen dann vor Ort mit meinem Magneten prüfen
    - erneut zum gleichen Händler gehen, so tun, als würde ich meine Barren verkaufen wollen und schauen, ob der Händler sie prüft und als Fälschungen entlarvt (hätte das für mich rechtliche Konsequenzen - Betrugsversuch o.ä.? )
    - erneut zum gleichen Händler gehen und offen mit ihm über meine Bedenken sprechen (würde ich am liebsten machen, aber davon erhoffe ich mir am wenigsten)
    - die Barren bei einem anderen Händler prüfen lassen


    Ich weiß, daß ich nicht nachweisen kann, daß ich diese Barren bei dem Händler gekauft habe. Die Rechnungen habe ich zwar noch, aber auf denen stehen nicht die Seriennummern der Barren und selbst wenn - ich denke bei Fälschungen kann man sich die Seriennummern vermutlich aussuchen [smilie_happy] ...


    Habt ihr einen Tipp für mich?
    Wahrscheinlich war das Ganze ein teures Lehrgeld für mich. :wall:


    MfG,
    Anfänger

  • Ab zum Händler, wo du diese gekauft hast und ein Angebot für den Ankauf dieser Barren machen lassen. Dieser wird die Barren vermutlich prüfen. Beim geringsten Zweifel der Echtheit würde ich diesen Händler die Barren auch gerne wieder zurückkaufen lassen.

  • Würde auch dem Händler die Barren mal zum Rückkauf anbieten. Dann weißt du auf jeden Mal schon mal bzw. kannst vermuten, woran du bist! Wenn der die nicht kauft, könntest du sie mal ansägen/anbohren... (und ggf. Anzeige erstatten).
    Des Weiteren würde mich z.B. sehr interessieren: Name des Händlers (u. U. auch verfremdet) in welcher Stadt, Bilder der Barren (Vorder- und Rückseite). Sind die etwa noch verblistert, ungeöffnet, nicht aufgemacht?
    Fotos der Schnittkanten eines dieser Barren. (Hätte ich Zweifel, würde ich ihn anbohren bzw. durchsägen.)
    PS: Vielleicht können andere Foristen mal was zu den Neodymmagneten schreiben, d.h. wie zuverlässig der Test ist. Vielleicht werden sie ja doch abgestoßen, nicht angezogen?

  • Ich würde zum gleichen Händler zurück gehen, und mir ne Story ausdenken. Auto kaputt oder sonst was, jetzt brauchst Du ein neues :D


    Jedenfalls willst Du die Barren an ihn zurück verkaufen. Wenn er das problemlos macht, ist er entweder selber gelinkt worden, oder er weiß, dass sie echt sind.
    Wenn er das nicht macht, ist die Story schonmal komisch.


    Speziell wenn es nicht um numismatische Einzelstücke geht, finde ich "große" Händler wie pro Aurum, Degussa etc. vorteilhaft. Wenn man von denen den aktuellen Münz Jahrgang kauft (Maple Leaf, Krugerrand), dann haben sie den wahrscheinlich direkt von der Mint.
    Es gibt eigentlich nichts, was für so kleine Barren spricht. Jemand im Forum hat mal ausgerechnet, dass es ca. ab 250g überhaupt erst lohnt Barren zu kaufen (erst ab dann signifikant mehr Gold für gleiches Geld), und selbst dann ist man im niedrigen einstelligen € Bereich, was der Vorteil wirklich ausmacht. Gibt zwar auch bei Münzen Fälschungen, ist aber schwieriger zu realisieren als bei einem Barren.


    P.S.: ich glaube zu 95% immer noch, dass Deine Barren echt sind.. was ist denn eine "leichte Anziehung" ? Fußboden schräg ? :D
    Google mal nach gefälschten Bullion Coins bei Youtube. Da "klackt" in dem Video der Magnet schon richtig an die Münze dran.
    Würde mich nicht übermäßig da reinsteigern, aber der Händlertest gibt Anhaltspunkte.


    Fotos von den Barren wären interessant !!


    Ich habe aus o.g. Gründen zwar eingestellt, Barren zu kaufen, hatte aber mehrere 100g, die ich an pro Aurum vor Jahren verkauft habe, um voll auf Münzen umzustellen. Daher würde ich Deine gern mal sehen.


    Ich finde die "Aurotest" Vorführung des Händlers ziemlich strange. Ein seriöser Goldhändler sollte sowas eigentlich nicht nötig haben. Ist ein wenig, wie wenn der Metzger beim Verkauf die Wurst vorkosten würde. Um zu beweisen, dass man nicht krepiert, wenn man das isst.... [smilie_happy]

  • P.S.: ich glaube zu 95% immer noch, dass Deine Barren echt sind.. was ist denn eine "leichte Anziehung" ?

    Ja. War jetzt auch meine Vermutung. Wissen wir aber nicht. Ich kauf aber nur Münzen, max. mal nen Gussbarren bis 50 g, größere hab ich auch nicht.


    Zitat

    ch finde die "Aurotest" Vorführung des Händlers ziemlich strange. Ein
    seriöser Goldhändler sollte sowas eigentlich nicht nötig haben.

    Hab ich auch noch nicht erlebt. Aber vielleicht, weil der Händler etwaige Bedenken des potenziellen Käufers zerstreuen wollte; keine Ahnung. :S

  • Aurotest sind glaube ich ultraschall-Geräte. Die messen nicht nur die Oberfläche, sondern gehen durch. Ein Händler könnte das Gerät natürlich falschprogrammieren,aber von soviel krimineller Energie würde ich nicht ausgehen.


    Sonst würde ich mal zu einer grossen Filiale von Pro Aurum oder Degussa gehen,die haben in mehreren grossen deutschen Städten auch Experten sitzen, die das relativ zweifelsfrei bestimmen können, ob das echt ist oder nicht...und wenn man freundlich fragt "Habe ich geerbt und wollte mal prüfen lassen, ob die echt sind"...damit ich mir überlegen kann, ob ich die verkaufe, prüfen die das bestimmt...


    Aber wenn Du Kopfschmerzen hast, ob der Händler Dir was echtes verkauft hast, warum hast Du dann dort gekauft....? Wenn der Händler vertrauenswürdig ist, sollten auch die Barren echt sein.

  • Meiner Meinung nach ist der Magnettest bei dem das Prüfstück an einer Schnur hängt nicht besonders aussagekräftig da der Barren anfängt zu pendeln.
    Ich habe das mal mit verschiedenen (echten) Münzen probiert und nie ein eindeutiges Ergebnis gehabt.
    Der Test mit dem Prüfling auf einer Waage (mit ausreichend großem Distanzstück damit der Magnet nicht die Waage anzieht oder beschädigt ! ) dürfte etwas besser funktionieren.


    Das Dir ein Händler drei verschiedene Barren verkauft die alle falsch sind kann ich mir nicht so recht vorstellen.


    Am sichersten wäre es die Barren neutral prüfen zu lassen zB bei einer Scheideanstalt.
    Die Prüfen jeden Barren der ihnen zum Kauf angeboten wird.

  • Also Aurotest wirbt jedenfalls damit, dass das ganze Volumen des Prüflings durchdrungen wird, sogar durch Folie hindurch:


    http://www.aurotest.de/welcome.htm


    Hier ein Video von den magnetischen Eigenschaften eines Fakes (bei ca. 17 Minuten):


    https://www.youtube.com/watch?v=-jy-_HnjroY


    Ich würde ein "Haftenbleiben" eines Magneten nicht mehr als "Leichte Anziehung" werten. Deswegen gehe ich schon davon aus, dass die Barren echt sind.


    Wenn man anfängt, sich da was zusammen zu spinnen, kann man sich relativ schnell selbst in den Wahnsinn treiben :D Selbst (echte) Krugerrands haben ziemlich viel Fertigungstoleranz, teilweise erhebliches Alter usw. Da gibt es durchaus Schwankungen sowohl im Gewicht, als auch in der Dicke der Münze. Ein Stapel von 10 davon aus den 70er oder 80er Jahren ist durchaus signifikant höher, als ein Stapel von ganz Neuen. Ist halt ein afrikanisches Produkt :D


    Wenn man nicht gerade das "Superschnäppchen" von einem frisch registrierten e bay Account ersteigert hat, ist die Chance, was Gefälschtes zu bekommen, relativ gering :)

  • ;)


    übringens in KornFlakes sind auch Eisenmetalle drin , magnetisch :D bitte vor Abflug dran denken ,sonst piepsst es wieder am TXL :D


    Gruss
    alibaba :D

    " Wo ich willkommen bin' lass ich mich nieder ,ansonsten geh ich wieder " ;)


    " jeden Morgen steht die Lüge als erste auf ,bis die Wahrheit ausgeschlafen hat " :D


    "Ich bin für mein Textinhalt verantwortlich ,nicht für das was du verstehst" 8o

  • Hallo Anfänger,


    (vielleicht tut Dir der Nick in 2-3 Jahren noch hunderten Posts mal leid..? [smilie_happy] )


    Neben den bekannten Gold-Ankaufsstellen haben auch diverse Juweliere Geräte zum testen. Habe mal gelesen, dass man dort ca. 3-5 Euronen für eine Prüfung bezahlt. Warum nicht einfach mal anrufen und stumpf fragen, ob sie Deine Barren testen. Wenn die Barren dann echt sind, weißt Du, dass Du genauso paranoid bist, wie wir anderen hier auch [smilie_happy] und falls nicht... :boese:


    VG
    /sap

  • In dem Video mit dem Magnet Test wird leider nur der 9999er Maple Leaf getestet der Krügerrand oder Eagle die nicht so eine hohe Reinheit haben werden nicht getestet. Ich denke das der Magnet Test dort nicht oder nicht so deutlich funktioniert. Ich habe selbst mal einen 1oz Barren in Folie original von Degussa und eine halbe oz Lunar 2 in Kapsel getestet. In beiden fällen wie erwartet eine leichte Abstoßung. Der gleiche Test mit einer 20 Kronen oder einer 20 Peso Münze, also kein 9999er Gold, hat eine minimale Anziehung gezeigt. Von einet Fälschung gehe ich aber trotzdem nicht aus. Wenn man sieht wie stark die Anziehungskraft im Video bei der gefälschten Maple Leaf ist müsste es ein deutlicheres Messergebnis geben.

  • Hallo,


    ich habe entsprechende Testgeräte von Aurotest die auch von seriösen Händlern benutzt werden.


    Das ATS 400 LFk ist ein Leitfähikeitstestgerät wie es auch in der Materialprüfung von sonstigen Metallen eingesetzt wird. Hier wird ein Strom induziert und mit einem Sensor wieder abgenommen und dann die abweichung zu Standardwerten überprüft. ES wird die Leitfähigkeit überprüft. Die Methode wurde mir für Barren bis 100 Gramm empfohlen und ich habe gute Erfahrungen damit gemacht.


    Die magnetischen Eigenschaften von Silber und Gold werden mit einer sogenannten Magnetwaage überprüft. Gold und Silber sind diamagnetisch d.h. in einem starken Magnetfeld stossen diese Metalle den Magneten ab. Während der Prüfung mit einer Magnetwaage wird ein Magnet auf eine Feinwaage gelegt, genullt und mit einem Gestell in definiertem Abstand zum Magnet ein von diesem abgekoppelte Auflage erzeugt. Wenn jetzt ein Goldstück auf die Plattform gelegt wird wird der Magnet abgestossen und auf der Waage erscheint ein positives differenzgewicht. Ist der Barren die Münze gefäscht kommt es auf die Art der Fälschung an bei Münzen muss das Wolfram dass oft zur fälschung verwendet wird mit Nickel überzogen werden dass die Goldplattierung hält. Dieses zieht den Magneten an es erscheint also auf der Waage ein negatives Differenzgewicht da der Magne von der Waage abgehoben wird.


    Mit diesen beiden Prüfmethoden kann man bei kleineren Stücken relativ sicher sein dass diese echt sind. Für größere gibt es noch Ultraschallmessungen die die Resonanzfrequenz messen ob diese mit reinem Gold/Silber etc übereinstimmen.


    Ich hoffe ich konnte helfen

  • Schade, dass wir hier keine Auflösung des Rätsels erhalten haben bzw. nicht wissen, ob dies eine echte Frage war bzw. wie die Angelegenheit ausgegangen ist. Hätte mich schon interessiert. Oder sollte dies auch ein Stöckchen gewesen sein, über das wir (wieder einmal) bereitwillig gesprungen sind (oder das wir apportiert haben)? :S

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